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Zeitfragen | Beitrag vom 01.04.2021

Letztgültige Antworten in der WissenschaftWas wissen wir wirklich?

Von Florian Felix Weyh

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Grafik einer Protonenkollision. (AFP / CERN)
Im Jahre 2012 wurde das Higgs-Boson nachgewiesen. Aber wo liegt in der Wissenschaft eigentlich der Unterschied zwischen einem Nachweis und schlichter Plausibilität? (AFP / CERN)

2012 wurde das Higgs-Teilchen nachgewiesen. Ist damit nun alles klar? Mit Beweisen will die Wissenschaft ja die Welt erklären. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung ist aber doch nicht immer eindeutig belegbar. Reicht es nicht, wenn Dinge einfach nur plausibel sind?

"Was ich unter Plausibilität verstehe, das kann ich Ihnen natürlich sagen! Das Problem ist, dass Sie mich gefragt haben, was für einen Wissenschaftler denn plausibel ist? Und da bin ich so ein bisschen unsicher", sagt Jörg Phil Friedrich.

"Wenn ich mir Beiträge anschaue, in denen der Begriff ´plausibel` vorkommt, dann wird der Begriff selber nicht definiert", ergänzt Martin Böhnert.

Und im Jahr 2012 sagte Rolf-Dieter Heuer, Physiker und damals Generaldirektor der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf: "Wir haben ein neues Teilchen gefunden, das können wir klar sagen, denn die Evidenz ist in beiden Experimenten gleich stark und sehr überzeugend. Die Evidenz ist angewachsen über die letzten anderthalb Jahre. Also insofern habe ich da überhaupt keinen Zweifel!"

Noch einmal Jörg Phil Friedrich Martin Böhnert: "Wenn etwas evident ist – darin sind sich, glaub ich, die Wissenschaftler und die Philosophen einig –, was evident ist, ist so!"

Higgs-Boson – "das einzigartige Teilchen"

"Es gibt ja auch Tatsachen, die sehr, sehr einfach sind! Also beispielsweise, dass vor mir ein Mikrofon steht."

Offenkundig steht vor dem Philosophen Martin Böhnert in Kassel ein Mikrofon, in das er spricht. "Das kann nicht anders sein, (als) dass hier vor mir ein Mikrofon steht."

Auch in Münster sitzt der Physiker, Meteorologe und Philosoph Jörg Phil Friedrich vor einem körperlich vorhandenem Gerät, das Tonaufnahmen ermöglicht. Das ist evident.

"Wenn jemand was Evidentes bestreitet, dann lebt er in einer anderen Kultur, in einem anderen Diskursraum."

Rolf-Dieter Heuer sagte 2012: "Das Higgs-Boson ist irgendwie sozusagen ein einzigartiges Teilchen, was weder Kraftteilchen noch Materieteilchen ist. Es ist was Besonderes!"

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Man hat es endlich entdeckt, im Juli 2012, das Higgs-Boson, ein für die physikalische Theorie unerlässliches, zuvor aber nie nachgewiesenes Teilchen. Kann man es sehen? Ist es ein Signalcluster? Oder bloß eine metaphysische Annahme, auf die seltsamerweise elektronische Apparaturen reagieren?

"Man misst ja nicht einfach, und dann schlägt da irgendwie ein Zeiger aus, und beim rechten Ausschlag steht irgendwie ´Higgs-Teilchen`! Und dann zeigt der da drauf und sagt: ´Ah, guck, Higgs-Teilchen gefunden!` Sondern man findet ja Rohdaten, und dann rechnet man damit ohne Ende rum und macht Analysen und macht Statistiken. Und dann sagt man irgendwann: ´Diese so dargestellten Daten, die sind tatsächlich das Higgs-Teilchen`, erklärt Jörg Phil Friedrich.

Fakt ist: Es gibt das Higgs-Boson. Erklärung des Fakts von Rolf-Dieter Heuer damals:

"Wenn Sie jetzt eine Schar von Journalisten haben in einem großen Raum zum Beispiel, ja? Dann sind die alle unabhängig voneinander. Das ist sozusagen dieses Higgs-Feld! Und dann öffne ich eine Tür und flüstere ein Gerücht in den Raum. Und die Journalisten, die nahebei stehen, die scharen sich zusammen und fragen sich: ´Was hat er gesagt?` Und dieses Zusammenscharen dieser Einzeljournalisten in diesem Feld, ist quasi das Higgs-Boson."

Bild des Teilchenbeschleunigers im CERN. (imago / Everett Collection)Am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, wurde 2012 das Higgs-Boson nachgewiesen. (imago / Everett Collection)
Ich bin Journalist … ich bin das Higgs-Boson! Vielmehr: Ich bin der Bruchteil eines Higgs-Bosons für den Bruchteil einer Sekunde – zumindest in dieser anschaulichen Erklärung. Warum nicht? Allerdings lautet in dieser Sendung die Frage nicht: Gibt es das Higgs-Boson? Sondern: Wie muss Wissen beschaffen sein, damit im Rahmen dieses Wissens eine Aussage wie:

Das Higgs-Boson existiert…

… allgemein akzeptiert wird? Das wiederum wirft Fragen auf, die alle Wissenschaften betreffen. Fragen nach:

Anschein und Wirklichkeit, Wahrheit und Behauptung, Gewissheit und Irrtum, Fakt und Fehleinschätzung, Kausalität und Korrelation, Evidenz und Plausibilität.

Higgs-Boson und Wetterfronten

Sowie Annehmungswürdigkeit, Verstehensumgebungen, Denkstile und – Wetterfronten.

"Gibt es Wetterfronten? Interessant ist hier die Existenzfrage!"

Als Jörg Phil Friedrich in den frühen 1990er-Jahren noch kein Philosoph war, sondern Meteorologe, beschäftigte ihn diese Existenzfrage auf eine ganz praktische Weise:

"Damals war das so, dass also ein Wettertechniker an jede Station Zahlen angemalt hat, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Bedeckungsgrad, Wolken, Niederschlag und so weiter! Luftdruck! Und dann hat man dort in diesen einzelnen Wettermeldungen die Fronten erkennen müssen: Kaltfront, Warmfront … und natürlich haben Sie eine Theorie davon vorher gelernt, die ´Frontentheorie`, sodass Sie ungefähr wissen, was Sie eigentlich finden müssen."

Eine Wetterfront. Fakt ist … was ist Fakt?

"Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie schwer das ist, in einer realistischen Wetterkarte eine solche Front zu sehen, weil … das ist eine Entscheidung des Meteorologen, wo er die Front sieht!"

In einem seiner Bücher erzählt Friedrich – nun als Erkenntnisphilosoph –, dass während des Kalten Krieges Wissenschaftler die militärische Front-Vorstellung in die Natur hineininterpretierten. Dadurch ließen sich Wetterphänomene besser nachvollziehen. Gleichzeitig setzte sich in dieser Zeit das Fernsehen durch, das die Wetterkarte in jeden Haushalt trug; Wetterfronten passen gut dazu. Und obwohl heute kein Meteorologe mehr Fronten in Karten hineinmalt, sondern Computeralgorithmen die Vorhersage errechnen, hat sich der Begriff im Alltag gehalten: Er klingt eben … plausibel.

Was ist schon plausibel?

Erstes Kapitel: Auf Beifall hoffen. Was Plausibilität so populär macht.

"Im Alltag verwenden wir diesen Begriff so intuitiv, dass wir immer, wenn wir ihn verwenden, davon ausgehen, dass unser Gegenüber schon weiß, was wir damit meinen. Und das Interessante ist, dass wir in den Wissenschaften ganz genauso damit arbeiten."

Zusammen mit dem Linguisten Paul Reszke hat sich der Philosoph Martin Böhnert mit der inneren Logik des Begriffs "Plausibilität" beschäftigt. Schon in der Wissenschaftstheorie hat dies Seltenheitswert, für Praktiker gar ist "Plausibilität" ein alltägliches Sprachwerkzeug, um das man sich nicht kümmern muss: Irgendwie weiß jeder, wie es gemeint ist, wenn etwa in Dissertationen Fußnoten wie diese auftauchen:

"Die übermittelten Daten wurden von der Promovendin selbstständig auf Plausibilität geprüft."

Promotionen gab es schon im Mittelalter; Plausibilitätserwägungen sind dagegen jüngeren Datums.

