Feature, vom 16.11.2013

Von Kaye Mortley

Lola Carr, 1915 geboren, war Malerin. Sie war weder berühmt, noch bekannt, ihre Werke stellte sie kaum aus. Doch niemals hörte sie auf, ihr Leben in Bildern wiederzugeben.

Lola Carr erinnert sich an ihre Heimatstadt Wien. (picture alliance / dpa / Frank Baumgart)
Lola Carr erinnert sich an ihre Heimatstadt Wien. (picture alliance / dpa / Frank Baumgart)

Vielleicht, um zu überleben, vielleicht um die Erinnerungen an ihre Heimatstadt Wien wachzuhalten, die sie 1938 verloren hatte.

Die Bilder erzählen von Reisen in einem roten Fiaker, zwischen Wien, London, Paris und Tel Aviv. Der Himmel ist voller Raubvögel. Der Salon in der Wiener Semperstraße 18 ist der ruhende Pol in Lolas Welt, auch auf den Bildern: die Mutter spielt Klavier, der Vater sitzt am Schreibtisch: verlorenes Paradies. Es ist Lolas Geschichte und die Geschichte aller, die ihre Heimat verlassen mussten.


Regie: die Autorin
Mit: Cathlen Gawlich, Eva-Maria Kurz, Chris Pichler u.a.
Ton: Michel Creïs, Lutz Pahl
Produktion: DKultur/ORF 2013
Länge: 54‘30


Kaye Mortley, 1943 in Sydney/Australien geboren, lebt in Frankreich. Ihre klanglich anspruchsvollen Features gewannen viele Preise, z.B. den Prix Futura, Prix Europa und den Prix Italia. Zuletzt: "L'entre-vu, L'Atelier de la création" (France Culture 2012).

Siehe auch "Paso Doble" am 29. November 0.05 Uhr



Audio-Ausschnitt: "Lola und der rote Fiaker vor der Votivkirche"