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Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. November 2019

Medien weiter meist von Männern geführt

In den meisten deutschen Medienhäusern haben immer noch Männer das Sagen. Das geht aus einer Studie des Vereins ProQuote hervor, die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey heute vorgestellt hat. So betrage der Frauenanteil in den Chefredaktionen der größeren Lokalzeitungen lediglich 10 Prozent. Ausgewogene Machtverhältnisse wurden lediglich bei den Publikumszeitschriften ermittelt. Auch bei den 100 reichweitstärksten Onlinemedien liege der Frauenanteil in den Führungspositionen bei lediglich 30 Prozent. Bei den 66 untersuchten Publikumszeitschriften ist mit einem Frauenanteil von 49 Prozent die Parität fast erreicht. Der 2012 gegründete Verein ProQuote untersucht das Geschlechterverhältnis in den Schaltstellen der Medienbranche.

Nicole Heesters bekommt Deutschen Hörspielpreis

Schauspielerin Nicole Heesters erhält den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Sie werde für ihre Leistung im Hörspiel "Die Jahre" ausgezeichnet, teilte der Südwestrundfunk mit. In der Produktion leiht die 82-Jährige gemeinsam mit ihrer Kollegin Corinna Harfouch den Lebenserinnerungen der französischen Autorin Annie Ernaux ihre Stimme. "Aus ihrer Interpretation der literarischen Vorlage sprechen Weisheit und Warmherzigkeit genauso wie eine bodenlose Coolness", so die Jury. Heesters war die erste "Tatort"-Kommissarin und spielte in zahlreichen Kinofilmen. Das Hörspiel "Die Jahre" kann einen Monat lang in der ARD Audiothek angehört werden. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird während der ARD-Hörspieltage in Karlsruhe vergeben.

Caroline Peters wird Buhlschaft in Salzburg

Schauspielerin Caroline Peters wird im kommenden Jahr die "Jedermann"-Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen verkörpern. Fernsehzuschauer kennen Peters aus der Krimiserie "Mord mit Aussicht". Sie gehört seit 2004 zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. 2016 und 2018 kürte die Fachzeitschrift "Theater heute" Peters zur Schauspielerin des Jahres. "Ich bin wirklich gespannt, was das dann mit einem macht", sagte Peters zu ihrem Engagement. Die Salzburger Festspiele feiern 2020 ihr 100. Jubiläum.

Museen fordern Hilfe beim Klimaschutz

Die Spitzen wichtiger Museen in Deutschland wollen mehr Klimaschutz in ihren Häusern. Das geht aus einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters hervor. Zwei Dutzend Direktorinnen und Direktoren führender Museen, Kultureinrichtungen und Institute fordern "eine zentrale Taskforce, die sich einzig den klimapolitischen Herausforderungen in Museen und anderen öffentlichen Ausstellungshäusern widmet". Der Kulturbetrieb könne "zum Vorreiter auch im Klimaschutz" werden.

Comicbuchpreis für Max Baitinger

Autor und Zeichner Max Baitinger ist mit seinem Band „Sibylla" 2020 Preisträger des Comicbuchpreises der Berthold Leibinger Stiftung. Die Graphic Novel greift die Geschichte der Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz aus dem 17. Jahrhundert auf. Auf verschiedenen Text- und Zeitebenen werden sowohl Biografie der früh verstorbenen Lyrikerin als auch die Lebenswirklichkeit des Dreißigjährigen Krieges mit Vertreibung, Exil und religiösen Bekenntnissen verhandelt. Max Baitinger zeige, wie frisch und leichtfüßig ein biografischer Comic daherkommen könne, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird zum sechsten Mal verliehen. Er wird jährlich für einen hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic vergeben, dessen Fertigstellung absehbar ist. Max Baitinger war bereits 2016 Finalist beim Comicbuchpreis. Er arbeitet als freischaffender Illustrator in Leipzig.

Kermani will mit AfD-Wählern im Gespräch bleiben

Der Schriftsteller Navid Kermani betrachtet den derzeitigen Erfolg der AfD als eine Gegenreaktion auf die Öffnung Deutschlands in den vorhergehenden Jahrzehnten. "Jeder Pendelschlag in die eine Richtung, bewirkt eine Bewegung in die andere", sagte der Friedenspreisträger der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland sei in den letzten Jahren weltoffener und kulturell vielfältiger geworden, allerdings sei die Gesellschaft heute polarisierter als vor zehn Jahren. Kermani sprach sich dafür aus, mit AfD-Wählern im Gespräch zu bleiben. Der habilitierte Orientalist und Buchautor recherchiert häufig in Kriegsgebieten und gilt als einer der einflussreichsten deutschen Intellektuellen.

Neue Erkenntnisse zum aufrechten Gang

Der aufrechte Gang des heutigen Menschen könnte sich im Allgäu entwickelt haben - und zwar deutlich früher als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Universität Tübingen. Im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten sie die entsprechende Studie. Untersucht wurden Fossilienfunde aus einer Tongrube im Landkreis Ostallgäu. Dabei entdeckten die Wissenschaftler eine bisher unbekannte Affenart, die sich vor fast zwölf Millionen Jahren sowohl kletternd als auch auf zwei Beinen fortbewegen konnte. Da sich die Knochenfunde über den gesamten Körperbau verteilten, könnten Aussagen sowohl zu Handgelenk und Ellenbogen, als auch zum Knie und zur Hüfte gemacht werden, erläuterte die Leiterin des Forscherteams, Madelaine Böhme. "In den Gelenken und in dem gesamten Skelett außerhalb des Schädels, da stecken die Merkmale drin, die uns vom Menschenaffen unterscheiden", so die Paläontologin der Universität Tübingen gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Der aufrechte Gang gilt als zentrales Merkmal des modernen Menschen.

Burg Shuri in Japan soll wieder aufgebaut werden

Japan will die in der vergangenen Woche abgebrannte Burg Shuri wieder aufbauen. Regierungschef Abe hat persönlich dazu aufgerufen. Die auf der Pazifikinsel Okinawa gelegene Burg gehörte seit dem Jahr 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurde vermutlich durch einen Kurzschluss komplett zerstört. Eine Arbeitsgruppe soll sich nun mit weiteren Schritten des Aufbaus befassen und das nötige Geld beschaffen. Erste Schätzungen gehen von umgerechnet rund 60 Millionen Euro für einen Teil des Gebäudes aus. Durch einen Spendenaufruf sind schon jetzt drei Millionen zusammengekommen.

Londoner Theater nach Deckeneinsturz geräumt

In einem Theater im Londoner West End ist teilweise die Decke eingestürzt. Dabei wurden im Piccadilly Theatre mehrere Menschen leicht verletzt, wie Scotland Yard per Twitter mitteilte. Feuerwehr und Rettungskräfte waren im Einsatz. Das Theater wurde komplett geräumt. Der Verkehr musste teilweise umgeleitet werden. Auf dem Spielplan des Theaters stand laut Website das Drama "Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller.

Nachlass von Doris Day kommt unter den Hammer

Der Nachlass der US-Schauspielerin und Sängerin Doris Day soll im nächsten April versteigert werden. Wie ein Auktionshaus im kalifornischen Beverly Hills mitteilte, gehören dazu vier Golden-Globe-Trophäen und hunderte Andenken des Hollywood-Stars. Der Erlös aus der Versteigerung soll einer von ihr gegründeten Tierschutz-Stiftung zugute kommen. Day war im Mai in ihrem Haus in Kalifornien mit 97 Jahren gestorben.

Fledermäuse stoppen Baustart des Einheitsdenkmals

Der Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ist vorerst gestoppt. Grund sind auf der Roten Liste stehende Fledermäuse, die bereits ihr Winterquartier im Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Humboldt-Forum bezogen haben. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz lehnte einen Antrag des Bundes und des ausführenden Büros Milla & Partner auf eine Ausnahmegenehmigung ab. Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland, der gegen die Ausnahmegenehmigung geklagt hatte, ist ein Baubeginn vor Mai 2020 damit nicht mehr möglich. Laut Nabu sind aber bisher weder ein ausreichendes Ersatzquartier noch alternative Brutplätze für die Fledermäuse geschaffen worden. Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben.

Kinderhörspielpreis für Stück von Angela Gerrits

Der Deutsche Kinderhörspielpreis geht in diesem Jahr an das Hörspiel "Eineinhalb Wunder und ein Spatz". Die Autorin Angela Gerrits lasse äußerst bedachtsam Aspekte wie Fremdenfeindlichkeit und falsche Autoritäten in ihr Hörspiel über die Freundschaft von zwei elfjährigen Jungen einfließen, gab die Filmstiftung NRW das Urteil der Jury wieder. Es greife aktuelle Migrationsfragen ebenso nachvollziehbar auf der Alltagsebene auf wie die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. "Ein Hörspiel mit klarer Haltung zum Wert der Freundschaft und zum Mut, dem eigenen Verstand zu folgen." Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für die Produktion von Hessischem Rundfunk und Deutschlandfunk Kultur wird am Samstag auf den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe vergeben.

