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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 16. August 2019

MDR sagt Podium mit bekennendem Neonazi ab

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat eine Diskussionsrunde abgesagt, an der ein bekennender Neonazi mit auf dem Podium sitzen sollte. Dabei handelte es sich um AfD-Mitglied und Ordner bei den "Pro Chemnitz"-Protesten Oesterle. Wegen seiner Teilnahme hatten andere Podiumsgäste abgesagt - nach der Vertreterin der Grünen Jugend, Rödel, auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Ludwig. Der MDR erklärte nun, damit sei die Konstellation des Podiums nicht mehr sinnvoll. "Wir bedauern die Absagen sehr, da wir gern den breiten Dialog geführt hätten." Stattdessen kündigte der MDR für den 22. August einen Publikumsdialog in Chemnitz an. Dort soll die Dokumentation "Chemnitz - ein Jahr danach" gezeigt werden. Der Film geht der Frage nach, wie sich das Leben der Menschen in der Stadt nach dem Sommer 2018 verändert hat. Ende August war ein Mann im Streit erstochen worden. Das löste eine Reihe ausländerfeindlicher Proteste aus. Die politische Bewertung wirkte bis in die Bundesregierung und führte zum einstweiligen Ruhestand des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen.

Urteil im Knabenchorstreit stärkt Recht auf Kunstfreiheit

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage eines neunjährigen Mädchens zur Aufnahme in einen Berliner Knabenchor zurückgewiesen. "Die Ausrichtung des Klangbildes eines Chores gehört zur Kunstfreiheit", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Auch sah es das Gericht als erwiesen an, dass es einen "Knabenchorklang" gebe. Die Ablehnung sei insofern nicht an ein biologisches Geschlecht geknüpft.
Bei der Klage, bei der das Recht auf Gleichbehandlung der Geschlechter gegen das Recht der Kunstfreiheit abzuwägen gewesen sei, handele es sich um einen "Pilotfall", hieß es. Dieser werde möglicherweise in höheren Instanzen weiter behandelt. Die Klägerin habe das Recht, Berufung einzulegen.

Erbauer der Dresdner Frauenkirchen-Orgel gestorben

Der Bauer der Dresdner Frauenkirchen-Orgel, Daniel Kern, ist tot. Wie die Stiftung Frauenkirche mitteilte, starb Kern im Alter von 69 Jahren. Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt würdigte dessen Arbeit in Dresden als etwas Besonderes. "Inspiriert durch das versöhnende und friedensstiftende Grundmotiv des Wiederaufbaus der Frauenkirche wollte Daniel Kern mit seinem Instrument eine musikalische, kulturelle und friedliche Brücke bauen." Das sei ihm bravourös gelungen, so Feydt. 2003 beauftragte die Dresdner Stiftung den Orgelbauer aus der Partnerstadt Straßburg mit dem Bau der neuen Frauenkirchenorgel. Das Instrument sollte die Tradition der sächsischen Silbermannorgeln fortschreiben, aber auch den Ansprüchen der modernen Orgelliteratur genügen. Kern schuf ein Instrument mit 4.876 Pfeifen und 68 klingenden Registern, die auf vier Manuale und Pedal verteilt sind. Neben Dresden baute Kern auch Orgeln in Frankfurt, Salzburg, St. Petersburg, Tokio und Paris.

Frühe Skizzen von "Der kleine Prinz" aufgetaucht

Beim Sortieren eines Nachlasses im Schweizerischen Winterthur, haben Fachleute Skizzen vom Autor des "Kleinen Prinzen" Antoine de Saint-Exupéry gefunden. Sie zeigen den kleinen Prinzen mit Fuchs, den Säufer und die Schlange, die einen Elefanten verschluckt hat. Außerdem fanden sie einen Liebesbrief des Autors an seine Frau. Die Skizzen sollen in einem guten Zustand sein, Saint-Exupéry hat sie auf dünnes Luftpostpapier mit Tusche und Aquarellfarben gezeichnet. Vermutlich hat der Autor sie angefertigt, bevor " Der kleine Prinz" 1943 veröffentlicht wurde.

Neues Gutachten entlastet Regisseur Serebrennikow

Im umstrittenen Prozess gegen den Moskauer Starregisseur Kirill Serebrennikow gibt es möglicherweise eine Wende. Eine von der Richterin in Auftrag gegebene zweite Expertise entlastet den Künstler und sein Team vom Vorwurf, staatliche Zuschüsse in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Das teilte Serebrennikows Anwalt heute mit. Das neue Sachverständigen-Gutachten ergab demnach auch, dass Serebrennikows Theaterprojekt deutlich mehr gekostet habe als die bereitgestellten Fördergelder. Die Richterin stellte zudem fest, dass die Umsetzung des Projekts ein bedeutendes kulturelles Ereignis gewesen sei. Die Verteidigung fordert, das aus ihrer Sicht konstruierte Strafverfahren gegen Serebrennikow einzustellen. Die Anklage gegen den zuletzt auch an den Opern in Stuttgart und Hamburg gefeierten Künstler gilt als politisch motiviert.

Schiller-Gedächtnis-Preis geht an Nino Haratischwili

Die aus Georgien stammende Autorin Nino Haratischwili erhält den Schiller-Gedächtnis-Preis 2019. Ihre Werke zeigten "beeindruckend, was Literatur zu leisten vermag, wenn sie sich mit aktuellen gesellschaftlichen Konflikten beschäftigt", kommentiert Baden-Württembergs Kunstministerin Theresia Bauer die Entscheidung der Jury. Die argumentiert, Haratischwilis Werk sei "facettenreich und von einer hohen ästhetischen und sprachlichen Qualität". Die Autorin stelle Fragen, ohne moralisierend zu sein. In ihrem 2014 veröffentlichten Familienepos "Das achte Leben (Für Brilka)" zeige sich Haratischwili als große sprachliche Stilistin. Baden-Württemberg vergibt den Schiller-Gedächtnis-Preis alle drei Jahre. Vorherige Preisträger waren unter anderen Max Frisch, Christa Wolf und Botho Strauß. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Bonds legendärer Aston Martin versteigert

Ein silbergrauer Aston-Martin-Sportwagen, der durch die James-Bond-Filme "Goldfinger" und "Feuerball" weltberühmt wurde, ist für gut 6 Millionen Dollar versteigert worden. Bei der Auktion im kalifornischen Monterey stieg der Preis in nur wenigen Minuten in die Höhe. Über den Käufer wurde zunächst nichts bekannt. Für die 007-Filme war der legendäre Aston Martin DB5 (Baujahr 1965) mit 13 ungewöhnlichen Agenten-Extras als Requisite ausgestattet, darunter ein Schleudersitz und in der Front versteckte Maschinengewehre. Weltweit sind nur noch drei Exemplare der 007-Sonderanfertigungen bekannt.

Gerhard Richter will Kunstwerke nach Berlin geben

Der Künstler Gerhard Richter ist bereit, einige seiner Werke dem geplanten Museum der Moderne in Berlin zur Verfügung zu stellen. Das teilte Kulturstaatsministerin Grütters mit und bezeichnete die Zusage als Vertrauensbeweis und große Ehre für die Nationalgalerie. "Damit wird Gerhard Richters Werk dauerhaft und in einer weltweit renommierten Institution präsentiert, und zwar im Kontext anderer wegweisender Werke des 20. Jahrhunderts." Zuletzt hatte der Künstler ein eigenes Museum in seinem Wohnort Köln abgelehnt. Einen Teil seiner Kunstwerke will der 87-Jährige in seine Geburtsstadt Dresden geben, wo sich das Gerhard-Richter-Archiv befindet. Richter ist der höchstdotierte lebende Maler der Welt. Er gilt als derjenige, der die schon fast totgesagte Malerei in den 60er Jahren neu erfunden hat.

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