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Breitband | Beitrag vom 11.04.2015

Medien und MeinungenSchwarze Bildschirme und Uhren-Unruhe

Die Medien und Meinungen am 11. April 2015

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Die wichtigsten Meldungen rund um das Thema Medien und Netzwelt hat in dieser Woche Teresa Sickert gefiltert:

Hackerangriff auf TV5 Monde

Der Anschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo ist noch gar nicht so lange her, da wird am vergangenen Mittwoch gegen 22 Uhr ein Medienhaus in Frankreich erneut Ziel eines Angriffs. Im Gegensatz zum Attentat in Paris Anfang Januar, wo in der Charlie-Hebdo-Redaktion zwölf Menschen getötet wurden, handelte es sich in dieser Woche um einen Cyberangriff. Ziel war der französische Fernsehsender TV5 Monde. Hacker hatten Sender, Webseite und Social-Media-Accounts von TV5 Monde gekapert. Statt Fernsehprogramm blieben die Bildschirme schwarz. In den sozialen Netzwerken war Propaganda für die dschihadistische Terrororganisation Islamischer Staat geschaltet. Unter anderem war dort "Je suis IS" zu lesen, als Anspielung auf die Sympathie-Bekundung "Je suis Charlie" nach dem Hebdo-Attentat. Die Hacker veröffentlichten außerdem Drohungen gegen französische Soldaten, die sich im Kampf gegen der IS-Terror engagieren. In einem Tweet verurteilte der französische Premier Manuel Valls am Donnerstag diesen schweren Schlag gegen die Meinungsfreiheit:

https://twitter.com/manuelvalls/status/586058032179720193

Übersetzung: "Der Angriff auf das Netzwerk von TV5MONDE ist eine inakzeptable Verletzung der Informations- und Meinungsfreiheit. Die Redaktion hat unsere volle Unterstützung."

Als Reaktion hatte TV5 Monde die Webseite vorübergehend vom Netz genommen, das Live-Programm unterbrochen und stattdessen aufgezeichnete Sendungen ausgestrahlt. Am Donnerstagmorgen waren die Propagandaposts von Facebook und Twitter wieder verschwunden.

Ob hinter dem Angriff tatsächlich Anhänger der IS-Terrormiliz stecken ist weiterhin unklar. Einige Terror- und Sicherheitsexperten sprechen aber davon, dass von langer Hand geplante Cyberattacken dieser Art nicht in das Profil des Islamischen Staates passen. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass die Ermittlungen zu dem Hackerangriff bereits im Gange seien. Außerdem kündigte er an, die Geheimdienste zu verstärken und die Kriminalpolizei technisch aufzurüsten. Der französische Cyberexperte Gilles Babinet von der Europäischen Kommission sagte gegenüber der ARD, dass er einen Ausbau der geheimdienstlichen Tätigkeiten nicht für notwendig hält. Eher müssten die Unternehmen aufrüsten:

"Wir befinden uns in einem neuen wirtschaftlichen und industriellen Zeitalter, wo die Sicherheit sehr wichtig ist und man hat im Sender einfach zu wenig in die Sicherheit investiert."

Dass Babinet damit Recht haben könnte, zeigte am Donnerstag ein Fernsehinterview mit dem TV5 Monde-Journalisten David Delos gegenüber dem französischen Nachrichtensender France TV Info. Im Hintergrund waren ausgedruckte Passwörter an den Redaktionswänden zu sehen. Zuvor hatte die Online-Chefin des Senders, Hélène Zemmour, beteuert, TV 5 Monde hätte sich stets um die Sicherheit bemüht.

Vorbestellungen und erste Tests von Apple Watch

Die Smartwatch von Apple kann in den Stores zwar noch nicht gekauft, aber dafür schon ausprobiert werden. Für echte Fans war das wohl ein Pflichttermin. Zum Verkaufsstart am 24. April wird es wahrscheinlich keine langen Schlangen geben. Denn vorbestellte Apple Watches werden direkt nach Hause geliefert. Allerdings müssen Kunden, die selbst am Freitag direkt online über Itunes vorbestellt haben, sich noch vier bis sechs Wochen gedulden, bis Apples Smartwatch bei Ihnen im Briefkasten landet. Da es diesmal aufgrund der Verkaufsstrategie keine Schlangen gibt und Apple bislang keine Zahlen veröffentlicht hat, ist nur schwer einzuschätzen, wie groß die Nachfrage ist.

Vielleicht ist das auch ein ganz schlauer Zug, denn die Techblogs sind sich zumindest einig, dass die Apple Watch nur eine nette und vor allem teure Spielerei ist, die eigentlich niemand braucht. Interessant ist auch, dass jetzt zum Marktstart Gerüchte aufgetaucht sind, dass Google an einer Companion App für seine eigenen Smartwatches arbeitet, die es möglich macht auch iOS-Benachrichtigungen anzuzeigen. Dann könnten iPhone-Nutzer auf die nur etwa halb so teuren Android-Uhren ausweichen. Denn eine Apple Watch kostet selbst in der günstigsten Ausführung knapp 400 Euro.

Bild: Watch Gears: Golden von KellarW auf Flickr, CC BY

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