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Mittwoch, 14.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 6. August 2018

Matthew Sweeney ist tot

Irischer Lyriker wurde 66 Jahre alt

Der irische Lyriker Matthew Sweeney ist im Alter von 66 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Das teilte sein deutscher Verlag Hanser Berlin mit. Matthew Sweeney gehörte zu den bedeutendsten Lyrikern des Landes. Er wurde 1952 im County Donegal geboren und veröffentlichte seit den 1980er Jahren Gedichtbände und Kinderbücher. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er für seinen Band "Horse Music" 2014 den Pigott Poetry Prize. Für seinen Stil fand er selbst den Begriff des "alternativen Realismus". Seine Gedichte erschienen auch in deutscher Übersetzung, etwa 2008 der Auswahlband "Rosa Milch" und 2017 "Hund und Mond", beide in der Übersetzung von Jan Wagner.

Ungarn: "Patriotische Erziehung" im Kindergarten

Nach Volksschulen und Gymnasien folgt die Kindergartenpädagogik

Nach dem Willen der ungarischen Regierung sollen Kindergartenkinder patriotisch erzogen werden. Grundlage der Kindergartenpädagogik seien "nationales Identitätsbewusstsein, christliche kulturelle Werte, Heimatliebe und die Bindung an Vaterland und Familie", heißt es in einem Erlass, über den die oppositionelle Tageszeitung "Nepszava" berichtet. Bereits vor mehreren Jahren hatte Ungarns rechts-nationale Regierung die "patriotische Erziehung" in den Lehrplänen für Volksschulen und Gymnasien verankert.

Joachim Gauck übernimmt Mercator-Professur

Altbundespräsident hält zwei Vorträge an der Universität Duisburg-Essen

Altbundespräsident Joachim Gauck übernimmt in diesem Jahr die Mercator-Professur der Universität Duisburg-Essen. Wie die Hochschule am Montag mitteilte, wird der 78-Jährige zwei öffentliche Vorträge auf dem Campus halten. Am 7. November werde Gauck in Duisburg sprechen. Sein Vortrag in Essen findet den Angaben zufolge am 27. November statt. Hochschulrektor Ulrich Radtke würdigte Gauck als "Idealbesetzung". Mit der 1997 ins Leben gerufenen Mercator-Professur will die Hochschule das wissenschaftliche Vermächtnis des Duisburger Kartographen und Universalgelehrten aus dem 16. Jahrhundert, Gerhard Mercator, wachhalten. Bisherige Inhaber waren unter anderem der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

Apple entfernt "Infowars"-Podcasts

Begründung: "Apple duldet keine Hassrede"

Apple hat fünf umstrittene "Infowars"-Podcasts des US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones aus seinem Angebot genommen. Darunter befindet sich auch der der populärste Jones-Podcast "War Room". Auch der Streamingdienst Spotify hatte nach lauter Kritik in der vergangenen Woche zunächst einzelne Teile des Podcasts entfernt. Wie das schwedische Unternehmen mitteilte, wurde inzwischen das ganze Programm von Jones bei Spotify gelöscht. "Apple duldet keine Hassrede, und wir haben klare Richtlinien, an die sich Urheber und Entwickler halten müssen, um sicherzustellen, dass wir eine sichere Umgebung für alle unsere Benutzer bieten", sagte ein Apple-Sprecher dem Portal Buzzfeed. Jones hatte in der Vergangenheit unter anderem verbreitet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch behauptete er, dass der Amoklauf an der Sandy Hook High School von Schauspielern inszeniert worden oder dass der Klimawandel ein Mythos sei.

Regisseurin al-Mansur sieht Wandel in Saudi-Arabien

Haifaa al-Mansur dreht neuen Film im Königreich

Die saudiarabische Regisseurin Haifaa al-Mansur wird angesichts des gesellschaftlichen Wandels in ihrem Heimatland für Arbeiten an einem neuen Film in das Königreich zurückkehren. "Saudi-Arabien hat sich verändert", sagte die Filmemacherin im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP zur Begründung. Al-Mansur war die erste Frau, die im erzkonservativen Saudi-Arabien einen Film drehte. Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat in seinem Land einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformkurs eingeleitet. Ende vergangenen Jahres hob er ein jahrzehntelanges Kinoverbot auf. Mit einer Reihe von Kurzfilmen nahm das Königreich in diesem Jahr erstmals am berühmten Filmfestival von Cannes teil. Sie freue sich darauf, Teil der Entstehung der Filmindustrie in ihrem Heimatland zu sein, sagte al-Mansur.

Sterne-Koch Joël Robuchon gestorben

Er trug den Titel "Koch des Jahrhunderts"

Der französische Sterne-Koch Joël Robuchon ist im Alter von 73 Jahren in Genf gestorben. Robuchon war einer von vier Gastronomen, die den Titel "Koch des Jahrhunderts" verliehen bekamen. Außer ihm wurde diese Auszeichnung Paul Bocuse, Frédy Girardet und Eckart Witzigmann zuteil. Darüber hinaus war Robuchon durch seine Buchpublikationen und seine Auftritte in Fernsehsendungen bekannt. Robuchon begann seine Ausbildung zum Koch 1960, 1974 wurde er Küchenchef und 1981 gründete er sein erstes eigenes Restaurant, das Jamin in Paris. Drei Jahre später bekam es mit drei Sternen die höchste Auszeichnung im Guide Michelin. Ab Ende der 1980er Jahre folgte der Aufbau einer weltweiten Kette von Restaurants der Spitzengastronomie mit Ablegern in Paris, Monaco, Hong Kong, Las Vegas, Tokio und Bangkok.

Frauen bei Filmförderung noch immer benachteiligt

Nur ein Drittel der Fördermittel bewilligt

Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen und Produzentinnen in Brandenburg erhalten nicht die gleiche Filmförderung wie ihre männlichen Kollegen. Das geht aus Angaben des Medienboards Berlin-Brandenburg hervor, auf die sich die SPD-Abgeordnete Klara Geywitz in einer Anfrage an die Landesregierung zur Filmförderung bezieht. 2017 hatten Regisseurinnen 14 Millionen Euro Fördergelder für 72 Langfilme beantragt, aber nur 4,4 Millionen für 29 Streifen erhalten. Den männlichen Kollegen dagegen bewilligte das Medienboard 14,6 Millionen von den erwünschten 34,5 Millionen Euro für 127 Filme. Damit wurden 66 Filme realisiert.

Imam-Ausbildung wird Thema der Islamkonferenz

Integrationspolitische Sprecherin der Grünen sieht "Fortschritt"

Die Bundesregierung will das Thema Aus- und Weiterbildung von Imamen auf die Tagesordnung der Deutschen Islamkonferenz setzen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor, aus der die "Neue Osnabrücker Zeitung" zitiert.  Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Filiz Polat begrüßte das Vorhaben. "In Anbetracht der zunehmend feindlichen Stimmung gegenüber Muslimen in unserem Land ist hier auch Innenminister Seehofer persönlich gefordert", sagte Polat. Und weiter: "Es ist ein Fortschritt, dass die Weiterbildung von Imamen nun Thema bei der Deutschen Islamkonferenz sein soll", so die integrationspolitische Sprecherin der Partei.

Japan gedenkt Atombombenabwurf auf Hiroshima

Mit Schweigeminute und Appell zur atomaren Abrüstung

Mit einer Schweigeminute und einem Appell zur atomaren Abrüstung haben die Menschen in Hiroshima des Abwurfs der US-Atombombe auf die japanische Großstadt vor 73 Jahren gedacht. Bei einer zentralen Gedenkzeremonie rief Bürgermeister Kazumi Matsui sein Land auf, eine führende Rolle in der internationalen Gemeinschaft einzunehmen, durch "Dialog und Kooperation eine Welt ohne Atomwaffen" zu schaffen. Um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als der US-Bomber Enola Gay die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen "Little Boy" über Hiroshima abgeworfen hatte, legten die Menschen eine Schweigeminute ein. Zehntausende Bewohner waren damals sofort tot, insgesamt starben bis Ende 1945 schätzungsweise 140 000 Menschen. Hiroshima ist ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden. Heute ist die Stadt im Westen des Landes eine Metropole mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern. An den Abwurf der Atombombe erinnert der Friedenspark mit der ausgebrannten Kuppel einer Ausstellungshalle.

Dorfdisco kommt ins Museum

Diskothek "Zum Sonnenstein" zieht ins Museumsdorf Cloppenburg

Die jüngere Vergangenheit ist im Museumsdorf in Cloppenburg angekommen. Besucher können in dem Freilichtmuseum in Niedersachsen bald in einer alten Dorfdisco in Erinnerungen an ihre Jugend schwelgen. Dafür soll die Diskothek "Zum Sonnenstein" aus dem etwa 46 Kilometer entfernten Harpstedt ins Museumsdorf ziehen. Beginnen werden die Handwerker damit, die Dachpfannen abzunehmen. Danach werden sie den Dachstuhl abbauen. Voraussichtlich Ende August werden die Experten die Mauern mit speziellen Maschinen in große Stücke zersägen und auf Tiefladern zu dem Freilichtmuseum transportieren, wo dann der Wiederaufbau beginnen kann. "Wir rechnen damit, im November Richtfest zu feiern", sagte Projektleiterin Victoria Biesterfeld. Der Rohbau könne Ende des Jahres fertig sein. Der Innenbau folge Anfang nächsten Jahres. Besucher sollen die Disco in Zukunft nicht nur besichtigen können, sondern dort an bestimmten Anlässen auch zur Originalmusik tanzen können.

Neue Berlinale-Doppelspitze: "Kommen, um zuzuhören"

Chatrian und Rissenbeek wollen schnell die Strukturen der Berlinale kennenlernen

Die beiden künftigen Berlinale-Chefs Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek wollen sich möglichst schnell mit den Strukturen der Filmfestspiele vertraut machen. "Wenn alles klappt, werde ich im Januar 2019 nach Berlin ziehen. Aber ich werde schon im Herbst dieses Jahres häufig in Berlin sein, um Berlinale-Mitarbeiter zu treffen, um die Stadt zu erkunden", sagte Chatrian in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur im schweizerischen Locarno. "Ich komme, das halte ich für sehr wichtig, nicht nur, um zu reden, ich komme vor allem auch, um zuzuhören." Er halte es für bedeutsam, die Erfahrungen langjähriger Mitarbeiter zu kennen und zu nutzen. Nach der 69. Berlinale im nächsten Februar tritt der langjährige Direktor Dieter Kosslick ab. Erstmals in der Geschichte der Internationalen Filmfestspiele übernimmt dann eine Doppelspitze die Führung. Neuer künstlerischer Leiter wird Chatrian, der in diesem Jahr zum sechsten Mal das Filmfestival von Locarno verantwortet. Ihm zur Seite steht Rissenbeek als geschäftsführende Leiterin. Sie kommt von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films.

Erstmals Frau als Rechtsberater in Rabbinergericht

Nach gegen Klagen gegen die Diskriminierung von Frauen in religiösen Gerichten

In Israel hat erstmals eine Frau eine ranghohe Position an einem Rabbinergericht erlangt. Die Anwältin Shira Ben-Eli wurde nach langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen zur juristischen Assistentin ernannt, wie israelische Medien  berichten. Sie arbeite künftig im Zentralbüro der Rabbinergerichte als Rechtsberaterin und überprüfe dort Präzedenzfälle, die staatliches und religiöses Recht beträfen. Mehrere Organisationen hatten bei der Rabbinergerichtsverwaltung und beim Bezirksgericht Jerusalem gegen die Diskriminierung von Frauen in religiösen Gerichten geklagt. Bislang musste ein Kandidat für das Amt des Assistenten ordinierter Rabbiner und zum rabbinischen Richter ausgebildet sein - was Frauen faktisch ausschloss. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben.

US-Schauspielerin Charlotte Rae gestorben

Rae wurde 92 Jahre alt

Die Schauspielerin Charlotte Rae, die das US-Fernsehpublikum aus den Sitcoms "Diff'rent Strokes" und "The Facts of Life" kennt, ist tot. Sie sei am Sonntag im Alter von 92 Jahren in Los Angeles gestorben, bestätigte die Familie mehreren US-Medien. Die US-Amerikanerin litt seit einem Jahr an Knochenkrebs. Rae spielte zwischen 1978 und 1980 die Rolle der liebenswürdigen Haushälterin Edna Garrett in der Serie "Diff'rent Strokes". In der Ablegerserie "The Facts of Life" übernahm sie erneut diese Rolle, diesmal arbeitete sie an einer Eliteschule für Mädchen. Die Sitcom, in der auch ein junger George Clooney mitspielte, lief bis 1988 und war in Deutschland bislang nicht zu sehen. Medienberichten zufolge sollen die Schauspieler Leonardo DiCaprio und Jessica Biel Interesse haben, die Serie als ausführende Produzenten wieder aufleben zu lassen.

Mario-Adorf-Preis für Schauspielerin Ursula Strauss

Für Strauss' Verkörperung der Brunhild bei den Nibelungen-Festspielen

Die österreichische Schauspielerin Ursula Strauss hat in Worms den erstmals verliehenen Mario-Adorf-Preis erhalten. Die Nibelungen-Festspiele überreichten der Schauspielerin die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung zusammen mit einer gläsernen Stele, die mit einem Drachen-Motiv des Illustrators Hendrik Dorgathen verziert ist. Strauss spiele die Brunhild in der diesjährigen Wormser Festspiel-Inszenierung "Siegfrieds Erben" als eine Figur voller Widersprüche und emotionaler Abgründe, begründete der Namensgeber des Preises und Kuratoriumsmitglied, der Schauspieler Mario Adorf, die Wahl der Jury. Die 1974 in Österreich geborene Ursula Strauss studierte Schauspiel am Wiener Volkstheater. Sie spielte in zahlreichen Theater- und Filmrollen. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie vor allem durch die österreichische Krimiserie "Schnell ermittelt".

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