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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 1. September 2018

Medien: NBC wollte Vorwürfe gegen Weinstein vertuschen

US-Sender soll Recherchen von Journalist Ronan Farrow behindert haben

Der US-Fernsehsender NBC News soll Medienberichten zufolge versucht haben, die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein zu vertuschen. Wie die "New York Times" und das Nachrichtenportal "The Daily Beast" berichteten, versuchte der Sender Recherchen des Journalisten Ronan Farrow und des Produzenten Rich McHugh zu stoppen. McHugh sagte der "NYT", er habe nach monatelangen Recherchen die Anweisung bekommen, kein Interview mit einem mutmaßlichen Weinstein-Opfer zu führen. "Drei Tage bevor Ronan und ich nach Los Angeles fliegen wollten, um eine Frau zu interviewen, die Weinstein glaubhaft der Vergewaltigung beschuldigte, wurde ich angewiesen, aufzuhören, diese Frau nicht zu interviewen und die ganze Geschichte fallenzulassen", sagte McHugh, der NBC Mitte August verlassen hat. Die Anweisung kam demnach aus der Chefetage des Senders. Wie "The Daily Beast" berichtete, wurde NBC von Weinsteins Anwälten unter Druck gesetzt. Der Sender drohte Farrow demnach damit, seinen guten Ruf zu ruinieren, sollte er seine Recherchen zu Weinstein vorantreiben. Farrow veröffentlicht die Geschichte schließlich im "New Yorker".

Ägypten: Umstrittenes Social-Media-Gesetz ratifiziert

Amnesty International kritisiert das Gesetz

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat ein umstrittenes Gesetz zur Regulierung sozialer Netzwerke ratifiziert. Künftig werden dadurch Social-Media-Konten mit mehr als 5000 Followern von der staatlichen Medienaufsicht überwacht. Die Aufsicht kann sie blockieren, wenn sie entdeckt, dass auf den Konten Falschmeldungen verbreitet werden. Al-Sisis Führung argumentiert, mit dem im ägyptischen Amtsblatt veröffentlichten Gesetz gegen Fake News vorzugehen. Im August hatte Al-Sisi ein Gesetz gegen Cyberkriminalität genehmigt, durch das die ägyptischen Behörden Webseiten blockieren dürfen, die Inhalte veröffentlichen, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit betrachtet werden. Amnesty International hatte beide Gesetze bereits im Juli kritisiert und dabei angeführt, dass sie dem ägyptischen Staat beinahe die vollständige Kontrolle über Print-, Online- und Rundfunkmedien gäben.

MDR: "Attacke" auf Fernsehteam in Chemnitz

Polizei ermittelt

Die Chemnitzer Polizei ermittelt nach der Anzeige eines MDR-Teams zu einem Vorfall in einer Privatwohnung am Rande der Demonstrationen. "Vorfall mit einem MDR-Team in einer Privatwohnung. "Wir haben eine Anzeige aufgenommen und ermitteln", twitterte die Polizei. Zu Details konnte eine Sprecherin noch nichts sagen. Der Sender selbst sprach von einer "Attacke" und einem Angriff auf zwei erfahrene Reporter, wobei einer verletzt wurde. In einem Video, das der Sender per Twitter teilte, erzählt einer der Journalisten, dass die Reporter bei Anwohnern geklingelt und gefragt hätten, ob sie vom Balkon aus filmen dürften. "Nein, kein Problem, kommt hoch", schildert André Berthold von "MDR aktuell" in dem Video die Situation. Ein Jugendlicher habe die Tür geöffnet und den Weg zum Balkon gewiesen, sie hätten Aufnahmen gemacht. Laut MDR hatten sich die Kollegen auch ordnungsgemäß vorgestellt. "Plötzlich stand ein Mann hinter uns, sehr kräftig, hat uns von hinten am Schlafittchen gepackt und rausgezogen, die Kamera aus der Hand geschlagen und einen Kollegen die Treppe runtergestoßen", schilderte er den Hergang. Der Kollege sei stark an der Hand verletzt und habe auch eine Beule, die Kamera sei kaputt. "Der Vorfall mit dem Kamera-Team des MDR wird durch die Polizei untersucht. Eine Einordnung ist bis zur endgültigen Prüfung nicht möglich", twitterte der MDR.

Aachener Friedenspreis vergeben

Satire-Aktionen und Menschenrechtler ausgezeichnet

Der Aachener Friedenspreis ehrt in diesem Jahr Friedensarbeit in Kolumbien und Satire-Aktionen gegen Rüstungskonzerne und soziale Missstände. Die jeweils mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde an die kolumbianische Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation "Concern Universal Colombia" und das Berliner Aktivistenkollektiv "Peng!" verliehen. "Peng!" verstehe es auf originelle Weise, "mit seinen satirischen, subversiven und grenzüberschreitenden Aktionen den Finger in die Wunde zu legen und uns die Verflechtungen zwischen der globalen und der lokalen Ebene zu erklären", sagte Christoph Kriescher, Vorstandsmitglied des Aachener Friedenspreis-Vereins, bei der Preisverleihung in der Aachener Aula Carolina. Die Gründer von "Concern Universal Colombia", Siobhan McGee und Jaime Bernal-Gonzales, würdigte er für ihren Einsatz für Frieden und Menschenrechte in Kolumbien. Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen verliehen, die sich in ihrem Umfeld für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Die Preisverleihung ist traditionell am Antikriegstag am 1. September.

Neues Album: Eminem kritisiert Trump

Eminems zehntes Werk "Kamikaze" ohne Ankündigung veröffentlicht

Der US-Rapper Eminem hat überraschend ein neues Album herausgebracht. Ohne vorherige Ankündigung veröffentlichte der Musiker am sein zehntes Soloalbum "Kamikaze". Das Album wurde von seinem langjährigen Freund Dr. Dre produziert. Darauf teilt Eminem gegen seine Lieblingsgegner aus: Kritiker, andere Rapper und US-Präsident Donald Trump. In der mit Schimpfwörtern gespickten Einleitung des Albums erklärt der Rapper, er wolle "der Welt in ihr verdammtes Gesicht schlagen". Das Albumcover zeigt ein Flugzeug, dass in einen Berg fliegt - eine Hommage an das Album "Licensed to Ill" der Beastie Boys aus dem Jahr 1986. Eminems letztes Album "Revival" von vor acht Monaten war von Kritikern verrissen worden und verkaufte sich von allen seinen Alben bisher am schlechtesten.

Chemnitz will Kulturhauptstadt 2025 werden

Kulturrat: "Die Bewerbung ist eine Chance"

Die Stadt Chemnitz möchte 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Eine Website zur Bewerbung der Stadt beginnt mit dem Satz: "Wenn Chemnitz etwas im Blut liegt, dann sind es Aufbrüche." Diese seien jetzt bitter nötig, sagte Olaf Zimmermann im Deutschlandfunk Kultur. Gerade weil sich nach den Ausschreitungen in Chemnitz nun alle zusammenraufen müssten, stiegen die Chancen für Chemnitz mit der Bewerbung erfolgreich zu sein, so der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates weiter. Die Stadt sei derzeit in einer sehr schwierigen Situation, man müsse einen demokratischen Aufbruch versuchen. Die demokratischen Kräfte - nicht nur in Chemnitz - müssten dringend gestärkt werden, betonte Zimmermann. Vielleicht könnten sich ostdeutsche Städte wie Zittau, Magdeburg und Dresden, die sich ebenfalls als Kulturhauptstadt bewerben wollen, enger zusammenschließen, sagte Zimmermann. 2010 sei das den Städten im Ruhrgebiet erfolgreich gelungen. Die Aufgabe, die es jetzt zu erfüllen gilt, sei keine Aufgabe allein für Chemnitz: "Das ist eine Aufgabe, die wir alle gemeinsam erfüllen müssen."

U2-Sänger Bono verurteilt rechte Gewalt in Chemnitz

Bono: "Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land"

Der Sänger der irischen Rockband U2 hat die rechten Ausschreitungen in Chemnitz scharf kritisiert. "Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land", rief der Sänger beim Konzert der Band am Freitagabend in Berlin. Auf dem riesigen Bühnen-Bildschirm der Mercedes Benz Arena tauchte der Slogan "#wirsindmehr" auf. Die Menge applaudierte und jubelte. Für Montag haben unter dem Hashtag #wirsindmehr unter anderem Kraftklub, die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet zu einem kostenlosen Konzert nach Chemnitz eingeladen - als Gegenprotest zu den rechten Krawallen.

Nach Franklin-Trauerfeier: Bischof entschuldigt sich bei Grande

Er habe er alle Künstler umarmt, sagte Charles H. Ellis III

Nach der Trauerfeier für die verstorbene Soul-Legende Aretha Franklin hat sich der leitende Bischof der Zeremonie für sein Verhalten gegenüber der Sängerin Ariana Grande entschuldigt. Bischof Charles H. Ellis III hatte Grande auf der Bühne begrüßt und dabei auf eine Weise berührt, die Kritik auslöste. Bilder der Szene zeigen, wie Ellis' Hand Grandes Oberkörper seitlich in Brusthöhe umfasst. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP entschuldigte sich der Pastor. "Es wäre nie meine Absicht, die Brust einer Frau zu berühren. Ich glaube, ich habe meinen Arm um sie gelegt", sagte Ellis. "Vielleicht habe ich die Grenze überschritten, vielleicht war ich zu freundschaftlich oder vertraulich, aber noch einmal, ich bitte um Entschuldigung." Während des achtstündigen Gottesdienstes habe er alle Künstler umarmt, sowohl die weiblichen als auch die männlichen. Er habe jedem auf der Bühne die Hand gegeben und umarmt. "Darum geht es in der Kirche. Es geht uns um Liebe." Viele Menschen hatten unter dem Hashtag #RespectAriana Nahaufnahmen der Szene auf Twitter gepostet.

RBB-"Abendschau" feiert 60-jähriges Bestehen

Gesendet wird ab jetzt aus einem neuen 200 Quadratmeter großen Studio

Mit der ersten Sendung aus einem neuen Studio hat die RBB-"Abendschau" ihren 60. Geburtstag gefeiert. Die älteste Sendung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) wird künftig in einem über 200 Quadratmeter großen Raum produziert. Er bietet den Moderatoren deutlich mehr Bewegungsfreiheit, wie der Sender mitteilte. Die allererste "Abendschau" war am 1. September 1958 ausgestrahlt worden. Die Nachrichtensendung für Berlin ist täglich um 19.30 Uhr zu sehen.

Venedig: Stromausfall bei Lady Gagas Schauspiel-Debüt

20 Minuten Dunkelheit bei Prmiere von "A Star is Born"

Nass und laut ist das Schauspiel-Debüt von Popstar Lady Gaga beim Festival von Venedig verlaufen: Ein schweres Gewitter wirbelte die Premiere des Films "A Star is Born" durcheinander. Der Gewittersturm, der über den Lido fegte, brachte Regen und sorgte für einen Stromausfall: Im Premierenkino war es 20 Minuten lang dunkel. Die Sängerin spielt in der Neuverfilmung von "Ein Stern geht auf" aus dem Jahr 1937 eine Frau, die als Sängerin berühmt wird - die Parallelen zur echten Lady Gaga sind unübersehbar.

Kultusministerium ermittelt zu Kircheneinsturz in Rom

Kultusminister: "Wie lässt sich so etwas in Zukunft verhindern?"

Nach dem Einsturz einer Kirche im Herzen Roms will neben der römischen Staatsanwaltschaft auch das italienische Kultusministerium ermitteln. Das kündigte Kultusminister Alberto Bonisoli im Interview der römischen Tagsezeitung "Il Messaggero" an. Ihn interessiere nicht, wer verantwortlich sei, sondern wie sich so etwas künftig verhindern lasse. Um die Schuldigen könne sich die Staatsanwaltschaft kümmern. Er wolle jedoch genau wissen, wie die Kirche gesichert worden sei, welche Arbeiten dort durchgeführt wurden und wer diese kontrolliert habe, so Bonisoli. Die römische Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen wegen möglicher Versäumnisse bei der Instandhaltung aufgenommen. Laut Medienberichten waren Dach und Fassade der Kirche San Giuseppe dei Falegnami erst 2015 im Auftrag des Bistums restauriert worden. Die Einsturzursache ist unterdessen weiter unklar.

Lenny Kravitz eröffnet Gala zum Deutschen Radiopreis

Gala wird von 68 Sendern übertragen

US-Rockstar Lenny Kravitz werde am kommenden Donnerstag zu Beginn und am Ende der Veranstaltung Songs aus seinem noch unveröffentlichten elften Studioalbum "Raise Vibration" singen, sagte Joachim Knuth, Hörfunk-Programmdirektor beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), der Deutschen Presse-Agentur. Der NDR richtet die Verleihung der in elf Kategorien ausgelobten Preise bereits zum neunten Mal federführend aus. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. "Ein Musiker zu sein, Songs aufzunehmen und im Radio zu laufen - davon träumst Du ein Leben lang", sagte Kravitz zur Radiopreis-Einladung. Neben Lenny Kravitz werden Max Giesinger, Revolverheld, Dua Lipa, Namika und Glasperlenspiel vor knapp 1000 Gästen auf der Bühne im Schuppen 52 im Hamburger Hafen stehen. 68 öffentlich-rechtliche und private Sender werden die Gala live übertragen.

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