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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Oktober 2014

Marcus Weimer von Rattelschneck gewinnt Deutschen Cartoonpreis auf der Frankfurter Buchmesse.

Als Trophäe gab es einen Frankfurter Äppelwoi-Bembel

Weimer bildet eine Hälfte des Comiczeichner Dous "Rattelschneck". Er sagte, er finde viele deutsche Comics nicht gut. Als Vorbild nannte er die amerikanische "New Yorker"-Cartoonistin "Roz" Chast. Zu seiner ökonomischen Arbeitsweise erklärte er: "Ich zeichne seit 35 Jahren professionell und habe davon wohl ein halbes Jahr gearbeitet." Den zweiten Preis gewann Oli Hilbring aus Herne. Drittplatzierte wurde die in der Bretagne lebende Hamburgerin Dorthe Landschulz. Die Auszeichnung für "neue Talente", die noch kein eigenen Buch veröffentlicht haben, erhielt der Berliner Hannes Richert.

Friedensnobelpreis an Kailash Satyarthi und Malala Yousafzai

Beide erhalten die Auszeichnung für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und jungen Menschen und für das Recht aller Kinder auf Bildung

Der 60-jährige Satyarthi engagiert sich in der Tradition von Mahatma Gandhi seit Jahren friedlich gegen Kinderarbeit. Die Bildungsaktivistin Malala (17), die einen Anschlag von radikal-islamischen Taliban überlebte, habe trotz ihres jungen Alters gezeigt, dass Kinder selbst einen Beitrag zur Verbesserung ihrer Lage leisten könnten, sagte Thorbjörn Jagland, Leiter des Komitees. Dass der Preis an einen Hindu und eine Muslimin, an Bürger der verfeindeten Länder Indien und Pakistan gehe, will das Komitee als Zeichen verstanden wissen. Die beiden Preisträger seien in einem gemeinsamen Kampf für Bildung und gegen Extremismus vereint.

Kultusministerkonferenz spricht sich für Raubkunst-Stiftung aus

Nach Beratungen mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gab die KMK "grünes Licht" für das in Magdeburg geplante "Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste"

Das Zentrum soll noch dieses Jahr eingerichtet werden und der schnelleren Ermittlung von Raubkunst aus der NS-Zeit dienen. Das Bundeskabinett hatte bereits am Mittwoch zugestimmt. Grütters betonte, die Gründung ein Jahr nach Bekanntwerden des Falls Gurlitt sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs in Deutschland. In dem neuen Zentrum sollen die bisherige Koordinierungsstelle Lost Art in Magdeburg und die Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin zusammengefasst werden. Das Zentrum soll mehrere Experten unterstützen: die sogenannte Limbach-Kommission zur Rückgabe von Raubkunst, die Taskforce zur Aufklärung des Kunstfundes beim Sammler Cornelius Gurlitt sowie die Arbeit freier Herkunftsforscher.

Düsseldorfer Künstlergruppe Zero im New Yorker Guggenheim

Zum ersten Mal gibt es eine umfassende Schau über die Avantgarde-Gruppe in einem US-Museum

Das New Yorker Guggenheim Museum feiert die vor allem in den 60er Jahren aktive Düsseldorfer Künstlergruppe Zero mit einer großen Ausstellung. Seit Freitag sind Werke von Heinz Mack, Günther Uecker, dem Mitte Juli gestorbenen Otto Piene und etlichen anderen Künstlern in dem Museum am New Yorker Central Park zu sehen. Die Avantgarde-Gruppe wurde 1957 in Düsseldorf gegründet, weil sie einen Neuanfang in der zeitgenössischen Kunst wollten. Knapp zehn Jahre später löste sich die Zero-Gruppe wieder auf, aber Künstler auf der ganzen Welt verfolgten ihren avantgardistischen Ansatz weiter.

Frank-Schirrmacher-Stiftung wird gegründet - Preis für Autoren

In Gedenken an den Journalisten und Publizisten soll bis Ende des Jahres eine Stiftung gegründet werden

Ziel der deutsch-schweizerischen Initiative sei es, das Werk und die Werte Schirrmachers zu pflegen und weiterzutragen, teilte Mitinitiator Martin Meyer, Autor und Chef des Feuilletons der "Neuen Zürcher Zeitung" mit. Ab 2015 wolle die Stiftung den mit 20 000 Schweizer Franken dotierten Frank-Schirrmacher-Preis für "herausragende Leistungen zum Verständnis unseres Zeitgeschehens" einmal im Jahr vergeben. Die Stiftung werde zunächst mit 50 000 Schweizer Franken aus Privatvermögen ausgestattet, sagte Meyer. Neben Autoren aus den Geistes- und Naturwissenschaften könnten künftig auch Politiker mit dem Preis ausgezeichnet werden. Zu den Initiatoren gehören neben Meyer auch Günther Nonnenmacher, Mitherausgeber der FAZ, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Verlags Axel Springer, und der Publizist und Bankier Michael Gotthelf.

Maus-Zeichner Friedrich Streich gestorben

Er starb bereits am 3. Oktober im Alter von 80 Jahren in München, wie der WDR heute mitteilte

Streich hat mehr als 330 Zeichentrickfilme für die "Sendung mit der Maus" in der ARD produziert. Er brachte der orangefarbenen Maus 1971 das Laufen bei und schenkte ihr das berühmte Augenklimpern. Später erfand er den kleinen blauen Elefanten und die gelbe Ente. "Mit Friedrich Streich haben wir einen kreativen Pionier verloren, der für das Kinderfernsehen so unglaublich viel Gutes getan hat", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow.

