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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.05.2020

Mariette Rissenbeek zu "We Are One"Solidarität mit Festivals, die nicht stattfinden können

Moderation: Ute Welty

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Festivalleiterin Mariette Rissenbeek im Februar 2020 bei der 70.Berlinale. (imago images/ Stefan Zeitz)
Mariette Rissenbeek konnte im Februar noch die Berlinale mit leiten, nun trägt die Berlinale zum Online-Filmfestival "We Are One" bei. (imago images/ Stefan Zeitz)

Normalerweise konkurrieren Filmfestivals untereinander. Doch in Coronazeiten bestreiten sie ein gemeinsames Programm - virtuell. "We Are One" ist ab heute zu sehen. Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek fiel die Auswahl nicht schwer.

Das Filmfestival in Cannes kann wegen Corona nicht stattfinden, genauso wie andere große Festspiele. Nun haben sich 21 von ihnen zusammengeschlossen und starten an diesem Freitag ihr zehntägiges virtuelles Festival "We Are One" auf YouTube. Spenden sind willkommen, ein Teil der Gelder soll unter anderem an die Weltgesundheitsorganisation gehen.

Die Berlinale steuert neben zwei Diskussionen mit Filmschaffenden auch Ulrike Ottingers "Bildnis einer Trinkerin" von 1979 bei. Die Filmemacherin, dieses Jahr mit der Berlinale-Kamera ausgezeichnet, stehe beispielhaft für Berlin, sagt Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Der Film sage viel über die Möglichkeiten dieser Stadt aus. 

Aufmerksamkeit für Festivals in Corona-Zeiten

Hinter der Idee für "We Are One" stehe ein verbindender Gedanke, so Rissenbeek: "Die Motivation für Festivals wie uns selber und für Cannes und Venedig war vor allem, dass wir eine Solidarität zeigen wollen mit den Festivals, die nicht stattfinden können." So würden diese Aufmerksamkeit erhalten.

Dass die Berlinale noch kurz vor den Corona-Einschränkungen stattfinden konnte, empfindet sie als "ein kleines Wunder", sagt Rissenbeek: "Ehrlich gesagt fühle ich mich wahnsinnig privilegiert, dass uns das noch möglich gemacht wurde." Es war die erste Berlinale unter der Leitung von Rissenbeek und Carlo Chatrian. Jetzt hätten beide die Hoffnung, dass sie Anfang 2021 wieder mit einer "halbwegs gut funktionierenden Berlinale" an den Start gehen zu könnten.

(bth)

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