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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 24. September 2021

Ralph Dutli mit Deutschem Sprachpreis geehrt

Der Romanautor und Übersetzer Ralph Dutli ist mit dem Deutschen Sprachpreis geehrt worden. Er erhielt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in Wittenberg, wie die Henning-Kaufmann-Stiftung mitteilte. Sie vergibt den Preis zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache. Der Germanist Michael Knoche würdigte den 66jährigen Dutli in seiner Laudatio im Alten Rathaus der Lutherstadt als Sprechkunstvirtuosen, dessen Werke eigentlich alles Hörbücher seien. Preisträger Dutli sagte in seiner Dankesrede, die Henning-Kaufmann-Stiftung habe sich zwar die Pflege der Reinheit der deutschen Sprache zur Aufgabe gemacht, er selbst pflege aber auch die "Unreinheit" der Sprache, wenn er diese dröhnen und Knarzen lasse. Poesie entstehe im Mund. Bekannt wurde der Schweizer Dutli durch die von ihm herausgegebene zehnbändige Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe; zuletzt erschien eine von ihm übersetzte Sammlung der Gedichte von Marina Zwetajewa.

Niederländer für Gemälderaub verurteilt

Ein 59 Jahre alter Niederländer ist wegen des Diebstahls kostbarer Gemälde von Vincent van Gogh und Frans Hals zu acht Jahren Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Mann habe die Bilder im vorigen Jahr aus Museen gestohlen, erklärte das Gericht am Freitag in Lelystad im Nordosten von Amsterdam. Im März 2020 war aus dem Singer-Museum in Laren das Van-Gogh-Bild "Pfarrgarten in Nuenen" (1884) gestohlen worden. Wenige Monate später, im August, wurde aus einem kleinen Museum in Leerdam etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt "Zwei lachende Jungen" (1627) vom holländischen Meister Hals geraubt. "Diese Gemälde sind Teil des nationalen Kulturerbes, sie sind für heutige und künftige Generationen von Bedeutung", so das Gericht. Von beiden sehr wertvollen Werken fehlt jede Spur. Allein der Wert des Frans-Hals-Gemäldes wird vom Gericht auf 16 Millionen Euro beziffert.

Menschliche Präsenz in Amerika schon in der Eiszeit

Uralte menschliche Fußabdrücke zeigen, dass schon vor rund 23.000 Jahren Menschen in Nordamerika lebten - lange vor dem Ende der letzten Eiszeit. Die in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichte Entdeckung belegt, dass der Kontinent weit früher von Menschen besiedelt wurde als bislang vermutet. Menschen hinterließen die Spuren im Schlamm am Ufer eines längst verschwundenen Sees in der Wüste des heutigen White-Sands-Nationalparks im Bundesstaat New Mexico. Später versteinerten die Fußabdrücke durch Sediment-Ablagerungen. Neben den Menschenspuren entdeckten die Forscher auch Spuren von Mammuts, Wölfen und Riesen-Faultieren, die offenbar zeitgleich mit den Menschen an dem See lebten. Als älteste menschliche Spuren in Nordamerika galten bisher jahrzehntelang etwa 13.500 Jahre alte Siedlungs-Überreste in New Mexico.

Sicherheit von Bundestagswahl gewährleistet

Regierungssprecher Steffen Seibert hat mit Verweis auf den Bundeswahlleiter betont, dass die ordnungsgemäße Durchführung der Wahl am Sonntag garantiert sei. "Die Sicherheit der Bundestagswahl ist ein hohes Gut", sagte Seibert in Berlin und betonte, die Briefwahl sei genauso sicher wie die Urnenwahl. Er warnte aber, dass sich jeder in den Sozialen Netzwerken auf Desinformationskampagnen einstellen müsse, bei denen eine politische Absicht mitunter ins Auge steche. Wer Fragen zur Wahl habe, solle sich an den Bundeswahlleiter oder die Bundeszentrale für politische Bildung wenden. Den rund 650.000 Wahlhelfern und Wahlhelferinnen, die ehrenamtlich für einen reibungslosen Ablauf sorgten, dankte Seibert ausdrücklich.

Norwegischer Schriftsteller Kjell Askildsen gestorben

Der norwegische Schriftsteller Kjell Askildsen ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte der norwegische Verlag Oktober am Freitag mit. Askildsen hat im Laufe seiner jahrzehntelangen Schaffenszeit etliche Romane und Novellen geschrieben und gilt mit seinem nüchternen und minimalistischen Stil als einer der größten Schriftsteller der norwegischen Nachkriegszeit. "Er hat einen ganz eigenen Standard für die Novellen- und Prosakunst gesetzt, und es ist ein großer Verlust für die norwegische Literatur und den Verlag Oktober", erklärte Verlagschefin Ingeri Engelstad. Sein Debüt hatte der Norweger 1953 mit "Heretter følger jeg deg helt hjem" (Von nun an begleite ich dich nach Hause) gegeben. Für seine Werke wurde er mehrmals ausgezeichnet, darunter 2009 mit dem Nordischen Preis der Schwedischen Akademie. 2019 kam Askildsens Gesamtwerk übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel auch auf Deutsch heraus.

Kölner Erzbischof Woelki darf im Amt bleiben

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki kann nach einer päpstlichen Prüfung im Amt bleiben. Das teilte die Apostolische Nuntiatur über die Pressestelle der katholischen Deutschen Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mit. Allerdings nehme Woelki auf eigenen Wunsch eine Auszeit von Mitte Oktober bis zu Beginn der Fastenzeit im kommenden Jahr. Anlass der päpstlichen Prüfung war der Umgang der Bistumsleitung mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Ein im März veröffentlichtes Rechtsgutachten wies Woelki persönlich zwar keine Pflichtverletzungen nach, dennoch steht er seit Monaten in der Kritik - vor allem innerhalb seines Erzbistums.

Luxusmarken sollen pelzfrei werden

Die französischen Edelmarken Saint Laurent und Brioni wollen künftig auf Pelz verzichten. Ab der Herbstkollektion 2022 soll bei den Marken Schluss mit dem Material sein, teilte am Freitag der Mutterkonzern Kering mit. Saint Laurent und Brioni sind demnach die letzten beiden Häuser des Konzerns, die Tierpelz verarbeiten. Gucci zum Beispiel hatte bereits 2017 bekannt gegeben, keine Felle mehr verwenden zu wollen. Bei anderen Firmen hatten etwa Marken wie Armani und Hugo Boss Pelz aus ihren Kollektionen verbannt. Die von der Schauspielerin Brigitte Bardot gegründete Tierschutzorganisation FBB sprach von einem starken Signal und forderte den Luxuskonzern LVMH auf, es Kering gleich zu tun.

Rapper und Pianist Danger Dan erhält Kritikerpreis

Der Sänger, Rapper und Pianist Danger Dan ist mit einem der wichtigsten Kritikerpreise der deutschen Musikszene geehrt worden. Der 38-Jährige nahm am Donnerstagabend beim Hamburger Reeperbahn-Festival den "VIA-VUT Indie Award" der unabhängigen Musikbranche als "Bester Act" entgegen. Er hatte im März mit seiner Deutschrap-Band Antilopen Gang den gesellschaftskritischen Song "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" veröffentlicht. Darin attackierte er namentlich, aber im Rahmen des juristisch Erlaubten, Protagonisten der rechten Szene in Deutschland. Weitere Ehrungen des Verbandes Unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) gingen an die bayerische Band The Notwist, an die Kieler Sängerin und Songschreiberin Sofia Portanet sowie an das Berliner Musikunternehmen City Slang.

China beschränkt Computerspiele weiter

Mehr als 200 chinesische Firmen haben sich verpflichtet, stärker gegen Spielsucht vorzugehen. Um Minderjährige besser zu schützen, werde auch über den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software nachgedacht, teilte der regierungsnahe Spieleverband CGIGC mit. Eines der Unternehmen, der Branchenriese Tencent, setzt eine solche Software schon ein. Sie ermöglicht es Eltern zu verhindern, dass ihre Anmeldeinformationen von den Kindern genutzt werden. Bereits Ende August hatte die chinesische Regierung Einschränkungen bei Online-Spielen für Minderjährige angekündigt. Medienberichten zufolge dürfen demnach unter 18-Jährige pro Woche nur noch drei Stunden spielen - und zwar jeden Freitag sowie an Wochenenden und Feiertagen eine Stunde. Die Regierung in Peking begründete die neue Regel mit ihrem Bestreben, der zunehmenden Spielsucht im Land einen Riegel vorschieben zu wollen.

Geraubte Keilschrift-Tafel kehrt zurück

Die USA haben eine geraubte antike Keilschrift-Tafel an den Irak zurückgegeben. Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurde sie bei einer Zeremonie in Washington offiziell übergeben. Die Tafel trägt Zeilen aus dem Gilgamesch-Epos - einer der ältesten überlieferten, schriftlich festgehaltenen Dichtungen der Welt. Das Artefakt soll nach Angaben der Unesco 1991 während des Golfkriegs bei einer Museumsplünderung gestohlen und später illegal in die USA verkauft worden sein. Das US-Justizministerium beschlagnahmte die wertvolle Tontafel vor zwei Jahren.

Leslie Mandoki für ein "neues Woodstock"

Der Musikproduzent Leslie Mandoki fordert im Umgang mit dem Klimawandel ein Miteinander der Generationen. Nötig sei ein neues Woodstock, sagte der deutsch-ungarische Musiker der Deutschen Presse-Agentur. Dazu sei es nötig, wieder ins Gespräch zu kommen, menschlicher und achtsamer werden. Der 68-Jährige betonte, seine Generation sei 1989 wie berauscht davon gewesen, dass die friedliche Revolution gelungen sei. Anschließend aber habe man viele Fehler gemacht - vor allem im Umgang mit dem Klimawandel. Mandoki arbeitete mit Größen wie Phil Collins, den No Angels, Lionel Richie, aber auch mit dem Rapper Sido zusammen. Im letzten Bundestagswahlkampf lieferte er Songs für die Kampagne der CDU.

Erstes digitales Smiley bringt 200.000 Euro

In den USA ist das erste digitale Smiley versteigert worden - und zwar für umgerechnet rund 200.000 Euro. Das teilte das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas auf seiner Webseite mit. Der unbekannte Meistbietende bekommt nun ein sogenanntes NFT, eine Art digitales Echtheitszertifikat, das die Original-Mitteilung mit dem Smiley enthält. Vorgeschlagen hatte die Zeichenkombination der Computerwissenschaftler Scott Fahlman von der Universität Pittsburgh. Er verwendete die Zeichenkombination :-) erstmals am 19. September 1982.

"Notting Hill"-Regisseur Roger Michell ist gestorben

Der britische "Notting Hill"-Regisseur Roger Michell ist tot. Der Autor und Regisseur sei am Mittwoch im Alter von 65 Jahren gestorben, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seine Familie. Michell wurde als Sohn eines britischen Diplomaten in Südafrika geboren und lebte während seiner Kindheit sowohl in Beirut und Damaskus als auch in Prag. Zu Beginn seiner Karriere war Michell vor allem als Regisseur am Theater tätig, später wechselte er in die Filmbranche. Sein bekanntester Film ist die amerikanisch-britische Kino-Romanze "Notting Hill" aus dem Jahr 1999 mit Julia Roberts und Hugh Grant in den Hauptrollen.

Kenia verbietet Film über Homosexuelle

In Kenia darf ein Dokumentarfilm über ein homosexuelles Paar nicht gezeigt werden. Die zuständige staatlichen Filmaufsichtsbehörde teilte in Nairobi mit, der Film "I am Samuel" (Ich bin Samuel) werde in dem westafrikanischen Land verboten, weil die Produzenten damit gleichgeschlechtliche Beziehungen förderten. Homosexuelle Handlungen sind in Kenia illegal und können mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Der 52-minütige Film des Regisseurs Peter Murimi war im vergangenen Jahr erschienen. Er dokumentiert die Beziehung zwischen den beiden Männern Sam und Alex sowie die Gewalt und Diskriminierung, denen sie ausgesetzt sind. Der Chef der zuständigen Behörde für die Einstufung von Filmen, Christopher Wambua, erklärte, die Dokumentation sei eine Beleidigung der Verfassung, in der eine Ehe als Verbindung zwischen verschiedenen Geschlechtern definiert sei. 2018 war bereits ein Film über eine lesbische Liebesbeziehung verboten worden.

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