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Literatur

Sendung vom 23.08.2020
August 2020
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31.10.2021, 22:03 Uhr Literatur
Ilse Aichinger und Sophie Scholl
Widerstand der Worte
Von Lars Meyer

Sie waren sich nah, ohne sich je getroffen zu haben: die so genannte "Halbjüdin" und die Widerständlerin.
Ilse Aichinger und Sophie Scholl, beide Jahrgang 1921, hätten sich als junge Frauen begegnen können. Die Zeitumstände verhinderten es. Aichinger, nach dem Krieg ein Literaturstar, sieht sich 1938 in Wien als sogenannte Halbjüdin von der Welt verlassen. Sophie, nach dem Krieg Widerstandsikone, trägt ein BDM-Halstuch. Beide ringen mit sich in Briefen, Tagebüchern, literarischen Notizen. „Die härtesten Maßstäbe“ will Scholl an sich anlegen, und Aichinger notiert nicht weniger radikal: „Schreiben kann man wie Beten eigentlich nur, anstatt sich umzubringen.“ Als sie 1943, nach Scholls Tod, von der Weißen Rose erfährt, wächst ihr eine Hoffnung zu, die größer ist, als die Hoffnung zu überleben - eine Verpflichtung für die Zukunft. Was kommt zwischen den beiden, die sich nicht kennenlernten, zur Sprache?

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