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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. September 2017

Literaturarchiv Marbach kauft Reclam-Verlagsarchiv

Spiegel deutscher Literatur des 20. Jahrhunderts

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach plant, fünf Nachlässe und Archive zu erwerben - darunter das Reclam-Verlagsarchiv. Dieses Archiv sei eine Schatzkammer literaturhistorischer Erkenntnisse, deren Reichtum selbst die Mitarbeiter des Literaturarchivs überrascht habe, heißt es vom Literaturarchiv in Marbach. Der Bestand spiegele die gesamte deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts wider. Der Bund unterstützt die Neuerwerbungen nach eigenen Angaben mit rund 250.000 Euro, wovon etwa 12.000 Euro für das Reclam-Verlagsarchiv ausgegeben würden. Gekauft würden außerdem Werke Sibylle Lewitscharoffs und das persönliche Archiv des Schriftstellers und Verlegers Michael Krüger, das auch Manuskripte ausländischer Autoren umfasse. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach gilt als eines der größten Archive Deutschlands. Dort wird deutschsprachige Literatur und Philosophie von 1750 bis zur Gegenwart in allen ihren Erscheinungsformen gesammelt und Forschern sowie Literaturinteressierten zugänglich gemacht.

Gerritsen wird Leiterin des Filmfestivals "goEast"

Nachfolgerin von Gaby Babic

Die niederländische Filmproduzentin und Kuratorin Heleen Gerritsen wird neue Leiterin des Filmfestivals "goEast" in Wiesbaden. Gerritsen trete die Nachfolge von Gaby Babic zum 1.Oktober an, teilte das Filmfestival in Wiesbaden mit. Das seit 2001 vom Deutschen Filminstitut jeweils im April veranstaltete Festival versteht sich als "Schaufenster des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens". Das Festival zeigt sowohl Filme zu aktuellen gesellschaftlichen Themen als auch filmhistorische Retrospektiven und Sonderreihen. Es verleiht unter anderem die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Lilie für den besten Film. Im vergangenen April kamen an den sieben Festivaltagen rund 12.000 Besucher, um 111 Filme aus 29 Ländern zu sehen.

Verlag Faksimile nimmt Arbeit wieder auf

Neue Verlegerin ist Charlotte Kramer

Neustart für den 2014 geschlossenen Verlag Faksimile: Seit dem 1. September setzt die Faksimile Verlag GmbH mit Sitz im niederbayerischen Simbach am Inn seine Arbeit fort. Unter dem Namen "Faksimile Verlag" werden künftig regelmäßig Faksimile-Editionen herausragender Handschriften erscheinen, zudem werden die Lagerbestände an kostbaren und einzigartigen Faksimile-Editionen wieder vermarktet. Die neue Verlegerin Charlotte Kramer ist die Tochter des einstigen Verlagsleiters Manfred Kramer. Der Faksimile Verlag Luzern war 1974 gegründet worden. Er widmete sich der originalgetreuen Faksimilierung der bedeutendsten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der europäischen Kulturgeschichte.

Hamburger Literaturpreis für Fatma Aydemir

Bester Debütroman des Jahres

Die Berliner Autorin Fatma Aydemir erhält für ihren Roman "Ellbogen" (Hanser) den diesjährigen Klaus-Michael-Kühne-Preis des Hamburger Literaturfestivals Harbourfront. Der Roman der 1986 geborenen Berlinerin sei "ein fulminantes, durchschüttelndes und durchrüttelndes Buch über deutschtürkische Identität und Bikulturalität", heißt es in der Begründung der Jury. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis geht an den besten Debütroman des Jahres. Er wird am Freitag in Hamburg vergeben.

