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Literatur | Beitrag vom 14.04.2019

Lyrik lesen – und darüber diskutierenDichten über das, was wichtig ist

Moderation: Barbara Wahlster

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Die bisher verschollen geglaubte erste Niederschrift des berühmten Gedichtes "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane (1819-1898), aufgenommen am 30.05.2007 in den Räumlichkeiten der Autographenhandlung J.A. Stargardt in Berlin. Foto: Arno Burgi +++(c) dpa - Report+++ (picture-alliance/ ZB / Arno Burgi)
Auch über Fontanes Gedichte lässt sich diskutieren – hier ein lange verschollen geglaubtes Autograph von "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. (picture-alliance/ ZB / Arno Burgi)

Lyrik begleitet, beglückt oder verstört uns, seit wir Menschen unsere Gedanken in Worte fassen können. Darüber sprechen wir mit dem Literaturjournalisten Gregor Dotzauer, der Kritikerin Clauda Kramatschek und Jan Bürger vom Deutschen Literaturarchiv.

Gedichte können alles und das auf engstem Raum. Sie sind spielerisch oder grüblerisch, öffnen Räume und Perspektiven, führen ins unbekannte Eigene, machen Vertrautes fremd – oder umgekehrt. Gedichte sind Wahrnehmungs- und Konzentrationsbatterien: kurz und knapp und mit lang anhaltender Wirkung, im besten Fall.

Gedichte handeln von allem, was in der Welt wichtig ist und von allem anderem natürlich auch. Sie können verwundern und beglücken, verwirren und trösten, unterhalten und anstrengen, verärgern und vor den Kopf stoßen. Sind sie gelungen, dann schauen sie jedes Mal, wenn man sie ansieht, anders zurück.

Von dieser kleinsten und ältesten literarischen Form lassen sich Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Gregor Dotzauer ("Der Tagesspiegel", Berlin), Claudia Kramatschek (freie Kritikerin) und die Moderatorin Barbara Wahlster begeistern und verblüffen, anregen und zuweilen auch ärgern. Drei wichtige Neuerscheinungen haben sie sich ausgesucht für das Gespräch im Deutschen Literaturarchiv Marbach und zudem je einen eigenen Tipp mitgebracht. 

Folgende Buchtitel werden in der Runde diskutiert:

Petr Hruška, "Irgendwohin nach Haus"
Übersetzt von Martina Lisa mit Kerstin Becker, mit einem Nachwort von Martin Becker edition AZUR, 2019, 152 Seiten, 20,00 Euro

Monika Rinck, "Alle Türen"
Mit Illustrationen von Andreas Töpfer
kookbooks, 2019, 120 Seiten, 19,90 Euro

Aleš Šteger, "Über dem Himmel unter der Erde"
Aus dem Slowenischen von Matthias Göritz
Edition Lyrik Kabinett, Hanser Verlag, 2019, 96 Seiten, 18 Euro

Und das empfehlen unsere Gesprächspartner:

Jan Bürger:
Jean Daive, "fut bâti / ward gebaut"
Aus dem Französischen von Werner Hamacher
roughbook 047, Urs Engeler, 2019, 174 Seiten, 12 Euro

Gregor Dotzauer:
Jonas Mekas, "Alt ist dieses, unser Sprechen"
Zweisprachige Ausgabe Litauisch und Deutsch, mit einem Vorwort von Czesław Miłosz, übersetzt und mit einem Nachwort von Claudia Sinnig
Matto Verlag, Köln 2013, 200 Seiten, 25 Euro

Claudia Kramatschek:
Sibylla Vričić Hausmann, 3 FALTER 
Reihe Neue Lyrik – Band 14, Hg. v. Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner
poetenladen – der Verlag, 2018, 96 Seiten, 18,80 Euro

Lyrik lesen - Gedichte im Gespräch
Mit Jan Bürger, Gregor Dotzauer und Claudia Kramatschek
Moderation: Barbara Wahlster
Aufzeichnung vom 03. April 2019 aus dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach

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