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Breitband | Beitrag vom 14.02.2015

Medien und MeinungenLiebesbrief mit Beigeschmack

Die Meldungen der Woche am 14.02.2015

Zum Lieblingstag aller Blumenhändler, dem Valentinstag, gibt es die Meldungen der Woche in einer Spezialausgabe. Denn Tim Wiese hat einen Liebesbrief geschrieben - an einige Internetfirmen:

"Liebe Internetfirmen,
diese Zeilen zum Valentinstag heute schreibe ich lieber auf Papier. Nur zur Sicherheit. Ich sorge mich, dass der Inhalt nicht vertraulich bleibt.
Diese Woche war ja Safer Internet Day. Christoph Meinel vom Hasso-Plattner-Institut bietet deswegen zum Beispiel extra einen kostenlosen zweiwöchigen Onlinekurs an. Thema Sichere E-Mail.
Vorsicht beim Internetverkehr. Schon verstanden. Schließlich leben wir in einer offenen Beziehung und verkehren mit mehreren Anbietern.
Nur: Wir Anwender können noch so aufpassen,wenn Ihr - liebe Internetfirmen - Euren Job nicht macht, hilft das gar nichts!

Hier nur drei Beispiele aus den vergangenen Tagen.
Wieder mal keine Rosen haben die Verantwortlichen von WhatsApp verdient. Angeblich kann man seinen Online-Status bei dem Messenger verbergen. Aber denkste. Man braucht nur die Telefonnummer irgendeines beliebigen WhatsApp-Nutzers, um herauszufinden, ob der online war oder nicht. Schon im Dezember haben Forscher der Universität Erlangen Nürnberg auf eine entsprechende Sicherheitslücke bei dem Messenger hingewiesen.Und was tut ihr, liebe Verantwortlich bei WhatsApp. Nichts! Jetzt hat sich das Problem verschärft. "WhatsSpy" heißt ein Programm, das im Netz kursiert. Es reicht aus, die Software auf einem Mini-Server zu installieren. Und schon bekommt man im Überblick: Wann ein bestimmter User sein Profilbild und seinen Statusmeldungen geändert hat und wann er online war.

Nichts Böses ahnen auch Millionen Kunden von Onlineshops. Ihre Daten standen völlig ungeschützt im Netz. Darunter Adressen und Kreditkartennummern. Das haben Studenten der Universität des Saarlands rausgefunden. Die drei entdeckten ein Leck in Datenbanken des Typs MongoDB, die von vielen Online-Shops weltweit verwendet werden. Das Bemerkenswerte: Gerade wenn sich die Shopbetreiber genau an die Installationsanleitung der Datenbank gehalten hätten, wäre es zu der Sicherheitslücke gekommen und jeder hätte zugreifen können.

Ist das mein Auto, das da gerade an mir vorbei fährt? Bis vor kurzem anscheinend eine nicht ganz unberechtigte Frage für BMW-Besitzer. Gerade erst hat nämlich ein Experte im Auftrag des ADAC das Online-System ConnectedDrive der nicht ganz günstigen Autos gehackt. So war es wohl ohne Probleme möglich, dass Unbefugte die Wagen entriegeln.
Mittlerweile hat das Computermagazin CT Details über die für BMW sehr peinlichen Sicherheitslücken veröffentlicht. So hat zum Beispiel das System dem Hacker die benötigen Informationen zum Öffnen der Tür selber verraten. Außerdem seien Verschlüsselungsverfahren längst überholt gewesen. Blöd auch, dass wohl bei allen Fahrzeugen die gleichen Sicherheits-Schlüssel zum Einsatz kamen.

Liebe Unternehmen, wenn Ihr zum Valentinstag auch mal wieder etwas Liebes von mir lesen wollt, dann investiert in die Sicherheit unserer Beziehung.
Kann ja nicht sein, dass das nur so eine einseitige Veranstaltung ist.

Euer Tim"

Foto: "Flowers-104-060" von artvintage2800s.etsy.com, CC BY 2.0

 

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