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Dienstag, 12.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. November 2018

Louvre will neue Bevölkerungsschichten locken

Freier Eintritt an jedem ersten Samstagabend im Monat

Der Eintritt in den Pariser Louvre wird ab 2019 an jedem ersten Samstagabend im Monat kostenlos. Wie die Museumsleitung erklärte, will der Louvre mit der Aktion neue Bevölkerungsschichten zum Besuch seiner weltberühmten Sammlungen animieren. Im Gegenzug sollen kommendes Jahr die besonders bei Touristen beliebten freien Eintritte an den ersten Sonntagen im Monat zwischen Oktober und März gestrichen werden. An zwölf Samstagen im Jahr werde der Eintritt in den Louvre zwischen 18.00 Uhr und 21.45 Uhr kostenlos sein. Besucher sollen mit den Gratis-Tickets Zutritt in die Denon- und Sully-Flügel erhalten. Wer den Richelieu-Flügel ansehen möchte, müsse zuvor reservieren. Die Aktion sei zunächst als einjähriger Testlauf konzipiert.

Deutscher Kurzfilmpreis verliehen

Sieger in der Kategorie Spielfilm sind Daniel Popat und Sophia Bösch

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sechs Filmschaffende mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet. Bei einer Gala in Potsdam gingen die beiden Preise für Spielfilme an Daniel Popat für "Hostel" und Sophia Bösch für "Rå". In den Kategorien Animations-, Experimental- und Dokumentarfilme wurden die Regisseure Florian Maubach, Brenda Lien sowie Ann Sophie Lindström und Uwe Martin ausgezeichnet. Die Filmpreise in Gold sind mit jeweils bis zu 30 000 Euro dotiert.

Frauenrechtlerin Seyran Ateş ausgezeichnet

Ateş wird für ihren Einsatz gegen politisch-religiösen Extremismus geehrt

Die Berliner Frauenrechtlerin Seyran Ateş erhält den mit 10 000 Euro dotierten Preis "Das unerschrockene Wort". Mit ihm würdigen die 16 Lutherstädte den Einsatz der 55-Jährigen für einen liberalen Islam und gegen politisch-religiösen Extremismus, wie die Stadt Marburg mitteilte. Ateş sei eine Pionierin der Integrationsarbeit mit "enormer Zivilcourage", heißt es in der Begründung der Jury. Der Preis soll am 27. April in Marburg überreicht werden.

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Anja Reschke

Jury: Reschke zeige "Haltung ohne Arroganz und Stehvermögen ohne Sturheit"

Die "Panorama"-Moderatorin Anja Reschke hat den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus erhalten. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr heute Abend in Hamburg verliehen. Reschke zeige Haltung ohne Arroganz, Toleranz ohne Beliebigkeit und Stehvermögen ohne Sturheit, urteilte die Jury. Der mit 2500 Euro dotierte Sonderpreis ging an das 3sat-Magazin "Kulturzeit".

Renoir-Gemälde vor Auktion im Dorotheum gestohlen

Werk sollte heute Abend versteigert werden

Im Wiener Auktionshaus Dorotheum ist ein Kunstwerk des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir gestohlen worden. Die Polizei fahndete nach drei Tatverdächtigen. Das 27 x 40 Zentimeter große Werk von 1895 zeigt eine Küstenlandschaft. Es wird auf 120.000 bis 160.000 Euro geschätzt. Die mutmaßlichen Profis waren laut Polizei gezielt zu dem Bild im zweiten Stockwerk des Gebäudes gegangen und hatten es aus dem Rahmen genommen oder geschnitten. Die Männer verließen das Dorotheum über drei unterschiedliche Ausgänge. Auf einer Überwachungskamera konnten Lichtbilder der mutmaßlichen Täter sichergestellt werden. Bei der für heute Abend terminierten Versteigerung von Werken der Klassischen Moderne sollten rund 250 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen unter den Hammer kommen. Das Dorotheum ist eines der führenden Auktionshäuser in Europa.

Unesco erklärt Blaudruck zum immateriellen Kulturerbe

Nur noch zwölf Betriebe in Deutschland wenden dieses Färbeverfahren an

Blaudruck, eine auch in Deutschland verwendete jahrhundertealte Technik der Textilveredelung, ist zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Dies entschied der zuständige Ausschuss der UN-Kulturorganisation Unesco bei einer Sitzung auf Mauritius. Deutschland war zusammen mit Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei an der Nominierung beteiligt. Der Blaudruck ist ein Färbeverfahren, das im 18. und 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weit verbreitet war und vor allem auf Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt wird. Heute gibt es der Unesco zufolge nur noch zwölf Betriebe in Deutschland und 15 in anderen europäischen Ländern, die diese Kulturform ausüben. Außerdem wurden u.a. das syrische Schattenspiel (eine alte Theaterkunst), die traditionelle Parfumherstellung in der französischen Stadt Grasse, der aserbaidschanische Gruppentanz Yalli, Massai-Übergangsriten, sowie traditionelle meteorologische und astronomische Praktiken aus Pakisten in die Liste aufgenommen.

In DDR "undruckbar" - Günter Kunert findet Roman

Manuskript in einer Truhe entdeckt

Fast 45 Jahre schlummerte ein Manuskript von Günter Kunert vergessen in seinem Archiv, zum 90. Geburtstag des Schriftstellers wird der Roman endlich veröffentlicht. Der Text sei so frech, brisant und politisch unmöglich gewesen, dass der damals noch in der DDR lebende Autor ihn keinem Verlag vorgelegt habe, teilte der Göttinger Wallstein Verlag mit. Das in der DDR "absolut undruckbare" Manuskript habe der 89-Jährige vor kurzem zufällig in einer Truhe entdeckt. "Die zweite Frau" soll im Februar 2019 erscheinen. Kunert, in jungen Jahren überzeugter Sozialist, war 1979 in die Bundesrepublik übergesiedelt. Der vielfach ausgezeichnete Künstler ist eher für seine Gedichte und kurzen Prosatexte bekannt. Im Mittelpunkt des wiederentdeckten Romans steht ein Mann, der zum 40. Geburtstag seiner Frau verzweifelt ein Geschenk sucht.

9000 Jahre alte Steinmaske im Heiligen Land gefunden

"Einmaliges Fundstück in der archäologischen Welt"

Im Heiligen Land ist eine vermutlich 9000 Jahre alte Steinmaske gefunden worden. Archäologen hätten das Artefakt aus der Jungsteinzeit untersucht, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Die Behörde wollte auf Nachfrage keine Einzelheiten nennen, wie und wo genau die Maske gefunden wurde. Sie stamme aus der Nähe der Stadt Hebron im Westjordanland, hieß es in der Mitteilung. "Die Maske ist ein einmaliges Fundstück in der archäologischen Welt", sagte ein Mitarbeiter der Raubpräventions-Einheit. Die Maske besteht aus rosa-gelbem Kalkstein und erinnert an ein menschliches Gesicht.

Archäologen entdecken Sarkophage mit Mumien

Altägyptisches Pyramiden- und Gräberfeld südlich von Kairo

Archäologen haben südlich von Kairo acht Sarkophage mit Mumien entdeckt. Das ägyptische Ministerium für Altertumsgüter erklärte, die Mumien stammten aus der Spätzeit des Alten Ägyptens zwischen 664 und 332 vor Christus. Sie seien mit einer Art Pappe umhüllt und bemalt. Das Ministerium erklärte, die Sarkophage seien in der Umgebung der Pyramide von König Amenemhet II., etwa 40 Kilometer südlich der ägyptischen Hauptstadt, gefunden worden. Dort liegt ein altägyptisches Pyramiden- und Gräberfeld. Ägypten hofft, mit Funden wie diesen den Tourismus anzukurbeln, der nach den Unruhen des Arabischen Frühlings 2011 deutlich zurückging.

Freiburger-Münster-Zeichnung wechselt Besitzer

Radiokarbonanalyse erwies Echtheit

Für 420.000 Euro haben die Städtischen Museen Freiburg, die Erzdiözese und die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung eine Bauzeichnung des Münsterturms aus der Mitte des 15. Jahrhunderts erworben. Das Pergament war im Besitz eines süddeutschen Adelshauses und konnte über einen Londoner Kunsthändler angekauft werden, teilte die Stadt mit. Der rund 107 mal 35 Zentimeter große Plan wurde in brauner Tinte auf zwei unterschiedlich große Pergamentstücke gezeichnet. Die Zeichnung entspricht weitestgehend dem gebauten Zustand des Gotteshauses. Mit einer Radiokarbonanalyse hatten sich die Käufer vorab vergewissert, keiner Fälschung aufzusitzen. Ab 2020 soll der Plan im Augustinermuseum gezeigt werden. Bisher sind sechs mittelalterliche Zeichnungen des Münsterturms bekannt. Nun kommt erstmals eine nach Freiburg.

Suche nach NS-Raubkunst verstärken

Forderung nach Ausbau der Stellen in der Provenienzforschung

20 Jahre nach der Verabschiedung der "Washingtoner Prinzipien" hat eine internationale Konferenz in Berlin mehr Nachdruck bei der Suche nach NS-Raubkunst gefordert. In den Museen, Bibliotheken und Archiven seien vor allem mehr Stellen nötig, um die Provenienzforschung dauerhaft voranzutreiben, hieß es in einem Fazit des Expertentreffens. Zudem verlangten die Fachleute mehr Gerechtigkeit gegenüber den Opfern. "Dazu gehört ein Dialog auf Augenhöhe mit den Nachkommen der Geschädigten und die Bereitschaft, unrechtmäßig entzogene Kulturgüter zu restituieren", erklärte Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, als Mitinitiator der Konferenz. Auf Einladung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg hatten rund 800 Experten aus aller Welt über die Umsetzung der "Washingtoner Prinzipien" beraten. Darin haben sich mehr als 40 Staaten verpflichtet, "faire und gerechte Lösungen" mit den Opfern des NS-Kunstraubs oder ihren Erben zu finden.

IT-Messe Cebit wird eingestellt

Besucherzahlen sanken kontinuierlich

Die Cebit ist Geschichte: Die einst weltgrößte Computershow wird eingestellt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen. Die Mitarbeiter würden zur Zeit informiert, bestätigte ein Unternehmenssprecher. In diesem Jahr hatten die Organisatoren der Deutschen Messe AG versucht, die Cebit als "Europas führendes Digital-Event" neu zu positionieren. Insgesamt lockte die Cebit in neuem Gewand aber nur 120.000 Menschen aufs Messegelände - noch einmal deutlich weniger als 2017 mit 200.000 Besuchern. Im Sommer hatten die Cebit-Macher noch ein positives Fazit für ihr neues Konzept gezogen. Zu besten Zeiten um die Jahrtausendwende hatte die Messe bis zu 800.000 Besucher gezählt, dann ging die Kurve kontinuierlich nach unten.

Das Reh ist "Tier des Jahres 2019"

Wildtier Stiftung: Landwirte sollten Wiesen erst Anfang Juli mähen

Das Reh ist "Tier des Jahres 2019". Dadurch solle auf die Probleme rund um den Lebensraum der Rehe aufmerksam gemacht werden, teilte die Deutsche Wildtier Stiftung mit. Die meisten Menschen wüssten nur wenig über das Tier, Kinder hielten es häufig für die "Frau des Rothirschen". Das Reh ist die in Europa häufigste und kleinste Art der Hirsche. Nur die Böcke, also die männlichen Tiere, tragen ein Geweih. Rehe sind in Deutschland nicht vom Aussterben bedroht, aber auf Wiesen werden Kitze oft getötet oder verstümmelt. Die "Agrarpolitik sollte Landwirte besser honorieren, wenn sie statt im Mai erst Anfang Juli ihre Wiesen mähen", fordert die Wildtier Stiftung. Dies rette nicht nur Rehkitze, sondern auch die Gelege und Küken von am Boden brütenden Vogelarten.

Ryan Murphy bekommt Stern auf "Walk of Fame"

Produzent ist Schöpfer von Erfolgsserien wie "Nip/Tuck" oder "Glee"

Er ist der Schöpfer von Erfolgsserien wie "Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis", "Glee" und "American Horror Story" - nun wird der US-amerikanische Autor, Produzent und Regisseur Ryan Murphy in Hollywood mit einem Stern auf dem "Walk of Fame" gefeiert. Am 4. Dezember soll Murphy die Plakette mit seinem Namen auf dem Hollywood Boulevard enthüllen, teilten die Betreiber der berühmten Flaniermeile mit. Der vielfache Emmy-Preisträger Murphy brachte preisgekrönte Projekte wie "The People v. O.J. Simpson: American Crime Story", "Versace: American Crime Story" und "Feud" mit Oscar-Preisträgerin Jessica Lange auf den Bildschirm. Mit Julia Roberts inszenierte er die Bestseller-Verfilmung "Eat, Pray, Love" nach seinem eigenen Drehbuch.

Treppenabschnitt des Eiffelturms versteigert

Dreifache des Schätzwertes erzielt

Ein Treppenabschnitt des Eiffelturms ist in Paris für 169.000 Euro versteigert worden. Damit zahlte der Käufer aus dem Nahen Osten das Dreifache des zuvor geschätzten Preises, teilte das Auktionshaus mit. Das 4,3 Meter hohe Stück besteht aus 25 Stufen und war Teil der Original-Wendeltreppe des Pariser Wahrzeichens. Wegen des Einbaus eines Fahrstuhls zwischen den letzten beiden Etagen des Eiffelturms war 1983 eine Wendel-Treppe demontiert und in 24 Teile zerlegt worden. Das nun versteigerte Stück stammte aus einer kanadischen Privatsammlung.

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