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Montag, 22.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 27. Mai 2019

Literaturpreis der deutschen Wirtschaft für Enis Maci

Die Autorin Enis Maci erhält den diesjährigen Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert. Die 1993 in Gelsenkirchen geborene Maci erkunde auf innovative Weise die Möglichkeiten, die Gegenwart zu erzählen, so die Jury. Maci schreibt sowohl für die Bühne als auch für das Netz und das gedruckte Buch ("Eiscafé Europa"). Mit seinem Literaturpreis "Text und Sprache" zeichnet der Kulturkreis jährlich junge Autorinnen und Autoren aus. Maci wird der Preis am 12. Oktober im Rahmen der Jahrestagung des Kulturkreises in Leipzig verliehen.

Dresdner Musikfestspiele ehren Geiger Joshua Bell

Der US-amerikanische Geiger Joshua Bell hat für sein Engagement in der musikalischen Erziehung von Kindern den diesjährigen Preis der Dresdner Musikfestspiele erhalten. Mit dem Schulprojekt "Education Through Music and Turnaround Arts" eröffne er benachteiligten jungen Menschen den Zugang zur Musik, erklärten die Veranstalter. Die von der Uhrenmanufaktur Glashütte gestiftete Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Das Schulprojekt stellt Kindern, die andernfalls keine Möglichkeit hätten, klassische Musik aus erster Hand zu erleben, Instrumente zur Verfügung und ermöglicht so eine künstlerische Ausbildung. Bell nutze die Musik als Mittel transkultureller Verständigung, hieß es weiter zur Begründung. Bell ist seit 2011 Musikalischer Direktor der Londoner Academy of St. Martin in the Fields in der Nachfolge von Sir Neville Marriner.

Autor François Weyergans gestorben

Der Schriftsteller, Filme- und Theatermacher François Weyergans ist gestorben. Weyergans wurde 1992 für seinen Roman der "Boxer-Wahnsinn" mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet. 2005 erhielt er für sein Buch "Drei Tage mit meiner Mutter" den Prix Goncourt. Er ist damit einer der Wenigen, denen beide Auszeichnungen zuteil wurden. 2009 wurde er Mitglied der Académie francaise. In Deutschland wurde Weyergans vor allem mit seinem Buch "Franz und François" bekannt.

Preis für Gedenkinitiative Jugendwerkhof Torgau

Die sächsische Gedenkinitiative Jugendwerkhof Torgau wird mit dem Karl-Wilhelm-Fricke-Preis der Bundesstiftung Aufarbeitung ausgezeichnet. Der Verein erhält den mit 20.000 Euro dotierten Preis für seinen Einsatz für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage, wie die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin mitteilte. Die Initiative ist unter anderem Träger der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof. Dort wird die Geschichte der ehemaligen Disziplinierungsanstalt für Jugendliche im nordsächsischen Torgau aufgearbeitet. Die Preisverleihung ist am 13. Juni in Berlin. Aus Anlass des 30. Jubiläums des Mauerfalls und der friedlichen Revolution werden zudem drei Sonderpreise von jeweils 5.000 Euro vergeben. Sie gehen an die Jenaer Zeitschrift "Gerbergasse 18", die Autorin, Germanistin und ehemalige Spitzensportlerin Ines Geipel und an den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Büttner.

Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis für Bart Moeyaert

Der Schriftsteller Bart Moeyaert wird heute Abend mit dem Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis ausgezeichnet. Der Belgier hat etwa 50 Bücher veröffentlicht, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Darunter „Es ist die Liebe, die wir nicht begreifen", „Hinter der Milchstraße" oder die autobiografische Arbeit "Brüder". Die Jury lobte seine verdichtete und musikalische Sprache. Bart Moeyaerts Arbeit unterstreiche, dass Bücher für Kinder und Jugendliche in der Weltliteratur einen selbstverständlichen Platz einnehmen, so die Jury. Der Preis erinnert an die 2002 verstorbene schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren und gilt als Nobelpreis für Jugendliteratur. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet rund einer halben Million Euro dotiert.

Theaterpreis des Bundes geht an elf Bühnen

Elf Bühnen aus ganz Deutschland erhalten den Theaterpreis des Bundes. Die mit jeweils 75 000 Euro verbundene Auszeichnung richtet sich an kleine und mittlere Bühnen, die aufgrund ihres künstlerischen Gesamtprogramms, durch außergewöhnliche Produktionen oder durch strukturelle Zukunftsentscheidungen bundesweite Aufmerksamkeit erfahren. Preisträger sind das Theater Thikwa (Berlin), das Piccolo Theater (Cottbus), das Theater Erlangen, die Theaterwerkstatt Pilkentafel (Flensburg), das Boat People Project (Göttingen), die Oper Halle, das Helios Theater (Hamm), das Puppentheater Magdeburg, das Landestheater Schwaben (Memmingen), der Ringlokschuppen Ruhr (Mülheim) und das Theater Rampe (Stuttgart). Die Preisverleihung fand im Theater Gera an. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte in einer Mitteilung: "Wir blicken auf eine unglaublich lebhafte Theaterlandschaft, die in ihrem regionalen Angebot und in ihrem gesellschaftlichen Engagement weltweit ihresgleichen sucht. Als Verhandlungsorte gesellschaftlicher Widersprüche sind Theater heute wichtiger denn je, weil sie Menschen miteinander ins Gespräch bringen."

Schauspielerin Friedgard Kurze gestorben

Als Stimme der kleinen Fernseh-Ente Schnatterinchen begleitete sie Generationen von DDR-Fernsehzuschauern: Die Schauspielerin und Sprecherin Friedgard Kurze ist tot. Wie ihr Enkelsohn Tom Lachmann heute mitteilte, starb sie bereits am 19. Mai, wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag in Berlin. Im Ost-Kinderfernsehen hat Kurze der Quasselstrippe Schnatterinchen beim "Abendgruß" des "Sandmännchens" ihre Stimme verliehen. Nach der Wiedervereinigung wurde der Deutsche Fernsehfunk (DFF) abgewickelt. Das war auch erst mal das Ende für neue Fernsehgeschichten rund um Pittiplatsch. Das "Sandmännchen" ist eine von wenigen DDR-Sendungen, die es noch gibt. Neue Folgen sollen erstmals seit 1991 nun wieder entstehen, wie der RBB kürzlich ankündigte. 13 neue Geschichten mit Pitti, Schnatterinchen und Moppi seien geplant.

Sanierung der Gedächtniskirche kostet 33 Mio. Euro

Die Sanierung der Berliner Gedächtniskirche kostet rund 33 Millionen Euro. Diese Zahl nannte Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses unter Berufung auf vorläufige Kalkulationen. Nach Abzug von Spenden und Beteiligung der Kirche würden das Land 25 Prozent und der Bund 75 Prozent der Kosten tragen. Wöhlert bezifferte den Anteil für Berlin bei der Sanierung des "exorbitant wichtigen Gebäudes" mit sieben bis acht Millionen Euro. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist nicht nur ein evangelisches Gotteshaus, sondern auch ein Wahrzeichen Berlins. Die Ruine des Turms der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche gilt weltweit als Mahnmal für den Frieden.

Zittau will Kulturhauptstadt 2025 werden

Die Bürger von Zittau haben den Weg zur Bewerbung der sächsischen Stadt um den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt 2025 freigemacht. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich 74 Prozent dafür aus, dass Zittau ins Rennen geht. Die Bewerbung sei eine Chance für Zittau, die Euroregion Neiße und die Oberlausitz, sagte Oberbürgermeister Thomas Zenker. Konkurrenten sind unter anderen Chemnitz, Dresden, Magdeburg, Nürnberg und Hannover. Bis zum 30. September müssen die Interessenten ihre Bewerbungsunterlagen bei der Kulturstiftung der Länder einreichen. Der Titel wird alljährlich an zwei Städte aus Ländern der Europäischen Union vergeben. Deutschland ist 2025 wieder an der Reihe.

Fernsehköchin Wiener zieht ins EU-Palament ein

Die Fernsehköchin Sarah Wiener geht als Quereinsteigerin in die Politik. Als Listenzweite profitiert sie vom guten Ergebnis der österreichischen Grünen und zieht ins EU-Parlament ein. Als Expertin für Ernährung und Landwirtschaft will sie sich dort mit diesen Themen befassen. Momentan werde eine innovative, neue und nachhaltige Landwirtschaft durch Lobbyisten und ungenügende Transparenz verhindert, so Wiener. Die Österreicherin hat sich ohne Schul- oder Berufsabschluss zur bekanntesten TV-Köchin Deutschlands hochgearbeitet. Kolumnen, Bücher und Dreharbeiten will sie reduzieren. Bei Facebook schrieb Sarah Wiener: "Politik wird für uns gemacht! Nehmen wir sie uns. Ändern wir die Welt."

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"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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