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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.04.2013

Lobbyismus im Klassenzimmer

Felix Kamella von Lobby Control spricht über das Vorgehen von Wirtschaftsvertretern an Schulen

Felix Kamella im Gesrpäch mit Andreas Müller

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Schüler einer Mittelschule in Leipzig. (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)
Schüler einer Mittelschule in Leipzig. (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Klassenausflüge, Unterrichtsmaterialien, Lehrerfortbildungen – so etwas kostet Geld, das Schulen oft nicht haben. Firmen treten dann als edle Spender auf und sichern sich damit zukünftige Kunden. Nach Meinung des Verbraucherschützers Felix Kamella ein schwieriger Zustand für die Kinder und für die verantwortlichen Pädagogen.

Felix Kamalla: Lobbyisten stehen an Schulen ganz unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, Einfluss zu nehmen. Sehr verbreitet sind die Unterrichtsmaterialien, die meist kostenlos verbreitet werden, sehr leicht zu verteilen sind. Und vor allem deshalb interessant sind, weil Schulen häufig nicht das Geld haben, sich aktuelle Unterrichtsmaterialien zu kaufen. Und so bieten diese Materialien dann die Möglichkeit an, die Unternehmenspositionen mit aktuellen Inhalten zu verbinden. Die sind so aufbereitet, dass man damit dann auch, ja, sehr einfach seine Unterrichtsstunde gestalten kann, und so findet dann die einseitige Botschaft ins Klassenzimmer.

Andreas Müller: In ihrem Diskussionspapier schreiben Sie, dass in Deutschland 87,5 Prozent der 15-Jährigen eine Schule besuchen, an der Wirtschaft und Industrie Einfluss auf die Lehrinhalt nehmen. Das, finde ich, ist eine gewaltige Zahl.

Kamalla: Ja, das ist eine Zahl aus der ersten Pisa-Studie 2006. Da wurden Schulleiter gefragt, ob Wirtschaft und Industrie Einfluss auf die Lehrinhalte nimmt, und da war eben die Antwort von fast 88 Prozent, dass das der Fall ist.

Sie können das vollständige Gespräch mit Felix Kamalla von Lobby Control mindestens bis zum 30.9.2013 als MP3-Audioin unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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