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Lesart / Archiv | Beitrag vom 08.08.2016

Marlene Streeruwitz: "So wird das Leben" Online-Fortsetzungsroman zur Wahl in Österreich

Marlene Streeruwitz im Gespräch mit Jörg Magenau

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Die österreichische Schriftstellerin und Regisseurin Marlene Streeruwitz am 8.10.2014 in Frankfurt/M. (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)
"Es geht um nicht die Demokratie", sagt die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz über die anstehende Präsidentenwahl in Österreich. (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Mit einem Wahlkampfroman zur österreichischen Präsidentenwahl schaltet sich Marlene Streeruwitz in die aktuelle Politik ein. Jeden Donnerstag um 20 Uhr erscheint auf ihrer Homepage ein fiktiver Text über die Zeit nach der Wahl: "So wird das Leben".

Bei der Wiederholung der Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten geht es für die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz um nicht weniger als eine Entscheidung für oder gegen die Demokratie.

"Das Seltsame an dieser Wahl ist, dass sie eigentlich geführt wird wie eine Schulsprecherwahl und dass niemand wirklich durchgreift auf die eigentlichen und tiefen Argumente, die dahinterstehen", sagt sie. "Denn es geht eigentlich um die Demokratie."

So beinhalte das Wahlprogramm der FPÖ beispielsweise die Vorstellung eines Österreichs, in dem nur mindestens in der dritten Generation ansässige Bürger volle Rechte genießen.

Kleinteilige Gefühle, die über das Leben entscheiden

Was das für das konkrete Leben im Einzelfall bedeutet, will Streeruwitz mit ihrem Roman zeigen. Ähnliches hat sie bereits bei früheren Wahlen gemacht: "Zum Beispiel gab es bei der vorletzten Wahl die Frage, dass die Erbschaftssteuer abgeschafft wird. Und da gab es in der Familie, die da die Rolle gespielt hat, großen Streit, und der Vater wurde tätlich, weil die Mutter es nicht geschafft hat, seine Mutter so lange zu pflegen, bis die Erbschaftssteuer abgeschafft war."

So etwas lasse sich nur in Erzählform vermitteln, sagt Streeruwitz. "Nicht einmal in politischen Fallstudien, weil da immer diese kleinteiligen Gefühle, die aber über das Leben entscheiden, nicht geschildert werden können. Und insofern ist der Roman - und war er ja auch immer - ein Mittel politischer Mitteilung."

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