Seit 00:05 Uhr Das Blaue Sofa
Sonntag, 24.10.2021
 
Seit 00:05 Uhr Das Blaue Sofa

Interview / Archiv | Beitrag vom 01.12.2014

LinguistikWas Facebook und Twitter aus der deutschen Sprache machen

Johannes Ebert vom Goethe-Institut über das Projekt "Deutsch 3.0"

Eine Frau liest im Duden. (dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)
Neue Medien haben auch Auswirkungen auf unsere Sprache. (dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)

Heute schon ein Hashtag gesetzt? Und in der Cloud gesurft? Mit sozialen Netzwerken und den neuen Medien verändert sich auch unsere Sprache. Welche Folgen das hat, erklärt Johannes Ebert vom Goethe-Institut.

Fast ein Jahr lang hat das Goethe-Institut zusammen mit dem Duden und dem Institut für Deutsche Sprache in vielen Veranstaltungen untersucht, wie es um den Zustand unserer Sprache bestellt ist. Einer der Schwerpunkt beim Projekt "Deutsch 3.0" war der Einfluss neuer Medien.

Twittern wir uns die deutsche Sprache ins Abseits? Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, gibt Entwarnung. Zwar sei die Häufung von Anglizismen mitunter "unangenehm". Dennoch könnten Menschen, die Anglizismen verwenden, "sehr gut unterscheiden, wann sie englische Wörter einsetzen und wann sie wieder mit der deutschen Sprache zu tun haben", sagte Ebert bei Deutschlandradio Kultur.

Wenn in der Wissenschaft nur noch Englisch gesprochen wird

Dies gelte auch für Kinder und Jugendliche. Sprache sei für diese "ein Ausdruck von Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe", sagte Ebert. Trotzdem seien die junge Leute in der Lage, sich im Klassenzimmer wieder in der normalen Hochsprache zu verständigen.

Ein weiterer Fokus des Projekts "Deutsch 3.0" lag auf dem Bereich der Wissenschaftssprache. Hier sei Englisch inzwischen zur Lingua franca geworden, so Ebert – und zwar auch in der Lehre. "Das kann für unsere Sprache auf die Dauer problematisch werden." Wenn ausländische Studenten an der Hochschule kein Deutsch mehr lernen, könne es Probleme mit der Integration geben.

Zudem stehe hinter jeder Wissenschaftssprache ein eigenes kognitives Modell, sagte Ebert. Wenn man sich allein auf das angelsächsische Modell konzentriere, bestehe die Gefahr, "dass man gewisse Perspektiven verliert, die uns die deutsche Sprache gibt".

Mehr zum Thema:

Frage des Tages - "Läuft bei Dir?"
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 24.11.2014)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Saudi-ArabienKlimafreundlicher mit Ölförderung?
Ein saudischer Mann schaut durch ein Flugzeugfenster, durch das eine Ölraffinerie zu sehen ist. (AFP / Giuseppe Cacace)

Saudi-Arabien verdient viel Geld mit dem Erdölexport. Dennoch will es unabhängiger vom Öl werden. Eine Wende in der Klimapolitik? Es gehe eher um wirtschaftliche und politische Motive, sagt der Energie-Experte Tobias Zumbrägel von der NGO Carpo.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur