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Breitband | Beitrag vom 04.10.2014

Medien und MeinungenTrauriger Zensur-Rekord, neuer Ärger mit Google

Die Medien und Meinungen vom 4. Oktober 2014

Wir googeln uns heute durch die Medien und Meinungen: Der Konzern hat Ärger mit den deutschen Verlagen und dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Außerdem: Der chinesischen Internet-Zensur-Apparat kommt wegen der Proteste in Hongkong mit dem Löschen nicht mehr hinterher.

Google: Neuer Stress mit deutschen Verlegern

Google hat angekündigt, Textschnipsel und Vorschaubilder deutscher Verlage nicht mehr zu verwenden, wenn diese auf ihr Leistungsschutzrecht pochen. In Zukunft sollen beispielsweise von Springer und Burda-Publikationen nur noch verlinkte Überschriften von Artikeln angezeigt werden. Die beiden Verlage werden durch die Verwertungsgesellschaft VG Media vertreten, die das Leistungsschutzrecht für sie gerichtlich durchsetzen will.

Vor dem Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung wolle Google zukünftig auf Artikelausschnitte der Verlage verzichten, die in der VG Media organisiert seien. Für die VG Media sei diese Maßnahme von Google blanke Erpressung, wie die Geschäftsführerin Maren Ruhfus erklärt hat. Der Verzicht müsse für alle Verlage gleichmaßen gelten. Denn Publikationen wie FAZ, Süddeutsche und Spiegel, die jetzt ausführlicher dargestellt werden würden, hätten gegenüber den anderen einen Wettbewerbsvorteil. Maren Ruhfus hofft nun auf das Bundeskartellamt, das gegen die Ungleichbehandlung vorgehen soll.

Grundsätzlich wird das Vorgehen der VG Media im Netz sehr kontrovers und teilweise belustigt diskutiert. So schreibt der Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog zum Beispiel von "Irrsinn". Er und andere halten Googles Schritt nur für konsequent.

Das gesamte Interview mit der Geschäftsführerin von VG Media, Maren Ruhfus gibt es hier:

DOWNLOAD MP3 (06:17 | 5,8MB)


Datenschützer droht Google mit Millionen-Bußgeld

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat bei einer Strafandrohung von einer Million Euro eine Anordnung gegen den Konzern erlassen. Google gehe aus Sicht des Datenschutzbeauftragten zu weit bei der Verknüpfung der Daten der Nutzer seiner Dienste wie Youtube, der Suchmaschine oder Gmail. Dadurch würden nahezu umfassende Persönlichkeitsprofile entstehen, die fast alles über Interessen, Gewohnheiten und Lebensweisen verrieten.

Google müsse dem Nutzer vorab die Möglichkeit geben, seine Einwilligung zu erteilen beziehungsweise bei bestimmten Daten solle der Nutzer zumindest die Möglichkeit haben, einen Widerspruch zu formulieren, sagte Johannes Caspar. Er baut darauf, dass Google seine Anordnung umsetzt, da sie schließlich auch auf Vorgaben europäischen Rechts fuße. Daher sei es im Interesse des Konzerns sich daran zu halten.

Was das Zwangsgeld von einer Million Euro angeht, da sind sich viele Kommentatoren im Netz einig: Das seien Peanuts für den Konzern und keine wirkliche Strafe.

Das Interview mit dem Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar in voller Länge:

DOWNLOAD MP3 (12:02 | 11,0MB)


Chinesische Zensurbehörde stellt Rekord im Löschen auf

Chinesische Zensoren haben so viele Beiträge aus dem Netz gelöscht, wie noch niemals zuvor. Hintergrund sind die sogenannten "Regenschirm-Proteste" von Studenten in Hongkong, die mehr Demokratie fordern. Jede Nachricht über die Proteste soll entfernt worden sein. Das berichtet unter anderem »Der Standard« aus Österreich in seiner Online Ausgabe.

Die Medien und Meinungen hat diese Woche Tim Wiese zusammengestellt.

Bild: Internet censorship in Slovak republic von opensource.com, CC BY-SA auf Flickr

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