Seit 15:00 Uhr Nachrichten
Sonntag, 11.04.2021
 
Seit 15:00 Uhr Nachrichten

Kompressor | Beitrag vom 19.03.2021

Lina Ehrentrauts Comic "Melek + Ich"Queere Sexualität sichtbarer machen

Lina Ehrentraut im Gespräch mit Max Oppel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine Seite aus dem Comic: "Melek + Ich" von Lina Ehrentraut, Edition Moderne, 2021. (Lina Ehrentraut / Edition Moderne)
Lina Ehrentrauts Comic speist sich aus ihren eigenen Erfahrungen. (Lina Ehrentraut / Edition Moderne)

Eine queere Liebesgeschichte mit einer jungen Physikerin als Hauptfigur, die sich selbst begegnet - darum geht es im Debüt "Melek + Ich" von Lina Ehrentraut. Die Leipziger Zeichnerin verfolgt darin ein Anliegen: Diversität in der Sexualität zu zeigen.

Eine junge Physikerin reist mittels eines künstlichen Körpers in eine parallele Dimension, in der sie auf ihr zweites Ich trifft, das so ganz anders ist als sie selbst. Davon handelt Lina Ehrentrauts Comic-Debüt "Melek + Ich". Eine queere Liebesgeschichte, in der es auch um Fragen sexueller Identität und Selbstliebe geht.

Eine Seite aus dem Comic: "Melek + Ich" von Lina Ehrentraut, Edition Moderne, 2021. (Lina Ehrentraut / Edition Moderne)"Melek + Ich" von Lina Ehrentraut (Lina Ehrentraut / Edition Moderne)

Die preisgekrönte Designerin und Zeichnerin aus der Leipziger Comic-Szene hat damit ihr Debüt vorgelegt. Die Begegnung mit sich selbst sei "ein sehr präsentes Thema, sich auch in Zeiten von Selbstoptimierung oder den Entwicklungen  sozialer Medien, sich die ganze Zeit mit sich selbst auseinanderzusetzen."

"Sehr an meine Realität angelehnt"

Es sind expressive Zeichnungen, vieles in Schwarz-Weiß, manches knallbunt. "Eine von den beiden Ichs ist die, die immer schwarz trägt. Die andere hat Kleidung an, die ich im Vorhinein designt habe", erklärt Ehrentraut. "Da geht es um Identität, und was Kleidung macht, wenn ich eine Person angucke."

Porträt der Comickünstlerin Lina Ehrentraut. (Damian Rosetten / Edition Moderne)Lina Ehrentraut, die Comickünstlerin von "Melek + Ich" (Edition Moderne) (Damian Rosetten / Edition Moderne)

Und es gibt Parallelen zwischen der Hauptfigur und Ehrentraut. "Die ganze Welt, in der das spielt, ist sehr an meine Realität angelehnt", sagt sie.

Mit den explizit gezeichneten Sex-Szenen zwischen Frauen verbindet sie ein Anliegen. "Es gibt einfach viel zu wenig Darstellungen von nicht-hetero Sex von nicht-cis Personen und das ist auf jeden Fall was, was ich voll vermisse und auch in meiner Teenie-Zeit noch mal mehr vermisst habe", erzählt sie. Es fehle an Diversität. "Es gibt in der queeren Szene auch noch mal totale Unterschiede."

(cwu)

Lina Ehrentraut: "Melek + Ich"
Edition Moderne, Zürich 2021
240 S., 25 Euro

Mehr zum Thema

Ralf Königs Hommage an Lucky Luke - Eine Knollennase für den Lonesome Cowboy
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 03.03.2021)

Emma: „Ein anderer Blick“ - Kluge feministische Comics aus Frankreich
(Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik, 29.01.2021)

Die Comics des Jahres 2020 - Comics werden immer vielfältiger
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 23.12.2020)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Oboist Albrecht MayerMozart vollenden
Der Oboist Albrecht Mayer. (Christoph Köstlin)

Das neue Album des Star-Oboisten Albrecht Mayer dürfte Mozart-Fans gefallen. Neben verschiedenen Instrumentalstücken gibt es auch die Weiterkomposition eines unvollständigen Oboenkonzerts. Wie das möglich war, erklärt der Musiker selbst.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur