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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 16.01.2019

LiteraturSchriftstellerin Mirjam Pressler gestorben

Die Schriftstellerin Mirjam Pressler bei einer Lesung in München am 13. Juni 2018 (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
Die Schriftstellerin Mirjam Pressler (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler ist tot. Sie starb im Alter von 78 Jahren. Die Autorin schrieb über 30 Bücher und hat mehr als 300 Bücher übersetzt, darunter Romane von Zeruya Shalev und Amos Oz.

Mirjam Pressler schrieb zahlreiche Kinder- und Jugendbücher und übersetzte hunderte Bücher aus dem Hebräischen, dem Englischen, dem Niederländischen und Afrikaans ins Deutsche. Sie sei versessen auf Bücher, gestand Mirjam Pressler noch im Interview mit Deutschlandfunk Kultur im Juni vergangenen Jahres. Nun ist Pressler im Altern 78 Jahren verstorben.

Bekannt wurde sie auch aufgrund ihrer Neuübersetzungen des Tagebuchs der Anne Frank. Unter dem Titel "Ich sehne mich so" verfasste sie außerdem eine Biografie Anne Franks und edierte die "Anne Frank Gesamtausgabe".

Pressler wurde 1940 als Tochter einer jüdischen Mutter geboren und wuchs bei einer Pflegefamilie auf. Schon damals habe sie alles gelesen, was sie in die Finger bekam, berichtet sie im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur.

"Ich kann mich erinnern, dass ich in der 3. Klasse einmal in einem Aufsatz meinen Schulweg beschreiben sollte. Ich fand aber meinen eigenen Schulweg langweilig und hatte gerade ein Buch über München gelesen, in dem ein Wort vorkam, das mich begeistert hat. Danach habe ich dann meinen Schulweg beschrieben und geschrieben, dass ich auf dem Weg zur Schule über den Rindermarkt und den Viktualienmarkt gegangen bin."

In Frankfurt am Main und in München studierte Pressler Malerei und Sprachen. Nach einem Aufenthalt in einem Kibbuz in Israel arbeitete Pressler in München zunächst als Taxifahrerin und als Verkäuferin, bevor sie sich 1980 als Autorin und Übersetzerin selbstständig machte.

Für ihre Arbeit erhielt Pressler viele Auszeichnungen: den Sonderpreis für das Gesamtwerk des Deutschen Jugendliteraturpreises sogar zwei Mal – für ihre Erzählungen und ihre Übersetzungen. Im Dezember vergangenen Jahres wurde ihr das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 

(lk / KNA)

Hören Sie eine Wiederholung der Sendung "Im Gespräch" mit Mirjam Pressler vom 22. Juni 2018:

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