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Dienstag, 27.07.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 12. Juni 2021

lit.Cologne digital geht zu Ende

Das Literaturfestival lit.Cologne geht heute zu Ende. Wegen der Coronapandemie musste es dieses Jahr ausschließlich digital und mit kleinerem Programm stattfinden. Alle 54 Lesungen und Gespräche waren live als Stream abrufbar. Die Aufzeichnungen stehen bis zum 20. Juni im Netz. Mehr als 12.000 Festivalpässe und Einzeltickets hat das Festival verkauft. Die Organisatoren äußerten sich den Umständen entsprechend zufrieden. Nächstes Jahr soll das Festival wie gewohnt wieder mit Publikum stattfinden. Ganz ohne digitale Elemente soll es aber keine lit.Cologne mehr geben.

Regisseur Frljić gegen anonyme Beschuldigungen

Der bosnisch-kroatische Theatermacher Oliver Frljić beklagt in einem Interview im Deutschlandfunk Kultur den Mangel an Fantasie und die konservative Grundeinstellung der Theater im Hinblick auf eine Zeit nach der Pandemie. Die Theater würden gerne „einfach so weitermachen wie zuvor", sagt Frljić. Die Pandemie habe ihn dazu gebracht, sich mit Theorien und Konzepten zum Ausnahmezustand zu beschäftigen. Denn dieser präge permanent das Leben in den neoliberalen Demokratien. In der Debatte um Machtmissbrauch an den Theaterhäusern spricht sich Frljić gegen anonyme Beschuldigungen aus, da diese zu viel Raum für Fehlinterpretation ließen. Er wünscht sich, dass Betroffene mit ihren Namen an die Öffentlichkeit gehen, wenn sie sich wirkliche Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse erhoffen.

Hadsch wegen Pandemie deutlich eingeschränkt

Trotz der Corona-Pandemie will Saudi-Arabien 60.000 geimpften Bürgern die Teilnahme an der größten islamischen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka gewähren. Das gab das Ministerium für Pilgerfahrten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur SPA bekannt. Auch im vergangenen Jahr hatte die Pilgerfahrt wegen der Pandemie in stark reduzierter Form stattgefunden - nur rund 10.000 Gläubige waren zugelassen worden. Wie bereits im vergangenen Jahr sind zu der Pilgerreise ausschließlich Gläubige mit Wohnsitz in Saudi-Arabien zugelassen. Für das Königreich ist die Hadsch eine wichtige Einnahmequelle. Der Golfstaat erzielt jährlich umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro aus sämtlichen Pilgerreisen.

Pilotprojekt zum Tanzen während der Pandemie

Mit dem Pilotprojekt "Open Air" soll an diesem Sonntag im Berliner Club Revier Südost getestet werden, wie in der Corona-Pandemie sicher unter freiem Himmel getanzt werden kann. Geplant ist die Entwicklung eines Konzepts, das sowohl für Behörden als auch für Clubs eine Richtlinie sein kann. Dafür wurden 300 Freiwillige per Losverfahren ausgesucht. Alle, die mittanzen wollen, müssen entweder getestet, geimpft oder genesen sein. Am Einlass erhalten die Gäste einen Tracker, den sie um den Hals tragen und mit dem das Abstandverhalten gemessen wird. Auf der Tanzfläche selbst bewerten eingesetzte Beobachter, ob sich Gäste und Personal an die Regeln halten. Das Tragen einer Maske sei Pflicht. Ausgewertet werden sollen die anonym erhobenen Daten so schnell wie möglich. Die Forscher erhoffen sich, mit ihren Zahlen eine Grundlage dafür schaffen, dass in diesem Sommer wieder Veranstaltungen mit Hygienekonzept ermöglicht werden können.

Original-Weltraumfotos werden versteigert

Weltall-Fotos von den Anfängen der Raumfahrt werden ab 20. Juni vom Auktionshaus Ketter Kunst online versteigert. Die 377 Originalaufnahmen aus der Sammlung von Victor Martin-Malburet aus Paris entstanden zwischen 1958 und 1972. Berühmte Astronauten wie John Glenn, Buzz Aldrin oder Neil Armstrong hatten sich gegenseitig fotografiert ebenso wie die atemberaubenden Blicke auf Mond und Erde. Viele der Aufnahmen im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA sind ikonisch, etwa der Fußabdruck im Staub des Mondes. Sammler Victor Martin-Malburet hat im Lauf der Jahre mehr als 3000 Raumfahrt-Fotos angereichert, auch durch Kontakte zu den Raumfahrern und deren Familien.

Louise Erdrich gewinnt Pulitzer in der Kategorie Literatur

Die US-amerikanische Schriftstellerin Louise Erdrich ist für ihren jüngsten Roman "The Night Watchman" mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Literatur ausgezeichnet worden. Erdrich setzte sich gegen die beiden anderen Finalisten Daniel Mason und Percival Everett durch, wie die Organisatoren in New York mitteilten. Erdrichs Roman basiert auf dem Leben ihres Großvaters, der als Nachtwächter arbeitete. Es sei ein "majestätisches, polyphones" Buch, urteilte die Jury. Die bereits vielfach ausgezeichnete Autorin, die deutsche und indigene Wurzeln besitzt und im US-Bundesstaat Minnesota lebt, hat Romane, Gedichte und Kinderbücher veröffentlicht. Einige wurden auch ins Deutsche übersetzt, darunter "Liebeszauber", "Spuren" und "Schattenfangen".

Berichte über Rassismus und Corona mit Pulitzer geehrt

Die Corona-Pandemie, der Wahlkampf in den USA und die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt - eine Reihe von Medien ist für ihre Berichte über diese Themen mit dem Pulitzer-Preis geehrt worden. Den Preis in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" gewann die "New York Times" für ihre "mutige, vorausschauende und umfassende" Berichterstattung über die Pandemie, wie die Organisatoren in New York mitteilten. Ausgezeichnet wurden unter anderem auch der Journalist Ed Yong vom Magazin "The Atlantic" und der Fotograf Emilio Morenatti von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der eine Serie von Bildern über die Auswirkungen der Pandemie auf ältere Menschen in Spanien gemacht hatte. Für journalistische Beiträge rund um den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Mai 2020 wurden unter anderem die Mitarbeiter der dortigen Lokalzeitung "Star Tribune" und Fotografen der AP ausgezeichnet. Zudem bekam die damals 17 Jahre alte Darnella Frazier, die die Tötung von Floyd mit ihrem Handy filmte, ins Internet stellte und dem Vorfall damit weltweite Beachtung verschaffte, eine besondere Erwähnung. Sie habe mutig gehandelt und die "entscheidende Rolle von Bürgern beim Streben von Journalisten nach Wahrheit und Gerechtigkeit" unterstrichen, hieß es.

Bestseller-Autorin Lucinda Riley gestorben

Die Bestseller-Autorin Lucinda Riley ist tot. Der britische Verlag Pan Macmillan gab auf seiner Homepage bekannt, die in Nordirland geborene Schriftstellerin sei am Freitag an Krebs gestorben. Riley soll Mitte fünfzig gewesen sein - ihr genaues Alter war nicht bekannt. Von ihren Büchern wurden weltweit rund 30 Millionen Exemplare verkauft. Mit ihrem Roman "Die verschwundene Schwester" stand Riley zuletzt auch in Deutschland an der Spitze der "Focus"- und "Spiegel"-Belletristik-Bestsellerlisten.

Big-Brother-Awards für Google und Nida-Rümelin

Der Suchmaschinenanbieter Google, der Philosoph und Risikoethiker Julian Nida-Rümelin sowie mehrere Software-Firmen haben die diesjährigen Big-Brother-Awards erhalten. Die Negativ-Preise für "Datenkraken" wurden von der Initiative Digitalcourage bei einer Gala am Freitag in Bielefeld vergeben. Google wurde unter anderem für eine laut Digitalcourage massive Manipulation des Internetwerbemarktes mit der Anti-Auszeichnung bedacht. Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Nida-Rümelin wurde für seine Äußerung gerügt, dass der Datenschutz die Bekämpfung von Corona erschwere und Tausende von Toten zu verantworten habe. Die Europäische Kommission erhielt den Big-Brother-Award für das Verfahren "On-Board Fuel Consumption Meter", bei dem nach Einschätzung von Digitalcourage erhebliche Mengen an technischen Informationen eines Autos aufgezeichnet und an den Hersteller übermittelt werden.

Christof Sänger erhält den Hessischen Jazzpreis

Der Pianist und Komponist Christof Sänger aus Wiesbaden erhält den Hessischen Jazzpreis. Sänger sei vielseitig, beweglich und anpassungsfähig, dabei immer auf höchstem Niveau, befand die Jury. Hessens Kulturministerin Angela Dorn lobte die entspannte Selbstverständlichkeit, mit der Sänger seine "herrlichen Improvisationen spielt". Er integriere beinahe alle Stile des Jazz in seine Arbeit. Sängers Album "Chorinho" wurde 1992 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete. Seit 2010 ist er als Pianist der "Barrelhouse Jazzband" aktiv und spielt auch in verschiedenen Trio Ensembles. Der jährlich vergebene Hessische Jazzpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Bertelsmann-Gesellschafterin Mohn gibt Amt weiter

Die Bertelsmann-Gesellschafterin Liz Mohn macht ihren Sohn Christoph Mohn zum Familiensprecher des Medienkonzerns. Am 21. Juni - ihrem 80. Geburtstag - will Mohn das einflussreiche Amt, das faktisch ein Vetorecht für alle wichtigen Entscheidungen hat, übergeben, teilte das Unternehmen mit. Liz Mohn ist seit 2002 Familiensprecherin. Christoph Mohn, der bereits Aufsichtsratsvorsitzender von Bertelsmann und Mitglied im Lenkungsausschuss der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft ist, wird zudem auch Vorsitzender des Lenkungsausschusses. Seine Mutter bleibt mit der Übergabe der Ämter Mitglied dieses Ausschusses und Mitglied im Bertelsmann-Aufsichtsrat. Der Konzern sprach von einem "wohlgeordneten Übergang von der fünften auf die sechste Generation".

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