Friedenspreisträger Lanier kritisiert "Datensammelwut"

Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Jaron Lanier, hat vor dem Missbrauch großer Datenmengen durch Internetkonzerne und Geheimdienste gewarnt

Die "Datensammelwut" von Google, Facebook oder dem US-Geheimdienst NSA mache blind und inkompetent, sagte Lanier. "Da sitzen etwa Tausende Mitarbeiter der NSA auf Datenbergen und sind völlig überrascht, dass die radikalislamische Terrormiliz IS weite Teile Syriens und des Iraks erobert hat." Lanier nimmt den Friedenspreis am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Der Informatiker, Musiker und Autor kritisierte auch die Nutzer sozialer Netzwerke. Sie stellten Facebook, Twitter und Co. völlig arglos Daten und Wissen zur Verfügung und machten die Internetunternehmen damit zu weltweit agierenden, milliardenschweren Konzernen. Wenn die in der digitalen Welt gehandelte Information keinen finanziellen Gegenwert für alle einbringe und die Reichen immer reicher und mächtiger würden, führe dies zu Unfreiheit, Fremdbestimmung und Missbrauch. Er halte die digitale Welt aber für veränderbar, sagte Lanier. Seit der Jahrtausendwende setzt sich Lanier verstärkt mit der immer größer werdenden Diskrepanz zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen Wirklichkeit und virtueller Realität auseinander.

Croy-Teppich als national wertvolles Kulturgut gefeiert

Mit einem Festakt ist am Freitag die Aufnahme des Croy-Teppichs der Universität Greifswald als national wertvolles Kulturgut gefeiert worden

"Der Monumentalteppich aus der Zeit der Renaissance wurde damit auf dieselbe Stufe gestellt wie die Lutherstube in Eisenach, die Bremer Hansekogge oder die Himmelscheibe von Nebra", sagte die Rektorin der Greifswalder Universität, Eleonore Weber. Der um 1554 gewirkte Monumental-Teppich (4,46 Meter hoch und 6,90 Meter breit) gilt als bedeutsame Hinterlassenschaften aus dem pommerschen Herzoghaus und Zeugnis des Protestantismus. Er wird als Leihgabe der Universität seit 2005 in der landesgeschichtlichen Ausstellung des Pommerschen Landesmuseum in Greifswald präsentiert. Das Kunstwerk zeigt 20 Prinzen und Prinzessinnen aus dem Hause Pommern und Sachsen. Zentrale Figur des Teppichs ist Martin Luther. Auftraggeber war der kunstsinnige Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast (1515-1560).

Kunstsammlung von Lauren Bacall soll Millionen bringen

Die Witwe von Humphrey Bogart hat eine Kunstsammlung mit 700 Stücken hinterlassen

Zwei Monate nach ihrem Tod hat ein Auktionshaus den Verkauf ihrer Kunstsammlung angekündigt. Die Bilder und Skulpturen sollen im März unter den Hammer kommen und 3 Millionen Dollar (etwa 2,4 Millionen Euro) bringen, teilte das Auktionshaus Bonhams am Freitag in New York mit. Mit dabei sind Werke von Moore, Hockney, Picasso, Miro und Calder. Schon im November werden zwei Plastiken von Henry Moore versteigert, die zu Bacalls Lieblingsstücken gehört haben sollen. Für «Maquette for Mother and Child: Arms», die 20 Zentimeter lange Plastik einer Mutter mit Kind, erhofft sich das Auktionshaus 200 000 Dollar. Sogar 800 000 Dollar sollen es bei «Working Model for Reclining Figure: Bone Skirt» werden. Die Plastik zeigt eine entspannt zurückgelehnte Frau.

China erteilt Künstlern mit Lastern Berufsverbot

Gesellschaft soll nicht negativ beeinflusst werden

Schauspieler, die Drogen nehmen oder Prostituierte aufsuchen, dürfen in China künftig nicht mehr arbeiten. Die Behörden hätten Produktionen mit Künstlern, die Laster hätten, verboten, berichtete die Webseite der staatlichen Zeitung «People's Daily» unter Berufung auf Eingeweihte. Die Regulierungsbehörde - die Staatliche Behörde für Presse, Radio, Film und Fernsehen - hat das entsprechende Schriftstück allerdings noch nicht veröffentlicht. Das Verbot betrifft Regisseure, Drehbuchschreiber und Schauspieler, die die Gesellschaft durch ihre Laster negativ beeinflussen würden, hieß es auf der Webseite. Es wurde nicht mitgeteilt, welche Arten von Weltanschauungen sonst noch unter das Verbot fallen werden. In diesem Jahr gab es bereits einige Festnahmen von Prominenten, darunter Jaycee Chan, den Sohn des Filmstars Jackie Chan. Ihm wird vorgeworfen, Drogen konsumiert zu haben oder Prostituierte bezahlt zu haben.

Bremer Übersee-Museum zeigt Personenkult unter Mao

Ausstellung zeigt Personenkult um Mao Tsetung und Aspekte der chinesischen Kulturrevolution

Beginnend mit dem Niedergang der Kaiserzeit wird gezeigt, wie Mao zu einem Massenphänomen wurde, das heute noch die Menschen polarisiert. Zahlreiche Exponate veranschaulichen, wie sehr die politische Propaganda den Alltag prägte. Neben Statuen, Abzeichen und der "Mao-Bibel" sind Spiegel, Tassen und andere Alltagsgegenstände zu sehen, die den Staatsgründer und kommunistische Motive abbilden. Auf diese Weise sei die Propaganda im ganzen Land verbreitet worden, sagte der Sammler Helmut Opletal am Freitag. Daneben greift die Schau die dunkle Seite Maos auf - die Vernichtung traditioneller Kultur, die Hinrichtungen von Kritikern sowie Hungersnöte.

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