Seit 15:30 Uhr Musiktipps

Dienstag, 07.07.2020
 
Seit 15:30 Uhr Musiktipps

Literatur / Archiv | Beitrag vom 01.05.2011

Madame Bovary mit Sprechblasen

Vom unaufhaltsamen Aufstieg der Graphic Novels

Von Renate Maurer

Podcast abonnieren
Cover "Tamara Drewe" von Posy Simmonds (Reprodukt Verlag)
Cover "Tamara Drewe" von Posy Simmonds (Reprodukt Verlag)

Knollennasen haben im Genre der Graphic Novels nichts zu suchen. Also kehrt Tamara Drewe mit operativ verschönerter Nase in die englische Provinz zurück, um unter den Schriftstellern dort ein Drama um Sex, Lügen und Eitelkeit in Gang zu setzen.

Mit schwarzer Ironie übersetzt Posy Simmonds Thomas Hardys Roman "Am grünen Rand der Welt" aus dem Jahr 1874 ins Heute. Neben der großen britischen Zeichnerin zeigen vor allem junge Talente aus Italien, Frankreich, Griechenland, Österreich und Deutschland, wie kunstvoll, vielseitig und anspruchsvoll der gezeichnete Roman sein kann.

Mit Literaturadaptionen wie "Fräulein Else" von Manuele Fior, "Gemma Bovery" von Posy Simmonds oder "Die Verwandlung" von Corbeyran und Horne. Mit autobiografischen Abenteuern und Liebesgeschichten, mit deutschen Serienmördern und verfolgten Musikern in Griechenland.

Und seit 2010 erscheint ein Fortsetzungscomic des persisch-arabischen Duos Amir & Khalil im Internet, der in der Nachfolge von Art Spiegelmans berühmtem Holocaust-Comic "Maus" und Marjane Satrapis "Persepolis" steht: "Zahra's Paradise" erzählt von der Suche nach dem verschwundenen Demonstranten Mehdi in Teheran. Der Comic ist von beklemmender Aktualität und wird im Herbst 2011 in zahlreichen Übersetzungen erscheinen.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Literatur

Flüsse, Seen und Meere in der LiteraturWasserzeichen
Kleine Welle am Strand (Jan-Martin Altgeld)

Am Wasser beginnt das Erzählen. Es lohnt sich, die Flüsse, Seen und Meere der Literatur zu befahren und mit den Dichtern ins Wasser zu steigen. Ein nasser Ausflug mit Ernst Jünger, Durs Grünbein, Terézia Mora und Uwe Johnson.Mehr

Verteidigung einer ObsessionDer Lolita-Komplex
Schwarzweiss Fotografie von Sue Lyon in der Lolita-Verfilmung von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1962. (Getty Images / Corbis / John Springer Collection)

Der Skandal gehört zur Kunst im 20. Jahrhundert wie die Sahne zur Torte. Der Bestseller „Lolita“ ist solch ein Tabubruch: Ein 37-Jähriger liebt eine Zwölfjährige. Das regte auf und wurde bewundert. Und heute - Machwerk oder Meisterwerk?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur