Das Feature, vom 14.01.2020, 19:15 Uhr

Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia„Mit Freuden würden sie mich tot sehen"

Mit allen Mitteln wollte man sie zum Schweigen bringen: Mit gezielten Kampagnen in den Medien, Drohungen, Verleumdungsklagen, und der Sperrung ihrer Konten - aber ein Mord? Die Tat hat Malta aufgerüttelt. Daphne Caruana Galizia deckte Maltas größte Skandale auf, doch die korrupten Politiker wurden wiedergewählt. Kurz darauf, am 16. Oktober 2017, war die Journalistin tot. Ermordet mit einer Autobombe.

Das Bild zeigt ein Portrait der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)
Die ermordete maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)

Journalisten weltweit solidarisierten sich, die EU-Kommission schaltete sich ein, Gruppen von Anti-Korruptions-Aktivisten und Journalisten nahmen sich ihrer unvollendeten Recherchen an, es gibt Proteste auf der Straße. Doch das System schlug zurück. Auf Malta herrschte ein Klima des Misstrauens und der Angst. Lange war völlig unklar: Wer wollte ihren Tod, wer hat den Mord an Daphne Caruana Galizia in Auftrag gegeben? Kollegen, Freundinnen, Aktivistinnen suchten eine Antwort.

Am 12. Januar 2020 trat Maltas Premierminister Joseph Muscat zurück. Bereits im November hatten sein Stabschef Keith Schembri und Tourismusminister Konrad Mizzi auf ihre Ämter verzichtet. Sie reagierten damit auf die Verhaftung des Geschäftsmanns Yorgen Fenech, gegen den als Drahtzieher des Mordes wenige Tage zuvor Anklage erhoben worden war. Fenech war Besitzer einer Firma in Dubai, über die Schmiergelder an maltesische Politiker geflossen sein sollen. Fenech belastete Schembri schwer: Dieser sei in den Mord verwickelt. Schembri weist die Vorwürfe zurück.

Wir wiederholen aus diesem Anlass das Feature vom Oktober 2018, das zum ersten Jahrestag des Attentats entstanden ist.

"Mit Freuden würden sie mich tot sehen"
Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia
Von Iris Rohmann

Regie: Anna Panknin
Sprecher: Jean-Paul Baeck, Kerstin Fischer, Susanne Flury, Claudia Mischke, Gregor Höppner, Volker Risch
Ton und Technik: Christoph Rieseberg, Wolfgang Rixius, Caroline Thon und Thomas Widdig
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2018

Die Journalistin Iris Rohmann recherchiert seit Jahren die politische Situation in Malta, das Lebenswerk und die Umstände des Todes von Daphne Caruana Galizia. Iris Rohmann lebt in Köln.

"Mit Freuden würden sie mich tot sehen" - Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia (PDF)

"Mit Freuden würden sie mich tot sehen" - Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia (Textversion)

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