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Lesart / Archiv | Beitrag vom 21.03.2017

Marilynne Robinson"Obama ist fast wie Walt Whitman"

Marilynne Robinson im Gespräch mit Joachim Scholl

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Die US-amerikanische Schriftstellerin Marilynne Robinson erhielt 2012 die National Humanities Medal, die ihr von Präsident Barack Obama verliehen wurde.  (picture alliance / dpa / Pete Marovich / Pool)
Die US-amerikanische Schriftstellerin Marilynne Robinson erhielt 2012 die National Humanities Medal, die ihr von Präsident Barack Obama verliehen wurde. (picture alliance / dpa / Pete Marovich / Pool)

Schriftstellerin Marilynne Robinson wurde vom Präsidenten höchstpersönlich interviewt. In unserem Gespräch berichtet sie von ihrer Begegnung mit Präsident Obama - und wie sie dessen Nachfolger Trump begegnen würde.

Die US-amerikanische Schriftstellerin Marilynne Robinson ist vielfach ausgezeichnete Romanschriftstellerin - und die Lieblingsautorin von Barack Obama. 

Vor allem für ihr Buch "Gilead" habe sich Obama interessiert, sagt Marilynne Robinson. So sehr, dass er sie im September 2015 für die New York Review of Books interviewte

"Letztlich ist Gilead der Brief eines älteren Mannes an seinen Sohn, den er sehr spät im Leben und eher überraschend bekommen hat", sagt Robinson über das Buch, für das sie 2004 den Pulitzerpreis bekam. "Das ist ein älterer Pastor einer Kirche, die sich vor allem für die Beendigung der Sklaverei eingesetzt hat." In dem Brief, den er auf dem Sterbebett schreibt, berichtet er von der Kleinstadt in Iowa, von seinem Leben und seinen Versuchen, den Glauben damit in Einklang zu bringen.

Das Gespräch mit Barack Obama habe in einer überraschend entspannten Atmosphäre stattgefunden, erinnert sich Marilynne Robinson. Der Präsident sei einer der gleichmütigsten und gelassensten Menschen, die sie kenne. Und mit einem unerschütterlichen Glauben an die Demokratie: "Da ist er fast wie Walt Whitman."

Ein Gespräch mit Obamas Nachfolger Donald Trump stellt sie sich dagegen als ziemlich schwierig vor:

"Er ist ja so ein wankelmütiger Mensch. Man weiß ja nie, wie er etwas versteht und wohin er es dann dreht und was er daraus macht. Vielleicht würde ich ihn nochmal daran erinnern, dass er ja die Mehrheit der Stimmen wirklich nicht erreicht hat", sagt Marilynne Robinson. "Was könnte man ihm sagen, was ihm gefällt? Vielleicht: ich mag Ihr Haar."

Marilynne Robinson: "Gilead"
Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling
Verlag S. Fischer, Frankfurt/Main 2016
320 Seiten, 20 Euro

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