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Breitband | Beitrag vom 22.11.2014

Medien und MeinungenSchotten dicht!

Die Medien und Meinungen vom 22.11.2014

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Über Medien und Meinungen sprechen wir in dieser Woche mit Tim Wiese. Unsere Themen:

China weitet Internetsperren aus

China hat in dieser Woche zu einer großen Welt-Internetkonferenz unter dem Motto »Eine vernetzte Welt, geteilt und regiert von allen« eingeladen. Gleichzeitig sperrt das Land die Welt über das Internet aber aus. Die Teilnehmer der Konferenz tauschten sich über Themen wie Netzsicherheit, Mobilität und eBusiness aus und berichteten, dass sie tatsächlich zwei Tage lang sonst blockierte Seiten wie Twitter und Facebook nutzen konnten. Grundsätzlich aber hat das Land im Vorfeld der Konferenz seine Internetsperren massiv ausgeweitet.

Betroffen sind zum Beispiel die Cloud-Dienste der US-Firma Edgecast, die kaum oder gar nicht mehr verfügbar sind. Die Zensurexperten von der Plattform greatfire.org sprechen von einem Versuch Chinas, sich vom globalen Internet abzuschneiden. Das passt in das Bild, das Jeremy Goldkorn im Deutschlandradio Kultur gezeichnet hat: Der Gründer des Mediendienstes Danwei beobachtet die Entwicklung des chinesischen Netzes seit Jahren und beschreibt, dass die Zensur Schlag auf Schlag voranschreitet.

Vodafone-Tochter soll Geheimdienste unterstützt haben

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat ein Unterseekabelbetreiber, der seit zwei Jahren zum Vodafone-Konzern gehört, dem britischen Geheimdiensts GCHQ und seinem amerikanischen Partnerdienst NSA beim Ausspähen des Datenverkehrs im Internet unterstützt. Die Firma Cable & Wireless soll dem GCHQ behilflich gewesen sein, Daten aus ihren Leitungen abzusaugen und auf Kabel anderer Unternehmen zuzugreifen. Das habe die Auswertung der Unterlagen von Edward Snowden ergeben. Zudem gab es Hinweise darauf, dass die Firma für die Unterstützung des Geheimdienstes Geldbeträge in Millionenhöhe kassiert hat.

Vodafone beteuert, dass es den Geheimdiensten keinen Zugriff auf die Daten seiner Kunden ermöglichen würde. So ganz überzeugt davon scheint das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nicht zu sein. Einem geheimen Dokument zufolge, sei kein eindeutiger Schluss möglich, ob das Ausleiten von Daten bei Vodafone unterbleibe. Der Konzern bezeichnet diese Einschätzung als nicht nachvollziehbar.

Google verkauft werbefreie Seiten

Ein neuer Dienst namens Google Contributor bietet werbefreie Seiten an. Gegen eine Gebühr von ein bis drei Dollar im Monat wird den Nutzern auf Seiten, die sie besuchen, keine Werbung angezeigt. Die Einnahmen teilt Google unter den Seiten auf, auf denen die User die Werbung über Contributor ausschalten.

Allerdings werden nur die Anzeigen ausgeblendet, die auch von Google verwaltet werden. Bislang überstüzten nur wenige Portale den Dienst. Wann der Contributor nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

Firefox wechselt zu Yahoo

In seinem Kerngeschäft "Suchmaschine" hatte das Google in dieser Woche jedoch einen Rückschlag wegzustecken: Firefox will in Zukunft die Yahoo-Suchmaschine in den USA als Standard einstellen.

Bild: Curtain von Eric Martin auf Flickr, CC BY

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