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Lesart / Archiv | Beitrag vom 20.11.2014

LiteraturSchwabbeliges Geschreibe - Deutsche Romane am Pranger

Der Germanist Ingo Ingo Meyer lässt an der momentanen Literatur-Produktion kein gutes Haar

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Eine Hand greift nach einem Buch auf einem Büchertisch in Leipzig. (picture alliance / dpa / Peter Endig)
Bücher über Bücher - der Literaturwissenschaftler Ingo Meyer hofft auf Rettung vor der großen Überproduktion. (picture alliance / dpa / Peter Endig)

Der Bielefelder Literaturwissenschaftler Ingo Meyer klagt er über den Verfall des deutschen Romans. Jeder schreibe inzwischen irgendwas, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Der Literaturexperte Ingo Meyer sieht den deutschen Roman in einer existentiellen Krise. Die hatte er zuvor ausführlich im Magazin Merkur beschrieben.

Seit der Jahrtausendwende sei die Form "schwabbelig" geworden, beklagt er. Natürlich gebe es auch relevante Romane, doch: "Das Meiste geht an uns vorbei."

Ein Roman müsse "sinnfällig Totalität suggerieren" und an seinem eigenen Anspruch gemessen werden können. "Das wird selten verstanden", sagt Meyer.

Romane sollten zudem die Diskurse der Gesellschaft nicht nötig haben: "Was abends in den Nachrichten kommt, muss nicht noch unbedingt romanesk aufgearbeitet werden."

Als Therapie empfiehlt Meyer: "Auf keinen Fall mehr Germanistik-Studenten." Und, um der "Überproduktionskrise" zu begegnen: "Weniger ist mehr."

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