Die Regisseurin Cornelia Crombholz ist gestorben

Die Regisseurin Cornelia Crombholz ist tot. Das schreibt die österreichische Kleine Zeitung in einem Nachruf. Auch das Schauspielhaus Magdeburg bestätigte den Tod der Regisseurin. Nach ihrer Ausbildung zur Schauspielerin an der Konrad-Wolf-Hochschule in Potsdam und einem Regiestudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien war sie 13 Jahre am Schauspielhaus Graz als Regisseurin engagiert. Nach Stationen in Rostock und Heidelberg wirkte sie ab 2014 als Schauspieldirektorin am Theater Magdeburg. Dort hatte sie 2011 mit Leoš Janáčeks "Jenufa" auch ihr Debüt als Opernregisseurin gegeben. In ihrer Zeit als Schauspieldirektorin in Magdeburg wurde das Theater mehrfach ausgezeichnet, u.a. von der Zeitschrift Die Deutsche Bühne als "Bestes Theater abseits der Zentren". Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit als Regisseurin waren auch internationale Kooperationen, unter anderem in Rumänien, Malta und in der Ukraine. 2016 kuratierte sie das Theaterfestival "Wilder Osten. Ereignis Ukraine" in Magdeburg. Cornelia Crombholz starb im Alter von 52 Jahren.

Putin fordert russische Alternative zu Wikipedia

Russland soll nach Auffassung von Kremlchef Wladimir Putin eine eigene Alternative zum Online-Lexikon Wikipedia bekommen. Es sei besser, Wikipedia durch eine neue, große russische Enzyklopädie zu ersetzen, sagte der Präsident nach Angaben der Agentur Ria Nowosti. "Das werden dann verlässliche Informationen sein - präsentiert in einer guten, modernen Form." Die Regierung will dafür den Angaben nach bis 2022 umgerechnet 24 Millionen Euro bereitstellen. Erst vor kurzem war ein umstrittenes Gesetz für ein eigenständiges Internet unter kompletter Staatskontrolle in Kraft getreten. Kritiker sehen es als einen Vorwand für eine Ausweitung der politischen Kontrolle in Russland.

Beethovens Fünfte Sinfonie zum Mauerfalljubiläum

Die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim spielen anlässlich des 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls Beethovens 5. Sinfonie am Brandenburger Tor. Das Konzert ist Teil eines Bühnenprogramms am Abend des 9. Novembers, die den Höhepunkt der Festivalwoche "30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall" bildet, die bis zum 10. November an sieben Orten in ganz Berlin stattfindet. Das Bühnenprogramm, eine rund zweistündige Inszenierung, erzählt von einem Teil der deutschen Freiheitsgeschichte und wird getragen von musikalischen Beiträgen, Schauspiel- und Lichtdarbietungen sowie den Beiträgen zahlreicher Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Begleitend zum Auftritt der Staatskapelle Berlin wird historisches Bild- und Filmmaterial gezeigt, in dessen Verlauf ein zeitgeschichtlicher Bogen gespannt wird: vom Bau der Mauer über die Zeit der Teilung Deutschlands bis hin zum Mauerfall.

Michael Sagmeister wird mit Jazzpreis ausgezeichnet

Der Frankfurter Gitarrist Michael Sagmeister wird mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet. Sagmeister zähle zu den renommiertesten Jazz- und Fusion-Gitarristen der Gegenwart und gelte als einer der führenden zeitgenössischen Musiker seines Genres weltweit, teilte die hessische Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) zur Begründung mit. Sagmeister sei ein faszinierender Musiker und begeistere nicht nur mit seinem virtuosen, ideenreichen Gitarrenspiel, sondern wirke auch als überzeugter Pädagoge und Vermittler. Sagmeister wurde 1959 in Frankfurt am Main geboren und hat mit den bedeutendsten Jazzmusikern der Welt zusammengearbeitet. Er hat mehr als 30 Schallplatten und CDs produziert. Seit 1999 ist er Professor für Jazzgitarre an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Der Preis wird ihm am Freitag im Theater Rüsselsheim verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Karlspreis sucht herausragende Jugendprojekte

Die Karlspreisstiftung und das Europäische Parlament suchen wieder herausragende europäische Jugendprojekte, die zur europäischen und internationalen Verständigung beitragen. Bis zum 31. Januar können sich junge Menschen einzeln oder in Gruppen um den Europäischen Jugendkarlspreis 2020 bewerben, wie das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Berlin ankündigte. Der Wettbewerb richtet sich an 16- bis 30-Jährige in allen EU-Mitgliedstaaten, die sich zum Beispiel für die Organisation von Jugendveranstaltungen in den Bereichen Sport, Kunst und Kultur oder für Jugendaustausch- oder Internetprojekte mit europäischer Dimension engagieren. Aus allen eingereichten Projekten werden dann 28 nationale Gewinner gewählt. Aus diesen wählt anschließend eine europäische Jury den europaweit besten Beitrag. Der Jugendkarlspreis wird in diesem Jahr bereits zum 13. Mal ausgeschrieben. Die Preisverleihung wird am 19. Mai in Aachen stattfinden.

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