Seit 17:05 Uhr Studio 9

Montag, 14.10.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Literatur | Beitrag vom 04.08.2019

LyriksommerInnere Einstellung und Stil

Was treibt Dichterinnen und Dichter der Gegenwart an und um?

Von Insa Wilke

Beitrag hören Podcast abonnieren
Ein Schmetterling auf einer Roggenähre an einem Feldrand nahe Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) zu sehen. (picture alliance / dpa /  Patrick Pleul)
Wie sieht die Lyrik-Szene von heute aus? (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Stil war Haltung bei Benn, Brinkmann und Brecht. Gibt es auch heute vergleichbare Haltungen oder innere Einstellungen, die den Stil der Dichtung bestimmen?

Benn pflegte Coolness, als sie noch nicht so hieß, Brinkmann praktizierte wütende Melancholie, und Brecht hielt didaktisch Distanz. Ihre Gedichte zeigen Haltung (manchmal auch mehrere), oft in aller Klarheit, die den Worten nicht immer eigen sein muss: Wenige Zeilen genügen dann, um ihren Verfasser und seine Haltung zu identifizieren. Solche Haltungen haben Lebensstile und -wege geprägt, sie haben politische Systeme gestützt und manchmal auch unterhöhlt.

Gibt es vergleichbare Haltungen noch heute? Grundieren innere Einstellungen im Zeitalter der Ironie und des neuen Ernstes die deutschsprachige Lyrik? Bestimmen sie den Stil der heutigen Dichterinnen und Dichter? "Form follows function", behauptete das Bauhaus einst erfolgreich. Und heute? Welche Stile folgen aus inneren Einstellungen? Insa Wilke sieht sich in der Lyrik-Szene um, die so cool, so wütend und manch anderes ist, dass man nur staunen kann.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat. Eine Produktion aus dem Jahr 2015.

Regie: Stefanie Lazai
Sprecherinnen und Sprecher: Ole Lagerpusch, Maria Hartmann, Eva Meckbach, Wolfgang Condrus, Insa Wilke
Redaktion: Jörg Plath

Lyriksommer im August
Vor einigen Jahren ließ Deutschlandfunk Kultur erstmals einen ganzen Monat lang über den Tag verstreut Gedichte ausstrahlen und über sie sprechen. Heute ist Lyrik en vogue und aus der Mitleidsecke heraus. Das ist die Gelegenheit, sich endlich ohne Artenschutzsentiment den Gedichten selbst zuwenden und sie so wahrzunehmen wie seit Jahrhunderten die Prosa: kritisch und enthusiastisch. Daher sendet Deutschlandfunk Kultur im August jeden Tag Lyrisches, widmet sich die Lesart der Lyrik in Gesprächen, wird in der Lesart und in Studio 9 kommentierend gedichtet, erkunden die Zeitfragen am Freitag um 19.30 Uhr und die Literatur am Sonntag um 22:03 Uhr lyrische Gefilde.

Mehr zum Thema:

Lyriksommer: Verse übers Meer - Plastikmüll, Migranten und der Rausch der Tiefe
(Deutschlandfunk Kultur, Literatur, 12.08.2018)

Lyriksommer: Emily Dickinson - Ich bin niemand. Wer bist Du?
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 10.08.2018)

Lyrik lesen – und darüber diskutieren - Dichten über das, was wichtig ist
(Deutschlandfunk Kultur, Literatur, 14.04.2019)

Literatur

Buchmessen-Gastland NorwegenVom Fjord an die Spree
Ein Portrait des norwegischen Autors Jostein Gaarder. (picture alliance / NTB Scanpix / Lise Åserud )

"Der Traum in uns" steht als Motto über dem Auftritt Norwegens als Gastland der Frankfurter Buchmesse. Von was träumen die Skandinavier? Von der Finanzkrise en miniature, vom Tod und von den Grenzen Russlands. Drei Autorengespräche.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur