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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. Februar 2019

Loveparade-Prozess: Wunsch nach Aufklärung

Stiftung für die Opfer der Massenpanik fordert weitere Aufklärung

Nach der Einstellung des Loveparade-Prozesses gegen sieben Angeklagte hofft der Vorstand der Stiftung für die Opfer der Massenpanik, Jürgen Widera, dass das weitere Verfahren noch mehr Aufklärung bringt. Es seider Wunsch vieler Eltern der Getöteten, dass der Prozess gegen die drei verbliebenen Angeklagten "weitere Mosaiksteine" über den Verlauf und die Gründe für die Loveparade-Katastrophe im Sommer 2010 zutage bringe, sagte Widera dem Evangelischen Pressedienst. Bei der Massenpanik auf der Loveparade waren am 24. Juli 2010 in Duisburg 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 600 wurden im Menschengedränge verletzt. Das Landgericht Duisburg hat das Verfahren gegen sechs damalige Mitarbeiter der Stadt Duisburg und den früheren Kreativdirektor der Veranstalterfirma Lopavent nach 101 Verhandlungstagen ohne Auflagen eingestellt. Drei weitere Lopavent-Mitarbeiter, die eine Geldauflage in Höhe von jeweils etwa 10.000 Euro hätten zahlen sollen, hatten die Einstellung abgelehnt. Grund für die Einstellung ist unter anderem, dass das Gericht die individuelle Schuld der Angeklagten nur als gering oder mittelschwer bewertet. Die Katastrophe gehe neben Planungsfehlern auf "kollektives Versagen" am Veranstaltungstag zurück.

Kerstin Ott tanzt bei "Let's Dance" mit einer Frau

Erstmals tanzt bei der TV-Show "Let's Dance" ein gleichgeschlechtliches Paar

Das teilte der Privatfernsehsender RTL am Mittwoch in Köln. "Für mich wäre es merkwürdig, mit einem Mann zu tanzen", sagt die lesbische Sängerin Kerstin Ott ("Die immer lacht"). Dass sie eine Tanzpartnerin und keinen Mann als Tanzpartner bekommt, war für Ott demnach Voraussetzung, um an der Show teilzunehmen. "Es ist schön zu zeigen, dass es auch mehr gibt als diesen klassischen Tanz", so Ott. Laut RTL übernimmt Ott, den sogenannten männlichen Part bei den Tanzschritten.

T.C. Boyle will nicht über Donald Trump schreiben

US-amerikanischer Star-Autor auf Deutschland-Tour

Der US-Autor T. C. Boyle will sich US-Präsident Donald Trump literarisch nicht widmen. Stattdessen bekämpfe er ihn über Twitter, sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk Kultur. Boyle veröffentlicht im Durchschnitt alle zwei Jahre einen Roman. Sein neuestes Werk „Das Licht“ widmet sich literarisch LSD-Guru Timothy Leary. Da T. C. Boyle in Deutschland eine so große Fangemeinde hat, erscheint das Werk sogar zuerst auf Deutsch. Zu Gegenwartsfragen nehme er vor allem in seinen Kurzgeschichten Stellung, sagte T. C. Boyle im Deutschlandfunk Kultur. Sie seien leider bislang nicht auf Deutsch übersetzt. „Aber ein Buch wie ‚America‘, das ist heute relevanter als vor 25 Jahren“, sagte der Schriftsteller über seinen Roman aus dem Jahr 1995, in dem er sich mit den amerikanischen Werten und Ängsten auseinandersetzt.

"Aschenbrödel"-Regisseur Vorlicek gestorben

Vaclav Vorlicek gilt als Wegbereiter des tschechoslowakischen Märchenfilms

Der Regisseur des TV-Weihnachtsklassikers "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", Vaclav Vorlicek, ist tot. Der Tscheche sei am Dienstag im Alter von 88 Jahren in Prag nach einer Krebserkrankung gestorben, berichtete die Agentur CTK. Vorlicek galt als einer der Wegbereiter des tschechoslowakischen Märchenfilms. Über seinen erfolgreichsten Film mit Pavel Travnicek und Libuse Safrankova in den Hauptrollen sagte Vorlicek einmal: "Entscheidend war die Idee, dass sich die Aschenbrödel-Geschichte im Winter abspielen sollte." In den 1980er Jahren drehte Vorlicek dann beliebte Fantasy-Kinderserien wie "Die Märchenbraut" und "Der fliegende Ferdinand", die sowohl im west- als auch im ostdeutschen Fernsehen zu sehen waren. Für sein Lebenswerk wurde Vorlicek 2017 mit dem Kristallglobus des internationalen Filmfestivals in Karlsbad (Karlovy Vary) ausgezeichnet.

Ivanka Trump ärgert sich über Kunstperformance

Ivanka-Double staubsaugt in Washingtoner Kunstgalerie

Zu einem Medienbericht über die Performance "Ivanka Vacuuming" in der Flashpoint Gallery twitterte Präsidententochter Ivanka Trump: "Frauen können wählen, ob sie sich gegenseitig zerlegen oder gegenseitig aufbauen. Ich wähle Letzteres." Donald Trump Junior sprach in einem Tweet von einer "sexistischen Attacke" gegen seine Schwester. Für "selbsterklärte Feministinnen" sei Sexismus offenbar in Ordnung, wenn er den politischen Feind verletze, twitterte der älteste Präsidentensohn. In der Performance der US-amerikanischen Künstlerin Jennifer Rubell saugt eine Frau, die aussieht wie Ivanka Trump, unablässig einen pinken Teppich. Besucher der Ausstellung können ihr Krümel hinwerfen. Die Interaktion erzeuge ein Gefühl von Macht, heißt es in einer Erklärung der Künstlerin. Besucher sollten ihre eigene Beziehung zur Figur und eine Mitschuld an deren Rollenspiel hinterfragen.

Neue Stiftung zur Erforschung von Sigmar Polkes Kunst

Forschungsstipendien und Ausstellungen sollen sich Polkes Werk widmen

Die Tochter des Künstlers Sigmar Polke (1941-2010), Anna Polke, hat eine Stiftung zur wissenschaftlichen Erforschung seines Werks gegründet. "Mein Vater zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart", sagt Polke. Sie wünsche sich sehr, dass sich nachfolgende Generationen mit seinem Werk beschäftigten. Neben der Vergabe von Stipendien sind Symposien, Ausstellungen, Publikationen und ein Oral-History-Projekt mit persönlichen Erinnerungen geplant. Polke setzte sich in den 60er Jahren wie die amerikanische Pop Art mit der Warenwelt der Konsumgesellschaft auseinander, dies jedoch deutlich kritischer und spöttischer als Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Zum Kunstbetrieb wahrte er zeitlebens Distanz. Seine Bilder erzielen heute Millionenpreise.

Empfang für Liam Neeson-Film in New York abgesagt

Schauspieler wurde nach Zeitungsinterview Rassismus vorgeworfen

Kurz vor der Premiere des neuen Liam Neeson-Films "Cold Pursuit" am Dienstagabend in New York ist der geplante Empfang für das Filmteam auf dem roten Teppich abgesagt worden, wie US-Medien berichteten. Der britisch-amerikanische Schauspieler war durch ein Interview der Zeitung "The Independent" in die Schlagzeilen geraten. Darin offenbarte er früher gehegte Rachegelüste, nachdem eine ihm nahestehende Frau erzählt habe, sie sei von einem Schwarzen vergewaltigt worden. Neeson wies Vorwürfe zurück, er habe rassistisches Verhalten gezeigt, als er vor fast 40 Jahren Rache für eine Freundin nehmen wollte. "Ich bin kein Rassist", sagte Neeson ("Schindlers Liste") im US-Frühstücksfernsehen. Er habe sich damals Hilfe gesucht, habe mit einem katholischen Priester gesprochen, so Neeson nun im ABC-Interview. Über sein Verhalten sagte er: "Es schockte mich und es verletzte mich."

Oscar-Verleihung ohne Moderator

Moderator Kevin Hart gab Job nach Kontroverse um homophobe Äußerunden zurück

Nach der Absage von Komiker Kevin Hart wird die diesjährige Oscar-Verleihung ganz ohne Gastgeber über die Bühne gehen. Wie der ausstrahlende Sender ABC unter Berufung auf die Filmakademie mitteilte, wird es bei der 91. Vergabe der Goldjungen am 24. Februar nur Präsentatoren geben, die die Trophäen an die Preisträger aushändigen. Zu diesen Helfern gehören Stars wie die Oscar-Preisträgerinnen Whoopi Goldberg und Charlize Theron sowie Bond-Darsteller Daniel Craig und die Rapperin Awkwafina ("Ocean's 8"). Normalerweise führen dazu ein oder mehrere Moderatoren durchs Programm. Mit Spaß-Einlagen lockerten früher etwa die Moderatoren Jimmy Kimmel oder Ellen DeGeneres die Gala auf. Der Komiker Hart war im Dezember nach einer Kontroverse um frühere schwulenfeindliche Bemerkungen als geplanter Moderator der Show abgesprungen. Einen Ersatz hatte die Akademie nicht benannt.

200 Millionen Dollar-Spende an New Yorks MoMA

Spende der Familie Rockefeller eine der größten Spenden der Museumsgeschichte

Die Industriellen-Familie Rockefeller lässt dem New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) eine Spende von 200 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) zukommen. Es handelt sich um eine der größten Spenden, die jemals an ein Museum gezahlt wurde. Die Rockefellers haben eine lange Geschichte als großzügige Mäzene der New Yorker Kunst-Institution: Im Jahr 2005 ließ der inzwischen verstorbene Familienpatriarch David Rockefeller dem Museum schon einmal 100 Millionen Dollar zukommen. Zudem spendete er Gemälde von Picasso, Gauguin, Matisse und Cézanne. Das Museum wird die neue Großspende gut brauchen können: Wie es am Dienstag mitteilte, wird es über den Sommer wegen Umbauarbeiten für vier Monate schließen müssen. Die Kosten werden auf 400 Millionen Dollar geschätzt.

Komponist Jenkins: Brexit wird in Katastrophe führen

"Die Menschen wurden zum Zeitpunkt des Referendums in die Irre geführt"

Karl Jenkins, walisischer Komponist blickt dem Brexit mit großer Sorge entgegen. "Ich halte es für eine desaströse Entscheidung, die auf eine Katastrophe zusteuert", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur. "Die Menschen wurden zum Zeitpunkt des Referendums in die Irre geführt; sie hätten das alles nicht glauben sollen", so Sir Karl, der am 17. Februar 75 Jahre alt wird. Bekannt wurde Jenkins vor allem durch die sphärische Hymne "Adiemus", die er 1994 für die Werbung einer Fluggesellschaft komponierte, und seine Friedensmesse "The Armed Man". Seither wurde das Werk mehr als 2.500 mal in rund 20 Ländern aufgeführt. Für seine klassischen Werke sowie Kompositionen für Werbung und Film wurde er vielfach ausgezeichnet.

Pink mit Stern auf Hollywood Walk of Fame geehrt

Popsängerin dankt ihrem Vater

"Es fühlt sich an wie ein Traum", sagte die 39-Jährige bei der Zeremonie in Los Angeles. Die von ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern begleitete Sängerin dankte bei der Enthüllung des Sterns ihrem Vater. Dieser habe ihre beigebracht, dass jeder sich selbst treu bleiben müsse. Die Sängerin, die mit richtigen Namen Alecia Moore heißt, hat seit Beginn ihrer Solokarriere im Jahr 2000 mehr als 50 Millionen Alben verkauft. 20 Mal wurde sie für den Grammy nominiert. Drei Mal gewann sie die begehrte Auszeichnung, unter anderem für den Hit "Lady Marmalade" vom Soundtrack des Films "Moulin Rouge". Am kommenden Sonntag könnte sie einen weiteren Grammy gewinnen. Sie ist für ihr Album "Beautiful Trauma" nominiert.

Unbekannte beschädigen Grabstein von Karl Marx

Londoner Betreiber vermuten gezielten Angriff aus politischen Gründen

Unbekannte haben offenbar aus politischen Gründen den Grabstein von Karl Marx in London beschädigt. Der Betreiberverein des Highgate-Friedhofs sprach von einem "gezielten Angriff" auf die Ideologie des deutschen Philosophen und Mitbegründers des Kommunismus. Mit einem stumpfen Gegenstand hätten die Täter auf den empfindlichsten Teil des Grabsteins eingeschlagen: eine alte Marmorplatte, auf der die Namen und Todesdaten von Karl Marx und anderen Mitgliedern seiner Familie stehen. Angriffe auf den Grabstein gab es schon eine ganze Reihe: Mal wurde die Büste vom Sockel gestoßen, mal wurde er mit Farbe bespritzt. In den Siebzigerjahren gab es sogar einen Anschlag mit einer Rohrbombe.

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