"Plausibel: einleuchtend, verständlich, glaubhaft, annehmbar, 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. (…) Entlehnt aus lateinisch plausibilis: Beifall verdienend, auf Beifall berechnet." Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 1995

Martin Böhnert ergänzt: "Meine älteste sichere Quelle für das Verwenden von Plausibilität ist ein Zitat von Goethe, was im Prinzip leider den kompletten Begriff der Plausibilität so ein bisschen in Verruf zieht. Das lautet: ‚Wer die Menschen betrügen will, muss das Absurde plausibel machen.‘"

"Plausibel – beifallswürdig; wahrscheinlich oder annehmungswürdig erscheinend." Pierer's Universal-Lexikon, 1861

"‘Annehmungswürdig erscheinend´ … aber das Wichtige ist ja auch das Erscheinen! Es ist eben etwas, was mit dem Subjekt zu tun hat! Denn es erscheint ja jemandem annehmungswürdig. Und das Annehmen ist ja auch etwas, was das Subjekt tut", sagt Jörg Phil Friedrich.

3D-Illustration einer DNA-Doppelhelix. (imago / Westend61)Bevor nachgewiesen war, dass es sich bei der Struktur des DNA-Strangs um eine Doppelhelix handelt, war das Ganze auch nur eine plausibel erscheinende Annahme. (imago / Westend61)
Dieser Prozess umfasst nicht nur rationale, sondern auch soziale und verblüffenderweise zuweilen auch sensorische Aspekte. Eine berühmte Annahme im 20. Jahrhundert war die Doppelhelix-Struktur der DNA. Noch vor dem tatsächlichen Nachweis haben James D. Watson und Francis Crick den Aufbau des Erbguts theoretisch vorweggenommen. Ihnen erschien die Idee schlüssig.

"Alles sprach dafür, dass ihre Erklärung der Doppelhelix-Struktur zutrifft. Jetzt ging es aber darum, die anderen zu überzeugen, und um die anderen zu überzeugen, brauchte man ein Metallmodell! Weil sie hatten das Modell der DNA-Doppelhelix schon aus Pappe gebastelt, hatten aber den Eindruck, dass das den Händen der anderen nicht stabil genug erschien. Also dass, wenn die anderen an diesem Pappmodell arbeiteten und es unter Druck setzten, dann würde es brechen. Und damit würde auch ihre Theorie brechen! Deswegen mussten sie ein Modell aus Metall anfertigen lassen, was stabil genug war, um ihre Theorie als maximal plausibel darzustellen", erklärt Martin Böhnert.

In diesem Beispiel ist das Plausible kein Begriff mehr, sondern wörtlich begreifbar. Doch um faktisch Vorhandenes geht es gerade nicht bei Plausibilität. Deswegen konnte ein zusammengebasteltes Modell anstelle der Wirklichkeit überzeugen, obwohl die DNA-Doppelhelix zunächst gänzlich unwirklich erschien. In diesem unwirklichen – nämlich geistigen – Raum bewegt sich die Wissenschaft ständig.

"Eine Sache, die man für plausibel hält, kann eher Richtung ´absurd` tendieren oder eher Richtung ´offenkundig`. Aber was man sich sozusagen vorstellen kann, ist, das was absurd ist, ist einfach zu wenig überzeugend, um schon plausibel zu sein. Und das, was offenkundig ist, ist bereits zu viel, als dass es bloß noch plausibel ist", so Martin Böhnert.

"Plausibel sind Festlegungen (…) dort, wo sie ohne weitere Begründung einleuchten und man erwarten kann, dass sie auch anderen einleuchten."

… heißt es in einer häufig zitierten Definition des Soziologen Niklas Luhmann. Einleuchten wird das Absurde selten, das Offenkundige dagegen meist. Beides markiert die Eckpunkte einer Skala, auf der Martin Böhnert und sein Co- das Wort "plausibel" genau in der Mitte einordnen: links davon "absurd", rechts davon "offenkundig".

"Offenkundig ist, glaub ich, ein Begriff, der eher in der philosophischen Tradition zu Hause ist als in den Naturwissenschaften. Und anstelle von ´offenkundig` wird in den Naturwissenschaften von ´Evidenz` gesprochen, auch von ´evidenzbezogenen Argumentationen` und so weiter und so fort."

