Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 02.12.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. April 2020

Lübeck fertigt Christo-Verhüllung für Paris

Für ein Projekt des amerikanischen Künstlers Christo (84) steuert die Lübecker Firma "Die Luftwerker" rund 25 000 Quadratmeter Spezialstoff bei. Für die Kunstinstallation, bei der der Pariser Triumphbogen verhüllt werden soll, werde ein mit Metall beschichtetes Material verwendet, sagte Firmenchef Robert Meyknecht. "Es besteht aus Polypropylen und wiegt 615 Gramm pro Quadratmeter. Entsprechend groß ist die Last, die die Mitarbeiter beim Nähen auf dem Schoß haben." Insgesamt würden rund 40 Panels genäht, die für die Installation im Herbst am Arc de Triomphe vorgesehen sind, so Meyknecht. Das Unternehmen hat auch in der Vergangenheit für Kunstprojekte mit Christo zusammengearbeitet - so bei dessen "Floating Piers" (2016) auf dem Lago d'Iseo in Oberitalien oder sein "Big Air Package" (2010-2013) im Gasometer Oberhausen.

Mehrere Festivals abgesagt

Die Festivals Hurricane, Southside, Deichbrand, Elbjazz, Limestone, Highfield und M'era Luna sind wegen der Coronaviruskrise abgesagt. Sie müssen "aufgrund des bundesweiten Veranstaltungsverbots bis zum 31. August 2020" ausfallen, wie der Veranstalter FKP Scorpio mitteilte. Ob Ticketinhaber ihr Geld zurückbekommen, blieb zunächst offen. Die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August hatten die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder zuvor beschlossen.

Kongolesischer Musiker Kanema gestorben

Einer der berühmtesten Bandleader Ostafrikas ist tot. Der Sänger Kasongo wa Kanema starb am Dienstag im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in Nairobi an einem Schlaganfall, wie kenianische Zeitungen berichteten. Der gebürtige Kongolese gehörte zum Orchestra Super Mazembe, das mit seiner Lingala-Tanzmusik in den 70er und 80er Jahren Furore machte. Die bis zu 13-köpfige Band wurde 1967 in Kinshasa im damaligen Zaire (Kongo) gegründet, bevor sie in wechselnder Besetzung über Sambia und Tansania Anfang der 70er Jahre in Kenia landete, dem Ort ihrer größten Erfolge.

Karl-May-Spiele Bad Segeberg für 2020 abgesagt

Die Karl-May-Spiele im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg haben die Spielzeit für diesen Sommer aufgrund der Coronakrise abgesagt. Das geplante Stück "Der Ölprinz" mit Sascha Hehn in der Titelrolle und Alexander Klaws als Apachenhäuptling Winnetou wird auf 2021 verschoben, wie die Veranstalter mitteilten. Es hätte 2020 vom 27. Juni bis 6. September laufen sollen. Für "Der Ölprinz" waren zuvor schon mehr als 70.000 Tickets verkauft worden, so der Veranstalter. Großveranstaltungen bleiben laut Bundesregierung bis zum 31. August untersagt.

Grütters: Gute Nachricht für Autoren und Verlage

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Empfehlung von Bund und Ländern zur Wiedereröffnung von Buchhandlungen, Bibliotheken und Archiven in der Coronakrise begrüßt. "Dies ist insbesondere eine gute Nachricht sowohl für die Buchhandlungen als auch für die Autoren und für ihre Verlage", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Gleichzeitig setzt Grütters auf zusätzliche Erleichterungen für die Kulturszene. "Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt und unter Einhaltung hygienischer Vorschriften dazu kommen werden, auch weitere Kultureinrichtungen wieder für die Künstler und ihr Publikum zu öffnen." Seit Beginn der Coronakrise sind etwa Museen, Theater und Opern geschlossen. Konzerte und andere Kulturveranstaltungen müssen seit Wochen abgesagt werden.

Prager Wenzelsplatz wird umgestaltet

Mit einem symbolischen Hammerschlag haben die Arbeiten zur Umgestaltung des historisch bedeutsamen Prager Wenzelsplatzes begonnen. Geplant ist, die Fußgängerzone zu Lasten des Autoverkehrs zu vergrößern und neue Trinkbrunnen und Grünflächen zu schaffen, wie Radio Prag berichtete. Die Renovierung soll im Dezember 2021 abgeschlossen sein und die Baukosten rund 12 Millionen Euro betragen. Der Platz entstand im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. als Mittelpunkt der Prager Neustadt. 1848 wurde er nach dem heiligen Wenzel von Böhmen (um 907-935) benannt. Mit rund 750 Metern Länge gehört er zu den größten städtischen Plätzen in Europa. Ende 1989 war er Schauplatz der sogenannten Samtenen Revolution in Tschechien.

Filmmuseum Frankfurt lädt zu Instagram-Aktion ein

Angesicht der Corona-Kontaktverbote hat das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main (DFF) eine besondere Aktion gestartet. Unter dem Motto "Zwischen Film und Quarantäne" sollen Filmfans mehr oder weniger bekannte Filmmotive zu Hause nachstellen und auf Instagram veröffentlichen. "Die Kinos sind geschlossen, soziale Kontakte sind auf ein Minimum eingeschränkt, und unser ganzes Leben spielt sich derzeit an einem einzigen Ort ab: in den eigenen vier Wänden. Damit auch hier große Filmmomente entstehen können, hat das DFF zur 'Filmstill Challenge' aufgerufen", erklärte das Museum. Auf dem Instagram-Kanal des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt finden sich bereits zahlreiche Beispiele, etwa aus den Filmen "Rocky" und "Matrix".

Goethe-Institut geht in Kurzarbeit

Die Goethe-Institute in Deutschland gehen in Folge der Corona-Krise in Kurzarbeit. Betroffen sind rund 350 Mitarbeitende, wie das Institut mitteilte. Mit dem Gesamtbetriebsrat werde dazu eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Derzeit sind weltweit fast alle 157 Goethe-Institute für den Publikumsverkehr geschlossen. Dadurch entfallen Einnahmen durch Sprachkurse, die nur zum Teil durch digitale Angebote kompensiert werde können. Die 12 inländischen Institute seien von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Schließungen besonders hart getroffen, sagte Generalsekretär Johannes Ebert, denn diese sollen und dürfen vom Bund nur mit Krediten unterstützt werden. Für die Auslandsarbeit sind hingegen auch zusätzliche Finanzmittel rechtlich möglich. Die Bundesregierung hat diese für die Institute im Ausland auch angekündigt. Das Goethe-Institut dient als kulturelles Aushängeschild Deutschlands im Ausland. Derzeit sitzt die Kulturinstitution in 98 Ländern.

Berliner Philharmoniker mit Online-Mitmach-Angebot

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker bietet in den nächsten sechs Wochen ein digitales Mitmach-Programm für zu Hause an. Unter dem Titel #PhilZuHause stehe jede Woche ein Musikvermittlungsprojekt aus der Digital Concert Hall im Fokus, das zusätzlich mit kreativen Aufgaben auf der Webseite der Philharmoniker ergänzt werde. Man wolle mit dem Angebot vor allem Familien im aktuellen Alltag zu Hause unterstützen und dabei Kinder und Jugendliche mit und durch Musik fördern, sagte Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Berliner Philharmoniker. Das Mitmachprogramm startet in dieser Woche und beinhaltet unter anderem eine Kinderoper und ein Tanzprojekt.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt in Altenheimen

Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin spielen während der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Seniorenheimen und Krankenhäusern. Insgesamt zehn Konzerte an sieben Orten habe das Orchester auf die Beine gestellt, um seine Unterstützung und Solidarität auszudrücken, teilte das Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin mit. Nach Auftritten von jeweils zwei bis drei Musikern unter anderem in einem Seniorenheim und im Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte seien weitere Konzerte in anderen Einrichtungen in Berliner Stadtteilen geplant.

Kölner Museum sammelt Fotos aus dem Corona-Alltag

Das Kölnische Stadtmuseum möchte die Corona-Zeit für die Nachwelt dokumentieren und bittet die Bürger um Hilfe. Sie sollen Fotos von Begebenheiten und Dingen einsenden, die die derzeitige Ausnahmesituation abbilden, kündigte die Stadt Köln an. Das könnten etwa Aufnahmen sein von Nachbarschaftshilfen, Mundschutzmasken, neuen Schutzvorkehrungen am Arbeitsplatz oder von Hamster-Vorräten. Auch kurze Erläuterungen dazu seien erwünscht, hieß es. Das Stadtmuseum werde als "Gedächtnis der Stadt" die Fotos und Geschichten sammeln und ausgewählte Objekte später in die Sammlung aufnehmen.

Vorbereitung für documenta mit Online-Lösung

Die Corona-Krise zwingt die Verantwortlichen für die documenta Ausstellung in Kassel zum Umplanen. Darum laufe die Vorbereitung der documenta 15 derzeit auf "digitalen Hochtouren", sagte Sabine Schormann, Generaldirektorin der gemeinnützigen documenta und Museum Fridericianum GmbH. Statt des für Ende März geplanten zweiwöchigen Treffens in Kassel habe man auf virtuelle Meetings mit bis zu 30 Teilnehmern aus mehr als zehn Ländern umgestellt. Dies ersetze zwar nicht das persönliche Treffen, erlaube aber ein intensives Arbeiten, so Schormann. Die nächste Ausgabe der documenta ist für 2022 geplant. Die Schau hat traditionell eine sehr starke internationale Ausrichtung. Die aktuelle künstlerische Leitung, das Kollektiv ruangrupa, kommt aus Indonesien.

Deutschland bietet Hilfe für Kathedrale Notre-Dame an

Zum Jahrestag der Brandkatastrophe in der Pariser Kathedrale Notre-Dame wollen deutsche Politiker ein besonderes Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft setzen. So haben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer Frankreich eine Beteiligung an der Restaurierung der Kathedrale vorgeschlagen. Deutschland wolle einen bedeutenden Beitrag zum Wiederaufbau leisten, und dieser solle auch ein Symbol für die deutsch-französische Freundschaft sein. Am 15. April 2019 hatte ein verheerender Brand die Pariser Kathedrale stark beschädigt - ein Teil des Gewölbes stürzte ein.

Wiederaufbau von Notre Dame verzögert sich

Vor einem Jahr, am 15. April 2019, ging die Pariser Kathedrale Notre Dame in Flammen auf. Die Kirche, die zum Weltkulturerbe zählt, wurde bei dem Feuer schwer beschädigt. Die Bilder lösten weltweit Bestürzung aus. Der französische Präsident Macron hatte damals gesagt, dass der Wiederaufbau bis 2024 dauern werde. Dagegen geht die ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Doms, Barbara Schock-Werner, davon aus, dass der Wiederaufbau des Gotteshauses länger dauern wird als geplant. Auch ein Jahr nach dem verheerenden Brand sei man noch immer mit Sicherungsarbeiten beschäftigt, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Hinzu komme, dass die Baustelle wegen der Corona-Krise mindestens noch bis Mitte Mai stillgelegt sein werde.

Kulturnachrichten hören

April 2020
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur