Seit 01:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 12.12.2018
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview | Beitrag vom 30.11.2018

Linguist über Sprache im Hip-HopPoetisch, kunstvoll kombiniert – und mit Botschaft

Jannis Androutsopoulos im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
Herr Sorge a.k.a. Samy Deluxe bei einem Auftritt im Mehr! Theater Hamburg am 28.10.2016.  (imago / Future Image)
Samy Deluxe ist einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Rapper. (imago / Future Image)

Die Popakademie Baden-Württemberg lädt zum ersten deutschen Hip-Hop-Symposium. Was macht diese Kunst auch in Deutschland so erfolgreich? Der Linguist Jannis Androutsopoulos erklärt, wie wichtig die Songtexte und ihre Sprachmixtur sind.

Hip-Hop mit seinen vier Elementen Rapmusik, Graffiti, DJing und Breakdance habe Wurzeln in der Jugendkultur schlagen können, auch weil er schon früh in der Jugendarbeit verwendet worden sei, sagt Jannis Androutsopoulos. Kommerziellen Erfolg habe vor allem der Sprechgesang, dessen Lyrics spielten eine große Rolle: "Die Texte muss man in ihrer Gesamtheit sich anschauen als poetische Sprache, die aber gleichzeitig auch politische und kulturelle Botschaften transportiert", so der Linguistik-Professor an der Universität Hamburg im Deutschlandfunk Kultur. 

Archaische Sprachmittel und Neologismen

Die Sprache sei besonders "herausgearbeitet", mit Reimen, vor allem aber mit einer "Collagekunst". Dadürch würden viele Sprachelemente zusammengeführt: verschiedene Stile und Register der deutschen Sprache, aber auch Ausdrücke aus anderen Sprachen:

"Man findet bei sehr vielen verschiedenen Rappern dann auch archaische Sprachmittel und Neologismen und eigenwillige Abkürzungen, die alle zusammen in den Mix hineingeworfen werden und poetisch und auch kunstvoll zusammenkomponiert werden. Diese Form der Aufmerksamkeit auf die formalen Details der Sprache findet man nirgendwo sonst in der zeitgenössischen Popmusik."

(bth)

Die Popakademie Baden-Württemberg veranstaltet am 30. November und 1. Dezember 2018 das erste deutsche Hip-Hop-Symposium, kuratiert von Frederik "Torch" Hahn. Dabei sind führende Wissenschaftler, aber auch Stars wie Jan Delay, Megaloh und Samy Deluxe.

Interview

Die FDP und die Freiheit"Keine Macht ohne Gegenmacht"
Personen aus zwei verschiedenen Gruppen versuchen sich die Hand zu geben . (imago / Ikon Images)

Die FDP starre zu sehr auf den Staat, kritisiert Lisa Herzog von der TU München. Dabei verliere sie aus dem Blick, dass bestimmte Wirtschaftsverhältnisse die Freiheit des Einzelnen einschränken. Deshalb müsse man viel mehr demokratische Elemente in Unternehmen bringen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur