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Kulturnachrichten

Freitag, 27. November 2020

MDR unterlegt Märchenfilme mit Gebärdensprache

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat mehr als 50 Märchenfilme mit Deutscher Gebärdensprache ausgestattet, teilte der Sender am Donnerstag in Leipzig mit. Sie sollen per Livestream, Smart TV (HbbTV) und über die ARD-Mediathek abrufbar sein. Zum Auftakt werden am Samstag im MDR-Fernsehen "Teuflisches Glück" und "Das kalte Herz" gezeigt. Am Sonntag folgt der Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Auch für "Das Erste" und weitere Partner in der ARD hat der MDR den Angaben nach zahlreiche Märchen mit Gebärdensprache versehen. MDR-Intendantin Karola Wille sagte, sie freue sich sehr, dass das in diesem "für uns alle schweren Jahr" gelungen sei. Gerade jetzt wolle man Programm für alle Menschen machen und besonders nah bei ihnen sein, erklärte die Intendantin.

Usedomer Literaturtage streamen Lesungen

Die vom April auf Dezember verschobenen Usedomer Literaturtage streamen in diesem Jahr ihre hochkarätig besetzten Lesungen über ihren Youtube-Kanal. Zu den Gästen vom 3. bis 5. Dezember gehören die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der neue Usedomer Literaturpreisträger Saša Stanišić, der Dirigent und Musikforscher Peter Gülke und der Historiker Andreas Kossert, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Geplant seien vier moderierte Lesungen, eine länderübergreifende Podiumsdiskussion, ein Schulworkshop und ein Poetry Slam.

Wiener Neujahrskonzert wohl ohne Publikum

Das traditionsreiche Wiener Neujahrskonzert wird im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Pandemie wohl ohne Zuhörer im goldenen Saal des Wiener Musikvereins stattfinden. Das sagte Kulturminister und Vize-Kanzler Werner Kogler der "Tiroler Tageszeitung". Die Wiener Philharmoniker hatten zuletzt betont, zur Not auch vor leeren Rängen zu spielen. Maestro Riccardo Muti (79) soll das Konzert am 1. Januar bereits zum sechsten Mal dirigieren. Die Live-Übertragung wird im Schnitt von rund 50 Millionen Zuschauern in über 90 Ländern verfolgt. In Deutschland ist das Konzert im ZDF zu sehen.

Theater und Orchester rufen zu Aktionstag auf

Theater und Orchester rufen für den kommenden Montag zu einem gemeinsamen Aktionstag auf. Die Künstler wollten damit "ein Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum" senden, hieß es in einem Aufruf der Gruppe der Intendanten und Intendantinnen im Deutschen Bühnenverein. Die Bühnen sind wegen der Corona-Pandemie zurzeit geschlossen. Ab 12 Uhr mittags soll es künstlerische Aktionen mit dem gebotenen Abstand geben, außerdem digitale Aktivitäten und Kampagnen. Videoclips mit Eindrücken von den Aktionen der einzelnen Häuser sollen auch im Internet gezeigt werden.

Humboldt Forum eröffnet wegen Corona nur digital

Das Humboldt Forum in Berlin wird coronabedingt nicht wie geplant am 17. Dezember eröffnet. Stattdessen sind aber ab dem 16. Dezember erste Einblicke in das Gebäude und in die Angebote digital möglich, sagte Generalintendant Dorgerloh. Nach mehrjährigen Bauverzögerungen und deutlichen Kostensteigerungen war bislang für Mitte Dezember zunächst eine Teilöffnung des Humboldt Forums geplant. Sie galt im wesentlichen für die Ausstellungen zur "Geschichte des Ortes" im wiederaufgebauten Stadtschloss der Hohenzollern. Die Eröffnung von Teilen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst sind bislang ab Spätsommer 2021 vorgesehen.

Der Louvre versteigert Date mit der Mona Lisa

Der Louvre veranstaltet eine ungewöhnliche Los-Aktion. Als Preis winkt unter anderem eine exklusive Verabredung mit der Mona Lisa. Dabei kann der oder die Glückliche bei der jährlichen Inspektion des Bildes dabei sein. Dafür wird das Gemälde aus seiner Vitrine geholt, Besucher sind normalerweise nicht zugelassen. Insgesamt werden 24 Lose versteigert, darunter auch Werke zeitgenössischer Künstler, z.B. der deutschen Fotografin Candida Höfer. Die Erlöse kommen den Solidaritäts- und Bildungsprojekten des Louvre zugute sowie dem zukünftigen "Studio" - ein 1150 Quadratmeter großer Raum für künstlerische und kulturelle Bildung für Schulgruppen, Behinderte und Menschen in prekären Lebenssituationen.

400 000 Euro für Ringheiligtum

Das Ringheiligtum Pömmelte bei Magdeburg wird weiter erforscht. Dafür hat der Bund jetzt rund 400 000 Euro Fördergelder bereitgestellt. Der stellvertretende Landesarchäologe und Pressesprecher Alfred Reichenberger sate, damit können jetzt Multimedia-Anwendungen, 3-D-Scans der Funde sowie Apps für Touristen entwickelt werden. Die am Originalplatz 2015 rekonstruierte Anlage habe sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie seien von Januar bis Mai rund 30 000 Menschen nach Pömmelte gekommen. Die Kreisgrabenanlage bei Pömmelte wurde bisherigen Erkenntnissen zufolge vor rund 4350 Jahren errichtet.

Literaturarchiv erwirbt Kafka-Brief

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) hat einen handgeschriebenen Brief des Dichters Franz Kafka an seinen Freund Max Brod gekauft. Der Brief sei bisher dem Archiv als Dauerleihgabe aus dem Privatbesitz Heiner Bastians überlassen gewesen, sagte Archiv-Direktorin Richter in Marbach. Nun habe das Schriftstück zu einem ermäßigten Preis gekauft werden können. In dem auf den 11. September 1922 datierten Brief berichtet Kafka (1885-1924) seinem Freund und Förderer Brod (1884-1968) von Arbeiten an seinem Roman "Das Schloss" und über seine Lebenssituation. Möglich gemacht haben den Erwerb die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Grütters, der Unternehmer Karl Albrecht, die Berthold Leibinger Stiftung und der Freundeskreis des DLA.

Oberrabbiner greift Facebook-Konzern an

Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner spricht sich für mehr Kontrolle über die Sozialen Medien aus. Immer noch ließen diese allzu oft zu, dass Antisemiten im Netz ihren Hass verbreiten könnten, beklagte Pinchas Goldschmidt in einem online veröffentlichten Interview der Reihe "Religion matters" der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Dadurch werde der Grundsatz der Meinungsfreiheit missbraucht, so der Oberrabbiner von Moskau. Antisemiten dürften nicht länger eine Gratisplattform haben, fügte er mit Verweis auf Facebook hinzu. Die Ankündigung des Internetkonzerns, Holocaustleugner zu verbannen, sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. "Aber die müssen noch ein paar Kilometer weitergehen", so Goldschmidt.

ESC für Jugendliche in Warschau

Deutschland tritt zum ersten Mal beim Junior Eurovision Song Contest an, dem ESC für Jugendliche. Am Sonntag findet er in Warschau statt. Der Wettbewerb für 9 bis 14-Jährige existiert seit 2003. Die 13 Jahre alte Susan aus Berlin geht mit dem Song "Stronger with you" ins Rennen gegen 11 junge Talente aus ganz Europa. Susan hatte zuvor eine Castingshow im Fernsehsender KiKa gewonnen. Ursprünglich war für den JESC eine große Show mit Publikum geplant. Coronoa-bedingt haben die Teilnehmerländer Live-Videos der Auftritte eingereicht. Show und Voting sind aber live und werden am im KiKa übertragen und von Bürger Lars Dietrich kommentiert.

24 Millionen Euro für Kultur in Schleswig-Holstein

Der Bund gibt für die Kulturförderung in Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren mehr als 24 Millionen Euro. Zu den Kultureinrichtungen, die besonders gefördert werden, gehören das Kieler Schloss mit 11 Millionen Euro für die Sanierung des Konzertsaals und das Schloss Eutin mit 3 Millionen Euro für Projekte in Schloss, Schlossgarten und Küchengarten. Kulturministerin Prien sagte in Kiel, grundsätzlich seien die Bundesmittel - insbesondere für Sanierung und Ausbau der für das ganze Land wichtigen Museen in Eutin, Molfsee und Meldorf - eine großartige Hilfe und ein gutes Zeichen für die Kultur in Zeiten der Corona-Pandemie.

Banksy-Kunstwerk für 170.000 Euro versteigert

Das Bild "Vogel mit Granate" des Künstlers Banksy ist in den Niederlanden für 170.000 Euro unter den Hammer gekommen. Das 2002 entstandene Kunstwerk sei an einen niederländischen Sammler gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf das Auktionshaus Hessink's in Zwolle. Das Bild stamme aus der Privatsammlung von Jamie Wood, Sohn des legendären Rolling-Stones-Gitarristen Ron Wood, so das Auktionshaus. Auf dem gesprayten Bild ist einer Abbildung von Hessink's zufolge ein Vogel zu sehen, an dessen Schnabel eine Handgranate hängt.

Weltgrößte Auflistung von Pflanzenarten in Leipzig

Leipziger Forscher haben die nach eigenen Angaben weltweit umfangreichste Liste bekannter Pflanzenarten zusammengestellt. Sie enthält rund 1,32 Millionen Namen, gut 351.000 Arten und rund 13.500 Gattungen, teilten die Universität Leipzig und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig mit. Damit sei der Katalog um rund 70.000 Pflanzen- und Unterarten erweitert worden und könnte die bisher für Pflanzenforscher wichtigste Referenzquelle, "The Plant List" des Königlichen Botanischen Gartens Kew in London, ablösen. Die Leipziger Liste sorge zudem für eine viel höhere Zuverlässigkeit und mache Verwechslungen unwahrscheinlicher. Das erhöhe auch die Sicherheit von Forschungsergebnissen.

Bund erhöht Kulturhaushalt auf 2,1 Milliarden Euro

Der Kulturhaushalt des Bundes steigt in Corona-Zeiten deutlich an. Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte weitere 170 Millionen Euro. Damit steht im kommenden Jahr die Rekordsumme von gut 2,1 Milliarden Euro für Kulturausgaben bereit. Zu den mehr als 100 vom Bund geförderten Projekten
gehören das Bayreuther Festspielhaus, die Berliner Urania, das Bauhaus-Archiv, die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025.

Porträtmaler Günter Rittner ist gestorben

Günter Rittner, einer der bedeutendsten deutschen Porträtmaler ist gestorben. Er sei mit 93 Jahren am vergangenen Montag friedlich in einem Münchner Seniorenheim eingeschlafen, teilte sein Sohn mit. Der Künstler hatte Prominente wie Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Walter Scheel oder Franz Josef Strauß gemalt. Ebenso die Bundeskanzler Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger, deren Porträts in der Kanzlergalerie im Kanzleramt hängen. Die erste Regierungschefin, Kanzlerin Merkel, zu porträtieren, sei sein unerfüllter Traum gewesen, erklärte Rittners Sohn. Mehr als tausend Bilder schuf Günter Rittner bis zu seinem Tod, 75 Porträts hat er in dem Bildband "Menschenbilder" veröffentlicht.

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