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Mittwoch, 11.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Komponist und Dirigent Hans Zender ist tot

Er war nicht nur Komponist und Dirigent, sondern auch Autor verschiedener Essay-Bände. Hans Zender starb nach längerer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Er gestaltete die Musikgeschichte eigenwillig mit. Zender war Opernchef in Bonn, Kiel und Hamburg, Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Saarländischen Rundfunks und des Niederländischen Radiokammerorchesters, Kompositionsprofessor in Frankfurt und ständiger Dirigent beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das ihn 2011 zum Ehrenmitglied machte. Und er erfand sogar ein eigenes Genre: die komponierte Interpretation. Berühmt wurde vor allem seine Interpretation von Schuberts Winterreise.

Israelische Archäologen entdecken Kirche

Israelische Archäologen haben die Überreste einer rund 1500 Jahre alten byzantinischen Kirche westlich von Jerusalem entdeckt. Die Kirche habe "spektakuläre Mosaike" mit Blättern, Früchten, Vögeln und geometrischen Elementen gehabt sowie eine Gruft, teilte die Israelische Altertumsbehörde mit. Außerdem sei eine griechische Widmung der Kirche für einen "glorreichen Märtyrer" gefunden worden. Bei den Ausgrabungen sei eine Anlage auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern mit der Kirche im Zenrum entdeckt worden. Die Ausgrabungen wurden bei Vorbereitungen für ein neues Wohnviertel in Beit Schemesch gefunden.

Holocaust-Überlebende Hanni Lévy gestorben

Ihre Geschichte ist Teil des Films "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben": Die Holocaust-Überlebende Hanni Lévy (95) ist tot. Filmregisseur Claus Räfle würdigte die Zeitzeugin, die ihre Geschichte auch Schülern erzählte, als "großartige, herzliche und vor allem mutige Person". In Räfles Film geht es um das Schicksal von Holocaust-Überlebenden, die sich vor den Nazis verstecken konnten. Lévys Rettung war: Sie wandte sich hilfesuchend an die Kartenabreißerin im Kino, deren Sohn sie zufällig kennengelernt hatte. Die habe sie aufgenomm en, erzählte sie. "Und dann fingen wir an, miteinander zu leben, wie Mutter und Tochter." 2018 hatte Lévy auf dem Grünen-Parteitag in Hannover eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland beklagt. "Früher hat man gesagt, die Juden sind an allem schuld, heute sind es die Flüchtlinge."

Thomas Mann-Preis für Claudio Magris

Claudio Magris ist der Thomas Mann-Preisträger 2019. Das gaben die Bayerische Akademie der Schönen Künste und die Hansestadt Lübeck, die den Preis gemeinsam verleihen, bekannt. Die Auszeichnung des italienischen Romanciers, Essayisten und Übersetzers gelte einem der großen Erzähler Europas. In seinem Donau-Buch von 1986, gebe er ein funkelndes Panorama europäischer Geschichte. Triest, seine Heimatstadt, habe er gleich mehrfach beschrieben: als eine literarische Hauptstadt Mitteleuropas, als Museum verstörender Erinnerungen. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Thomas Mann-Preises findet am 12. Dezember 2019 in München statt.

Bundesweite Initiative für benachteiligte Schüler

Benachteiligte Schüler sollen durch eine neue Initiative von Bund und Ländern künftig bessere Bildungschancen erhalten. Im Rahmen des Programms "Schule macht stark" stellen sie gemeinsam 125 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre zur Verfügung. Zunächst sollen demnach in einer ersten Phase bundesweit 200 Schulen in benachteiligten Lagen durch praxisnahe Forschung unterstützt werden. In der zweiten Phase sollen die gewonnenen Erkenntnisse und Konzepte an weitere Schulen transferiert werden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, man wolle damit die Weichen stellen, dass das Bildungssystem in den nächsten Jahren ein Stück besser und damit natürlich auch ein Stück gerechter werde.

Söder fordert Reform der Medienordnung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine umfassende Reform der deutschen Medienordnung ausgesprochen. Jenseits des gegenwärtig verhandelten neuen Medienstaatsvertrages sei zu überlegen, ob eine grundlegendere Reform nötig sei, sagte er zur Eröffnung der Medientage München. In den heutigen Prozessen sei die nötige Geschwindigkeit nicht möglich. Söder rief zugleich zu mehr Tempo im digitalen Aufbruch auf. Deutschland sei hier viel zu zaghaft. Er sprach sich erneut für eine alternative europäische Internetplattform gegen die Vormacht großer US-Internetkonzerne wie Facebook und Google aus. Bei den 33. Medientagen München werden bis Freitag rund 400 Redner und insgesamt 7000 Teilnehmer erwartet.

"Spiegel"-Fälscherskandal: Relotius verklagt Moreno

Der "Spiegel"-Fälscher Claas Relotius geht mit Hilfe des bekannten Medienanwalts Christian Schertz gegen das Buch "Tausend Zeilen Lüge" von Juan Moreno vor. Moreno hatte im Alleingang aufgedeckt, dass Relotius zahlreiche seiner "Spiegel"-Reportagen erfunden und gefälscht hatte. Wie die “Zeit” in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wirft Relotius Moreno über seinen Anwalt Christian Schertz vor, in dem Buch ebenfalls Tatsachen verdreht oder unzulässig arrangiert zu haben. Schertz listet insgesamt 22 Textstellen mit “erheblichen Unwahrheiten und Falschdarstellungen” auf und fordert von Moreno und dessen Verlag Rowohlt Berlin, diese nicht weiter zu behaupten oder zu verbreiten.

Verdächtiger in Museum verhaftet

Die Polizei hat einen Mann, der sich in einem südfranzösischen Museum verschanzt hatte, festgenommen. In dem Museum in der Riviera-Gemeinde Saint-Raphaël laufe ein Polizeieinsatz, der Mann sei dabei festgenommen worden, teilte die zuständige Präfektur mit. Es hatte nach Angaben der Polizei zunächst keine Hinweise auf Geiseln gegeben. Der Mann soll sich seit dem frühen Mittwochmorgen in dem Museum aufgehalten haben. Eine Spezialeinheit, die üblicherweise in Krisensituationen eingesetzt wird, war vor Ort. Am Einsatzort waren nach Angaben der Polizei bedrohliche Inschriften in arabischer Sprache entdeckt worden. "Das Museum wird eine Hölle werden", laute ein Spruch, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst noch unklar.

Weidermann verlässt das "Literarische Quartett"

Volker Weidermann verlässt zum Ende des Jahres "Das Literarische Quartett". Das meldete der "Spiegel", für den Weidermann als Autor arbeitet. Im ZDF war er vier Jahre lang Gastgeber der wieder aufgelegten Literatursendung, die einst vom Kritiker Marcel Reich-Ranicki ins Leben gerufen worden war. Volker Weidermann sagte, er wolle sich wieder ganz aufs Schreiben, auf die Literaturkritik beim "Spiegel" und als Buchautor konzentrieren. Die Sendung werde in neuer Konstellation fortgeführt werden, kündigte ZDF-Kulturchefin Anne Reidt an. Wer auf Weidermann folgen soll, ist aber noch nicht bekannt.

Nobelpreisträgerin Tokarczuk will Stiftung gründen

Die polnische Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk will einen Teil ihres Preisgeldes nutzen, um eine Stiftung zur Unterstützung von Schriftstellern und Übersetzern zu gründen. Die Stadt Wroclaw stellt ihr dafür eine Villa zur Verfügung, das dortige Literaturhaus fungiert als Partner. Wie Tokarczuk angekündigte, soll die Stiftung Stipendien an Schriftsteller und Übersetzer aus aller Welt vergeben. Die Villa in Wroclaw soll den Stipendiaten Unterkunft als writer-in-residence bieten, aber auch als Diskussions- und Begegnungszentrum dienen. Tokarczuk war am 10. Oktober mit dem Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 ausgezeichnet worden. Am 10. Dezember soll ihr der Preis in Stockholm überreicht werden.

Der Fieberklee ist die Blume des Jahres 2020

Zur Blume des Jahres 2020 hat die Loki Schmidt Stiftung den Fieberklee gekürt. Er sei vor allem in Mooren, Sümpfen und Feuchtwiesen zu finden, teilte die Stiftung mit. Die zarten, weißen und auffällig stark bewimperten Blüten blühten zwischen April und Juni und lockten vor allem Hummeln an. Mit der Benennung des Fieberklees zur Blume des Jahres wolle die Loki Schmidt Stiftung auch auf den dringend notwendigen Schutz der Moore aufmerksam machen. Die Stiftung hat die Aktion "Moore retten" ins Leben zu gerufen, die Moorflächen renaturieren und als Stiftungsland sichern will. Werden Moore entwässert, um die Flächen zu nutzen, entweichen große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid und Lachgas.

Dirigent Raymond Leppard ist tot

Der britische Dirigent Raymond Leppard ist tot. Das teilte das Indianapolis Symphonie-Orchester mit, das Raymond Leppard viele Jahre lang geleitet hat. Der Dirigent wurde bekannt durch seinen Einsatz für die Wiederaufführung von Barockmusik. 1952 debütierte er in der Londoner Wigmore Hall. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit zahlreichen namhaften Orchestern, darunter das New York Philharmonic Orchestra, das BBC Symphony Orchestra und die Hamburger Staatsoper. Darüber hinaus hat Raymond Leppard mehr als 250 Schallplatten aufgenommen, für die er unter anderem einen Grammy sowie den Deutschen Schallplattenpreis erhielt. Raymond Leppard wurde 92 Jahre alt.

Berliner Galerist unter Fälschungsverdacht

Der Berliner Galerist Michael S. wurde Medienberichten zufolge festgenommen. Ihm werde vorgeworfen, Kunstwerke mit gefälschten Zertifikaten an Kunden verkauft zu haben, berichtet der Tagesspiegel. In anderen Fällen habe der Galerist von Sammlern Geld erhalten, aber offenbar die Kunstwerke nicht geliefert. Der Galerist flog auf, als er ein angebliches Gemälde von Gerhard Richter an einen Sammler verkaufte. Dieser bot das Bild einem Auktionshaus an. Bei der Prüfung gab der Künstler an, er habe das Bild nie gemalt. Michael S. gilt als wichtige Figur in der Berliner Galerieszene, er handelt mit Werken von Gerhard Richter, Georg Baselitz, Andy Warhol und Robert Rauschenberg. Der Schaden soll in die Millionen gehen.

"Kunstkompass": Richter bleibt wichtigster Künstler

Der deutsche Maler Gerhard Richter wird im Ranking "Kunstkompass" weiterhin als wichtigster Künstler geführt. Seit nunmehr 16 Jahren behauptet der gebürtige Dresdner die Spitzenposition. Auch die nächsten Ränge sind unverändert: Auf Platz zwei bleibt der US-Künstler Bruce Nauman, dann folgen die beiden Deutschen Georg Baselitz und Rosemarie Trockel. Die Liste der 100 wichtigsten Aufsteiger wird dieses Jahr von dem afroamerikanischen Videokünstler Arthur Jafa angeführt. Danach folgen die Berliner Kunstprofessorin und Filmemacherin Hito Steyerl und die ebenfalls in Berlin lebende US-Konzeptkünstlerin Adrian Piper. Das "Ruhmesbarometer" Kunstkompass basiert auf der Annahme, dass die Qualität von Kunst nicht messbar ist, wohl aber die Resonanz in der Kunstwelt. Der "Kunstkompass" wird von der Journalistin Linde Rohr-Bongard aus Köln erstellt und im Wirtschaftsmagazin "Capital" veröffentlicht.

Öffentliche Ausgaben für Bibliotheken gestiegen

Die öffentliche Ausgaben für Bibliotheken in Deutschland sind von 2005 bis 2015 um rund 27 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2015 rund 1,5 Milliarden Euro für Bibliotheken aus. Das waren 18,31 Euro je Einwohner. Insgesamt zählten die öffentlichen Bibliotheken im vergangenen Jahr etwa 121 Millionen Besuche. Auch die Zahl von Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen und Ausstellungen sowie Angebote digitaler Leseförderung und Medienkompetenzvermittlung, Game Conventions, Programmierworkshops, Sprachkurse und Schulungen stiegen deutlich. 2018 standen den Nutzern der Bibliotheken rund 241.000 offen zugängliche Arbeitsplätze zum Lernen, Arbeiten und Forschen zur Verfügung. Vor 10 Jahren waren es noch rund 176.000.

Streaming-Angebote sorgen für Rekordumsatz

Die Radio- und Fernsehsender in Deutschland setzen dank eines anziehenden Streaming-Geschäfts auf Rekorderlöse. Der Umsatz dürfte 2019 um 4,7 Prozent erstmals auf mehr als 13 Milliarden Euro steigen, erklärte der Branchenverband Vaunet am Dienstagabend in seiner Prognose für den audiovisuellen Medienmarkt. Im vergangenen Jahr hatte es ein Plus von sieben Prozent gegeben. Wachstumstreiber seien "insbesondere Streaming- und interaktive Angebote", sagte Vaunet-Experte Frank Giersberg. Während die Radiowerbung aller privaten und öffentlich-rechtlichen Angebote um zwei Prozent auf 805 Millionen Euro kletterten dürfte, werde die TV-Werbung wie im Vorjahr sinken - und zwar diesmal um ein Prozent auf 4,49 Milliarden Euro. Vaunet vertritt die Interessen der privaten audiovisuellen Medien wie RTL und ProSiebenSat.1.

Bundesanwalt und Aktivist Manfred Bruns gestorben

Der Bundesanwalt a.D. und Aktivist Manfred Bruns ist gestorben. Das teilte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) mit, dessen langjähriges Vorstandsmitglied und Justiziar Bruns war. Bruns führte lange ein Doppelleben: Als Bundesanwalt in Karlsruhe, der seine sexuelle Orientierung unterdrückte. Nach seinem Outing in den 1980er Jahren kämpfte er für die Abschaffung des sogenannten Schwulen-Paragrafen 175. Bis zu seinem Tod engagierte er sich die Gleichstellung und die Emanzipation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans-* und intergeschlechtlichen Menschen. Er sei ein "Vorkämpfer in der deutschen LSBTI* Rechtsgestaltung und Gesetzgebung" gewesen, so der LSVD. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt Bruns vielen Auszeichnungen und Würdigungen. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und erster Träger des Antidiskriminierungspreises der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Bruns wurde 85 Jahre alt.

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