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Kulturnachrichten

Sonntag, 29. September 2019

London erinnert mit Viehtrieb an alten Brauch

In London ist - einer uralten Tradition folgend - eine Herde von etwa 30 Schafen über die London Bridge getrieben worden. Die Aktion findet einmal jährlich in der britischen Hauptstadt statt. Sie erinnert an einen jahrhundertealten Brauch: Ehrenbürger haben in London das Recht, ihre Tiere und Werkzeuge in die Stadt zu bringen, ohne Steuern dafür zahlen zu müssen. Trotz Regens haben in diesem Jahr mehr als 600 Ehrenbürger an der Veranstaltung teilgenommen. Die Einnahmen aus der Veranstaltung werden für wohltätige Zwecke gespendet.

Nina Hoss mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet

Die Schauspielerin Nina Hoss ist beim Hamburger Filmfest mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet worden. Der Theaterregisseur Michael Thalheimer sagte in seiner Laudatio: "Ich kenne keine Schauspielerin, die sich so intensiv auf Ihre Rollen vorbereitet wie Nina Hoss. Alles möchte sie wissen, alles möchte sie tief ergründen. Sie sucht die Diskussion und den Diskurs." Nach der Preisverleihung feierte der Film "Pelikanblut", in dem Hoss die Hauptrolle spielt, seine Deutschland-Premiere. Die 44-Jährige ist nach Jodie Foster, Isabelle Huppert, Tilda Swinton und Catherine Deneuve die fünfte Schauspielerin, die mit dem undotierten Preis geehrt wird. Bereits gestern wurde Hoss zum Abschluss des Filmfestivals im nordspanischen San Sebastián mit der Silbernen Muschel als beste Schauspielerin geehrt.

Ersatz für "Nazi-Glocke" im niedersächsischen Faßberg

Die Michaeliskirche im niedersächsischen Faßberg bei Celle hat für die bisherige "Nazi-Glocke" einen Ersatz bekommen. Landessuperintendent Dieter Rathing weihte am Sonntag die Nachfolger-Glocke ein. Er begrüßte die "klare und mutige Entscheidung" des Kirchenvorstands für den Austausch. "Damit ist der Ton gesetzt, unter dem alle weitere Aufarbeitung der belasteten Vergangenheit in der Kirchengemeinde fortgesetzt werden möge", so Rathing. Auf dem Vorgänger-Exemplar aus der NS-Zeit befindet sich ein einige Zentimeter großes Hakenkreuz sowie ein Luftwaffenadler. Die neue Glocke trägt ein schlichtes christliches Kreuz. Der Fall war 2017 öffentlich geworden und hatte bundesweite Aufmerksamkeit erfahren, da zur selben Zeit auch weitere Hakenkreuz-Glocken für Schlagzeilen sorgten. Die alte Glocke wird in Zukunft als Mahnmal ausgestellt.

Papst enthüllt Flüchtlings-Plastik auf Petersplatz

Papst Franziskus hat am Ende eines Gottesdienstes zum Welttag der Migranten auf dem Petersplatz die Plastik eines Flüchtlingsschiffes enthüllt. Das aus Bronze und Ton gestaltete Werk des kanadischen Künstlers Timothy Schmalz zeigt ein Schiff, an dessen Bord 140 Migranten verschiedener Herkunftsländer und Zeiten zu sehen sind. Die Plastik trägt den Titel "Angels unaware" ("Unwissende Engel"). Der Titel des Kunstwerks bezieht sich auf einen Satz im Brief an die Hebräer aus dem Neuen Testament. Darin heißt es: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!". Er habe diese Plastik für den Petersplatz ausgesucht, damit sie "stets an die Herausforderungen der Gastfreundschaft aus dem Evangelium erinnert", so Franziskus am Ende des Gottesdienstes.

Dresdner Residenzschloss: Paraderäume wiedereröffnet

Knapp 75 Jahre nach ihrer Zerstörung sind in Dresden die Königlichen Paraderäume im Residenzschloss wiedereröffnet worden. Die barocken Räume wurden bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Es sei nicht nur ein besonderer Ort sächsischer Geschichte von der Renaissance bis zur Gegenwart, sondern ein Teil der deutschen und europäischen Geschichte, sagte Ministerpräsident Kretschmer (CDU) bei einem Festakt. Die Paraderäume sind die "Krönung" beim 1986 begonnenen Wiederaufbau des 1945 zerstörten Gebäudes als Museumskomplex der Staatlichen Kunstsammlungen. In die teils "fadengenaue" Rekonstruktion von Eckparadesaal, Audienzgemach und Paradeschlafzimmer samt Vorzimmern investierte der Freistaat knapp 35 Millionen Euro. Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke (1670-1733) hatte die Räume anlässlich der Hochzeit seines Sohnes umbauen und kostbar ausstatten lassen.

Mahnmal zu Anschlägen von Oslo und Utøya enthüllt

Mehr als acht Jahre nach den Anschlägen des Rechtsterroristen Breivik in Oslo und Utøya mit 77 Toten ist in Norwegen ein Mahnmal zu Ehren der Opfer enthüllt worden. Das Monument "Jernrosene" (zu Deutsch: die Eisenrosen) befindet sich vor dem Osloer Dom und besteht aus rund 1000 eisernen Rosennachbildungen. Sie sollen an die Reaktion der Norweger auf die Anschläge erinnern. In den Tagen und Wochen nach den Vorfällen hatte sich ein Blumenmeer vor dem Dom der Hauptstadt gebildet. Die Rosen wurden von Menschen aus aller Welt geschmiedet, darunter auch Überlebende und Angehörige der Opfer.

Russischer Regisseur Mark Sacharow gestorben

Der russische Regisseur Mark Sacharow ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit, wie das Lenkom-Theater in Moskau mitteilte. Dort war er von 1973 bis zuletzt künstlerischer Leiter. In vier Jahrzehnten brachte er mehr als 40 Aufführungen auf die Bühne und prägte die Theaterlandschaft Moskaus entscheidend mit. Sacharow, der sich auch in Deutschland einen Namen gemacht hatte, führte darüber hinaus bei zahlreichen Filmen Regie - etwa bei "Zwölf Stühle" von 1976 und "Genau jener Münchhausen" von 1979.

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