Mittwoch, 25.11.2020
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. März 2020

Lutz Seiler gewinnt Leipziger Buchpreis

Lutz Seiler hat den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman "Stern 111" gewonnen. Das gab die Jury im Deutschlandfunks Kultur bekannt. Seiler erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Belletristik. Erstmals in der 16-jährigen Geschichte der Veranstaltung wurden die Preise nicht öffentlich vergeben. Die Leipziger Buchmesse war wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden. Der mit insgesamt 60.000 Euro Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Übersetzung, Sachbuch/Essayistik und Belletristik vergeben. Die Gewinner wurden live in der Hörfunksendung "Lesart - das Literaturmagazin" des Deutschlandfunks Kultur verlesen. In der Kategorie Übersetzung gewann Pieke Biermann für ihre Übersetzung des Romans "Oreo" von Fran Ross. Den Preis für das beste Sachbuch/Essayistik erhielt Bettina Hitzer für "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts". hex/cfm

Coronavirus: Immer mehr Kultureinrichtungen schließen

Immer mehr Kultureinrichtungen schließen wegen der Ausbreitung des Coronavirus. So pausieren die Semperoper und das Staatsschauspiel in Dresden zunächst bis zum 19. April. Die Museen in der Stadt sollen vorerst grundsätzlich geöffnet bleiben, aber besondere Hygienemaßnahmen ergreifen. Auch in Hamburg wurden alle Veranstaltungen in staatlichen Theatern und Konzerthäusern bis Ende April per Erlass untersagt. Damit fallen von Freitag an unter anderen alle Veranstaltungen in der Elbphilharmonie, an der Hamburgischen Staatsoper, am Deutschen Schauspielhaus, am Thalia-Theater und auf Kampnagel aus. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schließt ab Samstag sämtliche Häuser. Die von Bund und Ländern getragene Stiftung ist mit fast zwei Dutzend Sammlungen, Museen, Instituten eine der international größten und wichtigsten Kulturinstitutionen. Dazu gehört auch die als Weltkulturerbe eingestufte Museumsinsel in Berlin. In Düsseldorf stoppten Oper, Schauspielhaus und Tonhalle den Spielbetrieb bis zum 2. April. Insgesamt fallen weit über hundert Veranstaltungen aus. Das Kölner Schauspielhaus, die Oper und die Philharmonie sagten bis einschließlich Karfreitag alle Veranstaltungen ab. Die städtischen Museen sollen dagegen geöffnet bleiben. Die größte deutsche Kunstmesse Art Cologne, die für Ende April geplant war, soll nun im November stattfinden. In den vergangenen Tagen waren schon staatliche Theater, Opernhäuser und Konzertsäle etwa in Bayern und in Berlin geschlossen worden. Auch die Salzburger Osterfestspiele und das Beethovenfest in Bonn wurden abgesagt, ebenso die "Lohengrin"-Premiere von Katharina Wagner, die für nächste Woche in Barcelona geplant war.

Tonie Marshall ist gestorben

Die französisch-amerikanische Regisseurin und Schauspielerin Tonie Marshall ist tot. Sie starb im Alter von 68 Jahren, wie ihre Agentur in Paris bestätigte. Marshall wurde 1951 in einem Pariser Vorort geboren. Sie begann ihre Karriere zunächst als Schauspielerin. 1973 gab sie ihr Kino-Debut an der Seite von Catherine Deneuve in "Die Umstandshose". Später fing sie an, auch erfolgreich hinter der Kamera als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten.Tonie Marshall ist die einzige Frau, die jemals den französischen Filmpreis César in der Kategorie Beste Regie gewann. Sie erhielt die Auszeichnung im Jahr 2000 für die dramatische Komödie "Schöne Venus". Das Werk wurde unter anderem auch als Bester Film ausgezeichnet.

Woody Allens Memoiren erscheinen bei Rowohlt

Die deutschsprachige Ausgabe von Woody Allens Biografie wird wie geplant im April bei Rowohlt erscheinen, teilte der Verlag in Hamburg mit. "So können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden", hieß es in der Mitteilung. Die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe "Ganz nebenbei" war wegen der ungeklärten Rechtelage unsicher. Zuvor hatte der US-Verlag Hachette die Memoiren des New Yorker Regisseurs am Wochenende aus dem Programm genommen hatte - nach scharfen Protesten von Mitarbeitern und aus der Familie Allens. Auch Rowohlt-Autoren hatten gegen die Veröffentlichung einen offenen Brief unterzeichnet. Gegen Allen gibt es seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen.

Starpianist Igor Levit gibt Hauskozert auf Twitter

Starpianist Igor Levit verlegt den Konzertsaal in der Corona-Krise auf Twitter. Am Donnerstagabend will er ab 19 Uhr von Zuhause aus für sein Publikum spielen - per Livestream auf Twitter. „Die Konzertsäle sind leer, gemeinsames Hören und Erleben von Musik ist nicht möglich. Das ist traurig, jedoch notwendig. Und gut so“, schrieb Levit auf Twitter. Seine Musik wolle er aber weiter teilen. Solche Livestream-Konzerte wolle er wiederholen, wann immer er könne. Levits Einspielung sämtlicher 32 Klaviersonaten von Beethoven gehört derzeit zu den meistverkauften Klassikaufnahmen in Deutschland.

Salzburger Osterfestspiele abgesagt

Die Salzburger Osterfestspiele sind wegen des Coronavirus abgesagt worden. Der Aufsichtsrat habe am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung getroffen, teilten die Festspiele mit. das Festival hätte am 4. April mit seiner Hauptproduktion, der Oper "Don Carlos" von Giuseppe Verdi, beginnen sollen. Bei den diesjährigen Osterfestspielen standen auch die Kammeroper "La piccola Cubana" von Hans Werner Henze und mehrere Konzerte auf dem Programm. Das von der österreichischen Regierung verfügte Verbot von Veranstaltungen in Gebäuden mit mehr als 100 Teilnehmern endet zwar am 3. April, eine Verlängerung gilt aber wegen der weiter steigenden Zahl an Sars-CoV-2-Infektionen als wahrscheinlich.

Rundfunkbeitrag soll auf 18,36 Euro pro Monat steigen

Der Rundfunkbeitrag in Deutschland soll ab 2021 um 86 Cent auf 18,36 pro Monat steigen. Das beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Bundesländer in Berlin, wie die Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz mitteilte. Die Regierungschef folgten dabei einer entsprechenden Empfehlung der sogenannten Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarf der Rundfunkanstalten (KEF) vom Februar.

Bücher, Hörbücher und Apps für Kinder prämiert

Die Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse haben mit dem "Lesekompass" gemeinsam 30 aktuelle Bücher, Hörbücher und Apps für Kinder und Jugendliche prämiert. Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, sagte, die diesjährige Auswahl ginge der Frage nach, "warum Verantwortung füreinander wichtig ist". Zugleich bewiesen sie Nähe zu gesellschaftlichen Debatten, die auch Kinder und Jugendliche beträfen: Umweltschutz, Klimawandel, Inklusion und Integration. Ziel des "Lesekompass 2020" sei es, eine Orientierung für die jährlich mehr als 9.000 Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich zu bieten. Die Auszeichnung würdigt seit 2012 Medien, die sich besonders gut zur Leseförderung eignen.

Konzertbranche erwartet Milliardenschaden

Die massenhaften Absagen von Großveranstaltungen werden für die Branche nach Schätzungen des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) zu Schäden in Milliardenhöhe führen. Der Verband kalkuliere, dass in der Zeit von März bis Mai rund 80.000 Veranstaltungen abgesagt werden müssen, sagte Jens Michow, geschäftsführender Präsident des BDKV, der "Welt". "Der Schaden wird, sofern sich dieses Katastrophenszenario realisiert, gut und gerne 1,25 Milliarden Euro betragen." Viele Unternehmen in der Branche fürchten um ihre Existenz. Bereits Ende Februar hatte sein Verband ein Hilfsprogramm von der Politik gefordert.

Kein "Lohengrin" von Katharina Wagner in Barcelona

Auch die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bekommt die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus zu spüren. Die Premiere ihrer "Lohengrin"-Inszenierung in Barcelona kann nicht wie geplant am Donnerstag kommender Woche stattfinden, wie das Gran Teatre del Liceu mitteilte. Das Theater stellt seinen künstlerischen Betrieb nach Angaben auf der Theaterhomepage bis zum 26. März ein. Die erste "Lohengrin"-Aufführung ist demnach derzeit für den 28. März geplant. Die Urenkelin von Richard Wagner wollte den "Lohengrin" ihres Urgroßvaters in Barcelona ursprünglich am 19. März mit Klaus Florian Vogt in der Titelrolle auf die Bühne bringen. Erin Wall sollte die Elsa von Brabant singen und Evelyn Herlitzius deren Gegenspielerin Ortrud.

Staatstheater Stuttgart und Museum Barberini zu

Alle Vorstellungen des Staatstheater Stuttgart fallen vom 12. März bis zum 19. April 2020 aus. Der Entscheidung liegt eine vom Land Baden-Württemberg verfügten Anordnung im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Infektion mit dem Coronavirus zu Grunde. Abgesagt werden auch alle Führungen und Begleitprogramme. Die Karten für die abgesagten Vorstellungen werden kostenfrei storniert. Auch das Potsdamer Museum Barberini ist ab sofort für sechs Tage geschlossen. Das pro Tag empfohlene Limit von höchstens 500 bis 1.000 Besuchern bei Kulturveranstaltungen ließe sich nicht gewährleisten, hieß es zur Begründung. Das Museum, in dem derzeit eine große Monet-Ausstellung zu sehen ist, hatte bereits in der vergangenen Woche die Anzahl der Besucher stark begrenzt.

James Blunt spielt vor leeren Rängen

Popsänger James Blunt spielte wegen des Coronavirus im Großen Saal ein Konzert ohne Publikum. Das Konzert konnte aber als Livestream kostenlos im Internet verfolgt werden. "Ohne euch wäre es nur eine Probe", richtete Blunt, lässig in T-Shirt, Jeans und Turnschuhen bekleidet, das Wort an die Zuschauer an den Bildschirmen. Statt Jubel gab es zwischen den Liedern Stille und eine dunkle Bühne. Außenaufnahmen der bunt beleuchteten Elbphilharmonie wurden eingeblendet. Am Ende des gut anderthalbstündigen Auftritts applaudierten James Blunt und seine Band sich selbst.

Roncalli-Chef bittet Politik um Hilfe

Der Direktor des Zirkus Roncalli, Bernhard Paul, hat nach der Absage der Vorstellungen in Recklinghausen wegen des neuartigen Coronavirus die Politik um Hilfe gebeten. "Momentan wird nur über Hilfen für die Wirtschaft gesprochen, die Kultur ist einmal mehr das Stiefkind", schrieb Paul in einem offenen Brief an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Das neue Programm "All for art for all" sei zwei Jahre lang vorbereitet worden, der Zirkus beschäftige 150 Menschen, es seien bereits 500 000 Euro investiert worden. Die nicht-subventionierte Kulturszene werde sich von diesem "Kulturschock" jahrelang nicht erholen, schrieb Paul. Der Kreis Recklinghausen hatte aus Gründen des Infektionsschutzes beschlossen, das Roncalli-Gastspiel vom 12. März bis zum 5. April Recklinghausen abzusagen.

Tom Hanks und Ehefrau mit Coronavirus infiziert

Hollywood-Star Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson sind positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden und haben sich in Quarantäne begeben. Sie hätten sich während ihres aktuellen Aufenthalts in Australien unwohl gefühlt, leichtes Fieber und Gliederschmerzen gehabt und sich untersuchen lassen, erklärte der 63-jährige Hanks in einer Stellungnahme sowie über Twitter und Instagram. Die beiden befanden sich nach Behördenangaben in einem Krankenhaus in Queensland in stabilem Zustand. Die Produktion des Biopics über Elvis, an dem Hanks in Australien gearbeitet hatte, wurde eingestellt, wie das Filmstudio Warner Bros mitteilte.

Spanien schließt Prado und viele andere Museen

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schließt Spanien das weltberühmte Madrider Museo del Prado. Der Prado, das Museo Reina Sofía, das Thyssen-Bornemisza sowie zahlreiche andere Kunst- und Ausstellungshäuser und Staatsarchive der spanischen Hauptstadt werden ab Donnerstag und "bis auf weiteres" nicht mehr besucht werden können, wie das Kulturministerium in Madrid mitteilte. Mit dieser Maßnahme leiste man den jüngsten Vorgaben der spanischen Regierung Folge, die für die Gebiete mit besonders hoher Übertragungsrate des Covid-19-Erregers beschlossen worden seien, hieß es. Mit mehr als eintausend nachgewiesen Infektionen und 31 Toten hat Madrid knapp die Hälfte aller Fälle in Spanien.

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