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Breitband | Beitrag vom 18.10.2014

Medien und MeinungenSnowdenfilm, Sicherheitslücken und ein Geburtstag

Die Meldungen am 18.10.2014

Die Meldungen der Woche hat Marcus Richter dabei:

Der US-Journalist Glenn Greenwald hat diese Woche einen Kurzvortrag über Privatsphäre gehalten und festgestellt: "Massenüberwachung erschafft ein Gefängnis für die Seele". Er begleitet Edward Snowden seit Beginn dessen NSA-Enthüllungen - ebenso wie die Dokumentarfilmerin Laura Poitras. Ihr Film "Citizenfour" feierte nun auf dem New York Film Festival Premiere. Snowden hat eigentlich immer wieder gesagt, nicht er, sondern die Leaks sollen im Mittelpunkt stehen. Doch der Film ist Premierenberichten zufolge trotzdem ein persönliches Portrait des Menschen Edward Snowden geworden. So erfährt man, dass Snowdens Freundin mit ihm in Moskau ist - und es wird angedeutet, dass es noch einen anderen Whistleblower bei der NSA gibt. In New York gab es Standing Ovations, "Citizenfour" kommt ab 6. November in deutsche Kinos. Doch es gibt auch Kritik: Der renommierte Sicherheitsexperte Bruce Schneier beklagt dabei jedoch in einem einen Artikel, die Snowden-Daten würden nur von Leuten gelesen werden, die nach "Storys" suchen, aber die technische Analyse werde dabei völlig außer acht gelassen.

Von großen Enthüllungen zu einer konkreten Sicherheitslücke: "Poodle" wurde in den vergangenen Tagen öffentlich gemacht. Dahinter verbirgt sich ein Angriff auf sichere Webverbindungen. Dies ist vor allem eine lehrreiche Lektion für User, die "https" benutzen und darauf vertrauen, dass dann alles sicher ist. Was nämlich viele nicht wissen: Hinter dieser Verschlüsselung, die wir eben als "https" im Browser kennen, steckt nicht eine bestimmte solide Technik - für verschlüsselten Datenverkehr gibt es viele verschiedene Protokolle, neue und alte. Die Sicherheitslücke beruht darauf, dass ein Angreifer verschlüsselte Web-Verbindungen auf eine alte Version zurückwerfen kann, um dann dort eine Sicherheitslücke auszunutzen. Glücklicherweise kann man weitestgehend verhindern, dass das passiert, beim IT-Nachrichtenportal heise gibt es dazu eine ausführliche Anleitung.

Zum Schluss noch ein runder Geburtstag: Das Blog Netzpolitik berichtet seit zehn Jahren über politische und gesellschaftliche Entwicklungen und Verfehlungen, die erst durch das Netz möglich wurden. Am 17. Oktober wurde das mit einer eintägigen Konferenz gefeiert. Trotz der Feierlichkeiten gab es natürlich jede Menge Artikel. Unter anderem rügte Gründer und Chef Markus Beckedahl den Umgang von des EU-Politikers Andrus Ansip mit Twitter. Dieser ist potentieller Vizepräsident für Digitales der EU-Kommission und beantwortete nun Nutzerfragen auf Twitter: 127 Tweets wurden in einer Stunde geschrieben. Aber Markus Beckedahl waren die Aussagen zu schwammig  - wie viele Politiker versuche Ansip mit 140 Zeichen viel zu sagen, aber keinen Inhalt zu liefern, bemängelte er. Ansip bekam trotzdem Lob und genau darin sieht Beckedahl die Gefahr: Dass allein die Tatsache, dass Politiker auf Twitter sind, den Ruf verbessert - aber nicht mehr auf die Inhalte geschaut wird. Twitter könnte also quasi vom Medium zum Feigenblatt der transparenten Kommunikation mit Wählern werden. Das vollständige Interview mit Markus Beckedahl kann hier nachgehört werden:

[Audio anhören]



 

Foto: "KDKotka approves" von Mace Ojala, CC BY-SA 2.0

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