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Literatur | Beitrag vom 16.08.2020

Lyrik lesenAuf einer Seite die ganze Welt

Moderation: Barbara Wahlster

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Eine historische Schreibmaschine in die ein weißes Blatt eingespannt ist. (Unsplash / Florian Klauer)
Kurz und knapp und doch mit lang anhaltender Wirkung: Lyrik vermag so einiges. (Unsplash / Florian Klauer)

Lyrik beglückt oder verstört, seit Menschen ihre Gedanken und Gefühle in Worte fassen. Drei Kritiker diskutieren mit einer Moderatorin über neue Lyrikbände - und merken bei der Planung: In der Coronakrise verschieben Verlage gern Gedichtbände.

Gedichte können alles und das auf engstem Raum. Sie sind spielerisch oder grüblerisch, öffnen Räume und Perspektiven, führen ins unbekannte Eigene, machen Vertrautes fremd – oder umgekehrt. Gedichte sind Wahrnehmungs- und Konzentrationsbatterien: kurz und knapp und mit lang anhaltender Wirkung, im besten Fall.

Gedichte handeln von allem, was in der Welt wichtig ist, und von allem anderem natürlich auch. Sie können verwundern und beglücken, verwirren und trösten, unterhalten und anstrengen, verärgern und vor den Kopf stoßen. Sind sie gelungen, dann schauen sie jedes Mal, wenn man sie ansieht, anders zurück.

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Von dieser kleinsten und ältesten literarischen Form lassen sich Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Gregor Dotzauer ("Der Tagesspiegel", Berlin), Maren Jäger (freie Kritikerin) und die Moderatorin Barbara Wahlster begeistern und verblüffen, anregen und zuweilen auch ärgern.

Drei wichtige Neuerscheinungen haben sie sich ausgesucht für das Gespräch, das wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Studio stattfand. Außerdem hat jede und jeder von ihnen einen eigenen Tipp mitgebracht. 

Diese Bücher werden in der Runde diskutiert:

Marcel Beyer
: Dämonenräumdienst. Gedichte. Suhrkamp. Berlin 2020. 173 Seiten, 23 Euro

Nadja Küchenmeister: Im Glasberg. Gedichte. Schöffling & Co. Frankfurt am Main 2020, 112 Seiten, 20 Euro

Ror Wolf: Alles andre: ungewiß. Gedichte. Mit zahlreichen farbigen und zum Teil unveröffentlichten Collagen. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Michael Lentz. Schöffling & Co. Frankfurt am Main 2020. 224 Seiten, 26 Euro

Und das empfehlen die Gesprächspartner:

Maren Jäger
Dagmara Kraus: liedvoll, deutschyzno. Kookbooks. Berlin 2020. 80 Seiten, 19,90 Euro

Gegor Dotzauer
Jo Shapcott: Mein Leben im Schlaf. Übersetzt von Jan Wagner, Hanser Berlin. Berlin 2020, 136 Seiten, 19 Euro

Jan Bürger
Mark Strand: Dunkler Hafen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Michael Krüger, Rainer G. Schmidt und Richard Weihe. Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 1997. 108 Seiten, nur antiquarisch erhältlich

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