"Mehr als sarkastisch, eher grausam"

12.04.2011
In einem sowjetischen Agitationsfilm wurde Pripyat als eine Stadt des Fortschritts und des Glücks bezeichnet. Ein regelrechter Kult, erzählt der ukranische Schriftsteller Juri Andruchowytsch, sei um die Atomenergie betrieben worden. Bis zum Super-GAU von Tschernobyl.
Pripyat sei einmal "eine der glücklichsten Städte der UdSSR" gewesen, sagte Juri Andruchowytsch im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Der 1960 geborene ukrainische Autor hat die heute unbewohnbare, weil radioaktiv verstrahlte Stadt in der Nähe von Tschernobyl besucht. Und er hat darüber den Essay "Stern Absinth" geschrieben, den er am 12. April in Berlin vorstellt.

Über das spärliche Leben in der radioaktiv verseuchten Zone sagte Andruchowytsch: "Und da gibt es solche älteren Leute, die einfach willkürlich, illegal, ohne jede Erlaubnis schon einige Monate nach der Katastrophe zurückkamen. Sehr viele von ihnen sind seitdem schon gestorben, einfach weil sie so alt waren, schon damals waren sie alt. Für solche Leute aus den Dörfern, für die Bauern, besonders wenn sie so alt sind, ist die Änderung des Ortes einfach undenkbar."

Das vollständige Gespräch mit Juri Andruchowytsch können Sie bis zum 12. September 2011 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören. Außerdem können Sie die schriftliche Fassung des ausführlichen Interviews nachlesen, das im Radiofeuilleton lief.
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