Erforschung der Weltgeschichte des Kunstraubs

Forschungsprojekt auf drei Jahre angelegt

Wissenschaftler um die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy (TU Berlin) wollen die Geschichte des Kunstraubs und der weltweiten Verlagerung von Kulturgütern nachzeichnen. Kaum ein Tag vergehe, in dem nicht um eine Entscheidung im Umgang mit geraubtem Kulturgut gestritten werde, sagte die Wissenschaftlerin bei der Vorstellung des Projekts. Für das auf drei Jahre angelegte Vorhaben hatte Savoy den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis erhalten. Es gehe dabei aber nicht um die Rückgabe einzelner Gegenstände. Das Projekt wolle vielmehr das Bewusstsein schärfen, dass die Objekte in den Museen nicht einfach mit einem Hubschrauber dort gelandet seien. Savoy sagte, sie könne verstehen, wenn sich Museen davor scheuten, dem Ursprung ihrer Objekte nachzugehen. Denn oft stehe am Ende die Diskussion um eine Rückgabe. Diese Angst verhindere oft historische Forschung. Entstehen soll unter anderem eine Datenbank mit Bildmaterial zu Zerstörung, Abtransport und Rückgabe von Kulturgütern, eine Textsammlung sowie ein Glossar zum Thema.

Gerhard Richter schenkt Münster Kunstwerk

Mehrteiliges Werk für Dominikanerkirche

Starkünstler Gerhard Richter will der Stadt Münster ein mehrteiliges Kunstwerk schenken. Richter sei durch die noch bis Anfang Oktober in Münster laufende Kunstausstellung Skulpturen Projekte 2017 auf Münster aufmerksam geworden, sagte die für Kultur zuständige Dezernentin Cornelia Wilkens. Es gehe um ein mehrteiliges Werk, das in der Dominikanerkirche in Münster installiert werden soll. Der Rat der Stadt Münster muss der Schenkung noch zustimmen. Details zu dem Kunstwerk will die Stadt am Freitag bekannt geben. Der 1932 geborene, aus Dresden stammende und in Köln lebende Maler gilt als einer der wichtigsten Gegenwartskünstler. Sein Werk hängt zum Beispiel im Berliner Reichstag, dem Sitz des Bundestags.

Historische Fotografien zurück an russisches Museum

Bilder wieder am Ursprungsort

45 bislang verschollen geglaubte Fotografien aus dem Bestand des russischen "Schloss- und Parkmuseum Gatschina" sind wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. Kulturstaatsministerin Grütters und der Sprecher des Deutsch-Russischen Museumsdialogs, Hermann Parzinger, übergaben die historischen Aufnahmen, die bei einer Online-Auktion im April entdeckt worden waren, heute an Vertreter des Museums. Die überwiegend nach der Russischen Revolution entstandenen historischen Aufnahmen zeigen Interieurs und Kunstgegenstände des ehemaligen Zarenpalastes Gatschina vor dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.

Kate Tempest kommt nicht nach Berlin

Konzertabsage der britischen Sängerin

Die britische Rapperin Kate Tempest hat ihr Konzert für die Volksbühne Berlin am 6. Oktober abgesagt. Ihr Management ATC in London begründet die Absage mit Drohungen gegen ihre Person. Danach habe sie persönliche Attacken per email und social Media-Diensten erhalten. In solch einem Umfeld wolle man kein Konzert geben, heißt es weiter. Tempests Name war in den den vergangenen Wochen in mehreren Berichten mit der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) in Zusammenhang gebracht worden. Das ist eine internationale Bewegung, die sich für Sanktionen und einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik einsetzt. Tempest hatte 2015 bei der Aktion "Artists for Palestine" zusammen mit anderen britischen Künstlern erklärt, aus Solidarität mit den Palästinensern keine professionellen Engagements in Israel anzunehmen. Eingeladen hatte die Volksbühne Kate Tempest zur Eröffnung der Volksbühne unter dem neuen Intendanten Chris Dercon zu singen.

documenta-Aufsichtsrat: Bericht zu Millionendefizit

Finanzbericht für Donnerstag erwartet

Das Millionendefizit der am Sonntag zu Ende gegangenen documenta beschäftigt nun auch den Aufsichtsrat der Kunstausstellung. Wie ein Sprecher der Stadt Kassel sagte, sollen die Geschäftsführung und die beauftragten Wirtschaftsprüfer den Gesellschaftern am Donnerstag einen Bericht über die Finanzen vorlegen. Der Aufsichtsrat erhofft sich so Hinweise darauf, wie es zu der finanziellen Schieflage kommen konnte. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Budget der Ausstellung, die in Kassel und Athen stattfand, möglicherweise um bis zu sieben Millionen Euro überzogen worden sein soll. Die documenta ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt und dem Land getragen und finanziert wird. Geld erhält sie zudem von der Kulturstiftung des Bundes. Im Aufsichtsrat sitzen jeweils fünf Vertreter von Stadt und Land und zwei der Kulturstiftung.

Berliner Bauakademie soll bis 2023 errichtet werden

Programmwettbewerb zum Nutzungskonzept im Oktober

Die Schinkelsche Bauakademie in Berlin soll bis 2023 am historischen Standort neben dem Berliner Stadtschloss wieder errichtet werden. Dazu startet Mitte Oktober ein Programmwettbewerb zum künftigen Nutzungs- und Raumkonzept, wie das Bundesbauministerium mitteilte. Er steht unter dem Motto "Soviel Schinkel wie möglich". Für den Bau hatte der Bundestag 62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Eine Jury will bis März 2018 eine Entscheidung treffen, bevor dann ein offener Realisierungswettbewerb startet. Baubeginn könnte ab 2021 sein. Das Gebäude der Bauakademie war 1836 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertiggestellt, 1945 teilweise zerstört und ein erster Wiederaufbauversuch 1963 abgerissen worden. An der Stelle wurde dann das DDR-Außenministerium errichtet. Dieses Gebäude wiederum wurde 1995 abgerissen. Seit 2004 verweist eine Fassadensimulation auf die einstige Bauakademie.

5000 Funde im Kloster Memleben

Artefakte aus dem 10. Jahrhundert

Bei einer studentischen Lehrgrabung auf dem Gelände des Klosters Memleben im Burgenlandkreis sind rund 5000 Funde geborgen worden. "Die Artefakte stammen aus dem 10. Jahrhundert bis zur Neuzeit", heißt es von der Grabungsleitung. Bei den Stücken handele es sich um Keramikscherben, Knochen von Schwein und Rind, Muscheln, Ziegelstücke, Reste von Eisennägeln sowie das Fragment einer Kupfermünze. Gegraben wurde mit 14 Studenten drei Wochen lang auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern. Die Lehrgrabung wird in den nächsten Jahren fortgesetzt. Im 10. Jahrhundert stand in Memleben eine Kaiserpfalz und ein Kloster. Der erste deutsche Kaiser Otto der Große (912-973) starb in Memleben, ebenso wie sein Vater Heinrich I. (876-936). Heute ist auf dem Klosterareal ein Museum untergebracht.

Petition für Kölner Schriftsteller Akhanli

1100 Schriftsteller-Kollegen fordern Auslieferung des Autors

Am Vormittag haben Kollegen des türkisch-stämmigen Kölner Schriftstellers Dogan Akhanli eine Petition an den SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Mützenich übergeben. Sie fordern, dass der Autor nicht an die Türkei ausgeliefert werden darf. Dogan Akhanli sitzt weiter in Spanien fest. Wegen eines Auslieferungsgesuchs der Türkei darf er das Land nicht verlassen. Die Petition haben schon mehr als 53-tausend Menschen unterschrieben. Weitere Unterschriften können auf der Seite change.org/dogan geleistet werden. Die Türkei hatte am 19. August die Festnahme Akhanlis während eines Spanienurlaubs erwirkt. Ziel ist die Auslieferung des deutschen Staatsbürgers an die Türkei. Ihm droht dort ein Prozess.

Netanjahu wirft UN Geschichtsfälschung vor

Patriarchengräber seien nicht Welterbe der Palästinenser

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich über eine israelkritische Haltung der Vereinten Nationen beschwert. Es gebe "keine Grenzen in den UN-Absurditäten", wenn es um Israel gehe", sagte er vor der UN-Vollversammlung in New York. Die Unesco-Entscheidung vom Juli, die Patriarchengräber in Hebron als Welterbe der Palästinenser anzuerkennen, bezeichnete er als "Geschichtsfälschung". Dass die Stätte gleichermaßen Grabstätte Abrahams wie der biblischen Erzväter Isaak und Jakob sowie ihrer Ehefrauen Sara, Rebekka und Lea sei, "die zufällig die Patriarchen und Matriarchen des jüdischen Volkes" seien, verschweige der jüngste Unesco-Bericht. Wer wolle, könne darüber in der Bibel nachlesen, so Netanjahu. Die Welt erkenne zwar Israels "außergewöhnliche Fähigkeiten" im Kampf gegen den Terrorismus sowie im Bereich technologischer, medizinischer und weiterer Innovationen an, bei UN-Entscheiden fehle Israels Anerkennung hingegen allzu oft.

Carolin Emcke veranstaltet Gespräche zur Demokratie

Friedenspreisträgerin diskutiert mit Gästen aus Kunst und Wissenschaft

Angesichts demokratiefeindlicher Strömungen in vielen Ländern will Friedenspreisträgerin Carolin Emcke das "ABC der Demokratie" in einer neuen Gesprächsreihe ergründen. Zum Auftakt empfing die Autorin in Hannover den Schriftsteller und Fotografen Teju Cole. Das Thema lautete "A - Amerika". Der 42-jährige Sohn nigerianischer Eltern lebt in New York und schreibt Essays für einflussreiche Magazine wie den "New Yorker". Emcke hatte 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die neue Reihe im Schauspiel Hannover wird von der Stiftung Niedersachsen gefördert und ist auf fünf bis sechs Jahre angelegt. Die Themen der nächsten Begegnungen lauten "B - Bild", "C - Chronik" und "D - Demokratie". Gesprächspartner sind der Kunsthistoriker Peter Geimer, die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann sowie die israelische Soziologin Eva Illouz.

Goldene Rose für ARD-Film "Terror - Ihr Urteil"

Gerichtsdrama bekommt europäischen Fernsehpreis

Das ARD-Gerichtsdrama "Terror - Ihr Urteil" hat die Goldene Rose gewonnen. Die Produktion wurde in der Kategorie TV Movie mit dem renommierten europäischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Knapp sieben Millionen Zuschauer hatten im Oktober 2016 das Drama aus der Feder von Ferdinand von Schirach im Ersten verfolgt. In dem Film geht es um den Prozess gegen einen Kampfpiloten, der eine entführte Passagiermaschine mit 164 Insassen abgeschossen hatte, um zu verhindern, dass der Jet in ein voll besetztes Fußballstadion gelenkt wird und 70 000 Menschen tötet. Die Goldene Rose verlieh außerdem noch einen Preis fürs Lebenswerk: Den erhielt die 91-jährige englische Schauspielerin Angela Lansbury, die mit der Serie "Mord ist ihr Hobby" international bekannt wurde.

documenta verkündet Besucherrekord

Mehr als eine Million Besucher in Athen und Kassel

Die Kunstausstellung documenta in Kassel und Athen hat überraschend einen Besucherrekord verkündet. "Mehr als eine Million Besucher sahen die Ausstellung in beiden Städten während der Laufzeit von 163 Tagen", teilten die Organisatoren zwei Tage nach Ende der Ausstellung mit. "Das macht die documenta 14 zur meistbesuchten Ausstellung zeitgenössischer Kunst aller Zeiten." Traditionell dauert eine documenta 100 Tage, durch die Überlappung der beiden Standorte war sie diesmal 163 Tage lang. Die 13. documenta vor fünf Jahren hatten insgesamt 905 000 Besucher gesehen. Zum Ende der Schau am vergangenen Sonntag hatten vor allem die Finanzen im Mittelpunkt gestanden. Das Budget soll um mehrere Millionen Euro überzogen worden sein.

Harry-Potter-Ausgabe für 81.250 Dollar versteigert

Weltrekord bei Versteigerung der Sonderedition

Eine seltene Erstausgabe des ersten Harry-Potter-Bandes hat bei einer Versteigerung in den USA nach Angaben des Auktionators einen Rekorderlös in Höhe von 81 250 US-Dollar (rund 67 800 Euro) erzielt. Das sei ein neuer Weltrekord für den Preis eines unsignierten, fiktionalen Werks, das in den vergangenen 50 Jahren erschienen sei, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions in Dallas mit. Die Sonderedition des Bandes "Harry Potter und der Stein der Weisen" war 1997 mit nur 500 Exemplaren aufgelegt worden. 300 davon waren für Bibliotheken in Großbritannien bestimmt. Mehrere Bieter hatten den Preis des Buchs in die Höhe getrieben, bis er mehr als das Vierfache des zuvor veranschlagten Marktwertes erreicht hatte. "Harry Potter und der Stein der Weisen" ist der erste Band der siebenteiligen Romanreihe von Autorin Joanne K. Rowling.

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