Klangkunst, vom 15.05.2009

"Klangliche Röntgenstrahlung" nennt Thomas Köner das Instrumentarium, mit dem er unermüdlich die Steinhüllen moderner Großstädte durchleuchtet. Seit Januar 2008 komponiert er auf diese Weise für Deutschlandradio Kultur jeden Monat einen "Klangbrief" aus einer anderen Weltmetropole.

Hüllkurven in einem Audiobearbeitungsprogramm (Stock.XCHNG / Artur Bieniek)
Hüllkurven in einem Audiobearbeitungsprogramm (Stock.XCHNG / Artur Bieniek)

Anders als bloße "Cityscapes" dringen Köners Kompositionen dabei tief unter die Oberfläche des klanglichen und sozialen Alltags. Sie legen tönende Archetypen frei, die ortsgebunden und ortlos, urwüchsig und hochmodern zugleich sind. Für sein Konzert bei "Ultraschall" verband der Medienkünstler die horizontale Bewegung von Zeit zu Zeit und von Stadt zu Stadt mit einer vertikalen Drift durch die Klangsedimente des urbanen Lebens.

Komposition und Realisation: Thomas Köner
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009
Länge: 51'42'

Thomas Köner, geboren 1965, ist Klang- und Medienkünstler. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für DKultur komponierte er 2005 "Niemandsbucht", 2007 "Terrain Vague" sowie seit Januar 2008 das "Geräusch des Monats".