"Evidenz ist verstärkte Plausibilität."

… geht die Luhmann‘sche Definition weiter:

"Sie ist gegeben, wenn auch der Ausschluss von Alternativen mit einleuchtet."

Sprich: Ich finde nicht nur meine Erklärung richtig. Ich finde auch, dass es richtig ist, alle Alternativen als falsch auszusortieren. Und ich schaffe es, davon eine überwältigende Mehrheit zu überzeugen.

Und was ist mit der Evidenz?

Zweites Kapitel: Alternativen eliminieren. Wege zum Wissen.

"Evidenz bedeutet: Ich kann aus den Daten, die ich aufgenommen habe, die für einen Laien überhaupt nichts enthalten, durch meine wissenschaftlichen Verfahren ein Signal herauspräparieren, wovon ich sagen kann: Da ist tatsächlich etwas, was nicht zufällig ist", sagt Jörg Phil Friedrich.

Der Zufall allerdings ist nicht so leicht beherrschbar. Er durchkreuzt den Willen des Menschen im Alltag wie in der Wissenschaft. Schauen wir noch einmal eine Dissertationsfußnote an, wie sie häufig vorkommt:

"Aufgrund fehlender Plausibilität wurden Extremwerte unter 25 Mikrogramm pro Liter und über 1500 Mikrogramm pro Liter herausgenommen."

"Daten wegzulassen, nur weil es nicht passt, das ist nicht wissenschaftlich lauter. Aber man muss auch bedenken – wie Einstein auch sagte –, es ist sinnvoll, wenn man eine gute Theorie hat, auch ihr zu vertrauen."

Gerd Gigerenzer. Emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Berlin. Psychologe. Kognitionsforscher. Unermüdlicher Aufklärer, wie Zahlen unser Verständnis von Realität beeinflussen.

Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und immer häufiger auch die Kulturwissenschaft sind ohne Zahlen unmöglich. Zahlen sind Signale des Faktischen. Sie gehen auf Messungen zurück, und Messungen verallgemeinern die Realität. Mit Zahlen lässt sich gut arbeiten. Zwar verliert sich irgendetwas auf dem Weg vom Phänomen zum Messwert, aber das lässt sich verschmerzen, weil das Phänomen im Gegenzug verstehbar und allgemeingültig wird.

Alle Einzelphänomene versammeln sich unter dem Dach der Zahlen, und eine Theorie stiftet den Zusammenhang. Allerdings müssen die Einzelphänomene zur Theorie passen. Unpassende Phänomene, verkörpert durch einen zu hohen oder zu niedrigen Messwert, werden im Allgemeinen nicht unter dieses Dach gelassen.

"Deswegen hat man auch Maßnahmen ergriffen, die manche Zeitschriften fordern – oder zumindest empfehlen –, nämlich dass das, was man in einer Studie macht, was man misst, was man nicht misst, wie viele Daten man nimmt, von vornherein in einem Protokoll festgelegt werden müssen. Und das ist auch ganz sinnvoll."

Weil es den Möglichkeitsraum übersichtlicher macht. Man kann nicht jedem Extremwert seine Aufmerksamkeit schenken. Oder um es mit Karl Popper auszudrücken, dem führenden Kopf der wissenschaftlichen Methodenlehre im 20. Jahrhundert:

"Die (...) Regel, extreme Zufälle zu vernachlässigen, entspricht auch der Forderung nach wissenschaftlicher Objektivität."

"Es ist nicht immer so einfach! Denn ein ganz überraschendes Abweichen kann einem auch sagen, dass man wirklich völlig falschliegt! Aber es kann natürlich auch einfach zustande kommen, dass halt eine Störung da ist: Ein Lastwagen fährt vorbei vor dem Versuchsgebäude und stört dann die Instrumente", sagt Gerd Gigerenzer.

"Wahres Wissen ist immer ein Wissen von Ursachen"

"Theoretisch prognostizierte und experimentell gemessene Daten stimmen niemals vollständig überein."

… untermauert auch der Physiker und Philosoph Jan Cornelius Schmidt in einem naturphilosophischen Buch die grundlegende Skepsis an der Wahrheitsfähigkeit der Naturwissenschaften:

"Wahres Wissen ist immer ein Wissen von Ursachen. Hierüber herrscht Konsens, alles Weitere ist umstritten. Was kann als Ursache gelten? (…) Wird Kausalität gefunden oder wird sie erfunden?"

"Das ist eben auch die Schwierigkeit: Dass Sie nicht nur nach einer Stecknadel im Heuhaufen suchen, sondern nach einer Stecknadel in vielen Heuhaufen, und leider bestehen die Heuhaufen auch aus Stecknadeln – die vielleicht ein kleines bisschen anders geformt sind."

Erklärte CERN-Direktor Rolf-Dieter Heuer 2012, als endlich genügend Indizien für das Higgs-Boson gefunden waren, um in die Öffentlichkeit treten zu können. Wie viele Disziplinen moderner Naturwissenschaften ist Teilchenphysik unanschaulich und sieht sich häufig mit der Frage konfrontiert: "Was wisst Ihr wirklich?" Und: "Wenn Ihr etwas wisst – ist es vorhanden oder nur statistischer Natur?" Falls Letzteres: "Ist es evident oder immer noch bloß plausibel?"

Gerd Gigerenzer meint: "Wahrscheinlichkeit ist wahrscheinlich die häufigste Präzision von dem Begriff ´Plausibilität` in den Wissenschaften."

In datengetriebenen Wissenschaften rutscht die Plausibilität dabei auf der Böhnert’schen Skala – links absurd, rechts offenkundig – bloß durch Wahrscheinlichkeitsaussagen in Richtung Evidenz. Zudem ist die Spannweite willkürlich gesetzt:

"Man hat in manchen Zeiten gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Effekt fälschlicherweise als einen solchen annehmen, muss kleiner als 1 in 1000 sein. Aber man kann auch sagen: 1 in 100 oder 1 in 10.000! Das ist das allgemeine Problem, dass man eine Entscheidung ´ja/nein` machen möchte, aber eine kontinuierliche Beobachtung hat."

Eine Behauptung muss auch falsifizierbar sein

Diese "ja/nein"-Entscheidung ist tief im Fundament des modernen Wissensverständnisses verankert. Sie findet sich in Karl Poppers Grundforderung, dass eine wissenschaftliche Behauptung falsifizierbar, also widerlegbar, sein muss:

"Wir lernen (…) eine ganze Menge durch eine Falsifikation. Wir lernen nicht nur, dass eine Theorie falsch ist, sondern wir lernen, warum sie falsch ist. Und vor allem anderen gewinnen wir ein neues und schärfer gefasstes Problem; und ein neues Problem ist (…) der echte Ausgangspunkt einer neuen wissenschaftlichen Entwicklung."

Sir Karl Popper, aufgenommen im Jahr 1981 in Tübingen (picture-alliance / akg-images)Karl Popper war der führende Kopf der wissenschaftlichen Methodenlehre im 20. Jahrhundert. (picture-alliance / akg-images)
Falsifizierungen erfolgen experimentell, indem man eine Erkenntnis oder Theorie unter unveränderten Bedingungen überprüft. Lässt sie sich nicht erneut belegen, wird sie eliminiert. Dieses aggressive Wort verwendet Popper häufig: Wissen bedeutet für ihn, Alternativen ausgeschaltet zu haben. Die experimentellen Verfahren dazu verkörpern allerdings eine Idealvorstellung. Physiker und Philosoph Jörg Phil Friedrich:

"Also man kann nicht einfach das CERN noch mal nachbauen! Das kann im Moment keiner. Man weiß ja auch, dass wir tatsächlich, was diese ganze Physik betrifft, an einer Grenze sind dessen, was wir finanziell, was wir auch technisch beherrschen können, und so weiter. Aber was man natürlich machen kann… zumindest im Prinzip könnte man sagen: Die Rohdaten stehen ja zur Verfügung!"

Und sie allein müssen anderen Forschenden genügen, um Erkenntnisse oder kausale Zusammenhänge zu überprüfen. Poppers Ideal wird auf ein kleineres Maß zurechtgestutzt.

"Das erste Experimentieren ist tatsächlich das Experimentieren am CERN. Und das zweite Experiment ist ja eigentlich das Experimentieren mit diesen Daten! Man versucht natürlich, die Daten so aufzubereiten, dass man die Signale wirklich sieht! Man fragt sich: Welche Kategorien, mit welchen Methoden geh ich vor? Und dieses Experimentieren zweiter Ordnung, das könnte man natürlich falsifizieren, indem jetzt ein anderer Forscher hingeht und sagt: Ich nehme mir diese Rohdaten wieder und analysiere die nach meinen Vorstellungen, und dann will ich doch mal gucken, ob ich auch zu dem Ergebnis komme, dass da eine Evidenz ist für – zum Beispiel – ein Higgs-Teilchen."

Und was sagen Immanuel Kant und Ernst Mach dazu?

Zwischenspiel: die Kausalität und ihre Feinde.

"Alle Veränderungen geschehen nach dem Gesetz der Verknüpfung der Ursache und der Wirkung."

Immanuel Kant.

"In der Natur gibt es keine Ursache und keine Wirkung."

Ernst Mach.

Zwischen den Aussagen des Philosophen Kant und dem Physiker und Pionier der Wissenschaftstheorie Ernst Mach liegen rund 150 Jahre. Weitaus kürzer dauerte es, bis Werner Heisenberg 1927 selbstgewiss verkündete, durch die Entdeckung der Quantenmechanik werde …

"… die Ungültigkeit des Kausalgesetzes (...) definitiv festgestellt".

Er behielt recht. Die simple Gleichung von Ursache und Wirkung geht zwar bei grob aufgelösten Alltagsphänomenen noch auf, in der physikalischen Grundlagenforschung klappt das jedoch nicht mehr. Und wie beim Teilchenbeschleuniger des CERN greift man auch in anderen Wissenschaften immer häufiger auf Datensätze zurück, deren Aussagekraft sich nicht auf Anhieb erschließt.

An solche Datensätze muss man, mit den Worten des Klimaforschers Hans von Storch, zwei Erkenntnisinstrumente anlegen: das der "Detektion" und das der "Attribution". Für die Detektion – also die Suche nach auffälligen Mustern –, gibt es algorithmische Verfahren. Für die "Attribution" – nämlich die Frage, ob sich hinter den Mustern Abhängigkeiten und Wirkmechanismen verbergen, braucht es Theorien … oder Fantasie.

"Die Theorie glaubt zu wissen, wo auf der Schatzinsel das Gold vergraben sei. Dort bohrt sie sich zielstrebig in die Tiefe."

… hieß es, milde spöttisch, vor einem Jahrzehnt beim Digitaldenker Christian Heller.

Die digitale Welt und Schweizer Schokolade

"Datenkorrelation dagegen trägt planlos, aber geduldig die gesamte Insel ab, Schicht für Schicht. Die Theorie findet genau das, was sie sucht – oder liegt falsch. (…) Ob die Datenkorrelation schneller zum Ziel gelangt, hängt davon ab, wie umfassend sie die Insel abträgt und mit welcher Geschwindigkeit. (…) Aber im Abtragen der gesamten Insel findet sie vielleicht auch außerplanmäßig Schätze, für die sich die Theorie gar nicht interessiert hat."

Der damalige milde Spott rührte von einem Überlegenheitsgefühl her, das die digitale Welt im Big-Data-Rausch ergriffen hatte. Ausgangspunkt war ein Google-euphorischer Artikel im US-Magazin "Wired" 2008:

"Was Chris Andersen von ´Wired` damals sagte, ist Unsinn, absoluter Unsinn!", meint Gerd Gigerenzer.

Auf drei Seiten sagte der Chefredakteur des Technologie-Magazins im Grunde nur eines: "Korrelation macht Kausalität überflüssig."

"Das ist problematisch, so zu denken, weil wir immer eine Deutung brauchen von dem, was da passiert! Also um handeln zu können. Wenn wir entscheiden wollen, müssen wir zumindest glauben, zu wissen, was da der Fall ist, was da wirklich los ist", sag Jörg Phil Friedrich.

Gerd Gigerenzer ergänzt: "Ein Algorithmus kann nach Korrelationen suchen, und er wird sie finden, je größer die Daten sind! Man nennt das ´falsch positive`, wenn man Zusammenhänge findet, die gar nicht da sind. Und wenn Sie genügend Daten durchforsten, werden Sie alles Mögliche finden!"

Auch Beweise fürs "Ende der Theorie", wie der Artikel überschrieben war? Eher nicht. Und so blieb die Ansage ähnlich plausibel, wie es die Empfehlung an Chris Andersen wäre, vor grundstürzenden Texten besser mehr Schweizer Schokolade zu essen:

"Verschiedene Länder haben unterschiedliche Anteile an Nobelpreisen. Wenn Sie genügend Daten haben, dann finden Sie etwas, was mit dem Anteil der Nobelpreise korreliert! Eine der besten Variablen, die damit korreliert, ist der Schokoladenkonsum. Also die Schweiz hat etwa einen sehr hohen Anteil an Nobelpreisträgern, und zugleich einen der höchsten Schokoladenkonsumen. Und China hat einen sehr geringen Anteil, und dort wird kaum Schokolade gegessen", so Gerd Gigerenzer.

"Verstehensumgebung" nach Ernst Tugendhat

Drittes und letztes Kapitel: Wer bei "plausibel" aufbricht, will bei "alternativlos" ankommen.

"Das ist total gut!", erfreut sich Gerd Gigerenzer.

Soziale Implikationen der Wahrheitsfindung.

"Jetzt ist der Punkt, wenn wir über Plausibilität sprechen, dann sprechen wir über ein Beurteilungskriterium. Das heißt: Es geht bei Plausibilität nicht notwendig darum, dass eine Sache wahr ist oder nicht, sondern es geht darum, wie ich sie beurteile! Und um beispielsweise sich widersprechende wissenschaftliche Aussagen zu beurteilen, muss ich auf meine Verstehensumgebung zurückgreifen", sagt Martin Böhnert.

"Verstehensumgebung."

Diesen philosophischen Begriff haben Martin Böhnert und sein Co- Paul Reszke wiederbelebt. Ursprünglich stammt er von Ernst Tugendhat.

"Der hat das aber tatsächlich nur in einem einzigen Buch sehr nebensächlich erwähnt, aber der Begriff selber ist so fantastisch, dass wir ihn einfach mal von ihm entliehen haben, sozusagen, und ein bisschen anders aufgefasst. Also "Verstehensumgebung" ist die Summe aller Überzeugungen und Einstellungen eines Individuums. Und das ist genau diese Beurteilungsrahmen, vor dessen Hintergrund ich sage: ´Ja, das ist einleuchtend!` Oder: ´Nein, das ist abwegig!`"

"Jedes denkende Individuum hat (…) als Mitglied irgendeiner Gesellschaft seine eigene Wirklichkeit, in der und nach der es lebt. Jeder Mensch besitzt sogar viele, zum Teil einander widersprechende Wirklichkeiten."

Ludwik Fleck, "Denkstile und Tatsachen" – kein Philosoph wie Ernst Tugendhat:

"Ludwik Fleck war ein polnischer, jüdischer Mediziner, der sich für Wissenschaftsphilosophie interessiert hat und – das ist das Interessante –, der hat sich aus der Sicht der Medizin die Frage gestellt: Wie entsteht eigentlich medizinisches oder auch biologisches Wissen?", sagt Jörg Phil Friedrich.

Fleck kommt dabei Anfang der 1930er-Jahre zu dem Schluss, dass die Evidenzbehauptung nicht allein darauf beruht, logische Widersprüche zu vermeiden. Evidenz ist immer auch geprägt durch jene gesellschaftliche Gruppe, die an sie glaubt oder sie ablehnt. Ernst Tugendhats "Verstehensumgebung" vorwegnehmend, nennt Fleck diese Akzeptanzfaktoren: Denkstile.

"Der hat eben gesehen, dass die Erzeugung wissenschaftlicher Tatsachen – schon das ist ja eine Provokation zu sagen, eine wissenschaftliche Tatsache wird gebaut! – Das hat er eben als sozialen Prozess verstanden", erläutert Jörg Phil Friedrich:

"Jedes Wissen hat einen eigenen Gedankenstil mit seiner spezifischen Tradition und Erziehung. In beinahe unendlichem Reichtum des Möglichen wählt jedes Wissen andere Fragen, verbindet sie nach anderen Regeln und zu anderen Zwecken. Mitglieder differenter Wissensgemeinschaften leben in eigener wissenschaftlicher oder auch beruflicher Wirklichkeit."

"Das ist natürlich dann auch eine ganz andere Facette als das, was Wissenschaftstheoretiker gemacht haben, die sich ja eher mit der Dynamik der Produkte sozusagen beschäftigt haben, also mit den Theorien, was auch sehr wichtig ist! Aber man muss das eben zusammenbringen, diese beiden Aspekte! Weil eins nicht ohne das andere verständlich werden kann", so Jörg Phil Friedrich.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die andere Position nachzieht

"Immer beruhen Gesellschaften auf kommunikativen Handlungen als letzten Elementen."

… sagt auch der Soziologe Niklas Luhmann und untermauert damit die eigene Definition von Evidenz und Plausibilität: Beide hängen in gleichem Maß von Einschätzungen "der anderen" ab; ohne diese wären sie ungültig. Pocht also jemand im Brustton der Überzeugung auf die "Evidenz" seiner persönlichen Erkenntnisse, befindet er sich nicht hinterm Schutzschild einer gesicherten, letztgültigen Wahrheit. Sondern er weidet nur auf der Koppel eines bestimmten "Denkkollektivs", wie Ludwik Fleck die Prägungen nannte. Jörg Phil Friedrich bringt den Umstand auf eine modernisierte Formel:

"Jede Position ist die Gestalt gewordene fehlende Letztbegründung der anderen Position."

Womit es prinzipiell nur eine Frage der Zeit ist, bis die andere Position mit Argumenten nachzieht. "Evidenz" allerdings ist zugleich ein Kampfbegriff um Deutungshoheit im wissenschaftlichen – oder bedenklicher – wissenschaftlich-politischen Raum. Zurückhaltendere Akteure weichen auf den Plausibilitätsbegriff aus, der eine weniger aggressive, dennoch genauso wirksame Kommunikation erlaubt. Martin Böhnert:

"Ich kann beispielsweise davon sprechen, dass meine Erklärung plausibler ist als die eines anderen! Damit kann ich meinen Beitrag aufwerten. Ich kann aber mit derselben Formulierung auch sagen: ´Der Beitrag des anderes ist nicht so plausibel wie meiner!` Damit schiebe ich meine Erklärung hin zu Richtung ´offenkundig`, und die Erklärung des anderen hin zum Absurden."

Es ist ein Tauziehen, bei dem der Vertreter von Plausibilität die flexiblere Position besitzt als der Evidenzpapst. Lässt sich Letzterem nämlich doch die Nicht-Evidenz seiner Aussagen nachweisen, ist er aus dem Spiel. Plausibilität hingegen hält sich ein Hintertürchen offen:

"Ich kann später sagen: ´Ich habe mich geirrt, es stimmt nicht!` Aber in dem Moment, wo ich etwas als plausibel beurteile, ist es sozusagen irrtumsimmun", sagt Martin Böhnert.

Denn die Skala zwischen "absurd" und "offenkundig" schließt diesen Irrtum automatisch mit ein. Die Evidenz, im Popper‘schen Dreischritt gewonnen, suggeriert dagegen Gewissheit. Hält man das Verfahren durch…

Problemformulierung, dann Lösungsversuch durch Theoriebildung, dann Eliminierung falscher Lösungen im Experiment.

… ist man immer auf der sicheren, nämlich zu diesem Zeitpunkt evidenten Seite.

"Das stimmt! Wobei natürlich auch Popper vielleicht eher an die maximale Plausibilität herantreten würde als an die Evidenz, indem er alles so aufbaut, dass man es falsifizieren kann. `Falsifizieren`heißt ja im Prinzip: ´Ich habe eine alternative Erklärung gefunden!` Und dadurch ist das, was vorher vielleicht evident schien, plötzlich nicht mehr evident, sondern es ist im Bereich des ´Es ist plausibler als die andere Erklärung`."

Philosophen wie Martin Böhnert dürften damit weniger Probleme haben als ein praktisch arbeitender Physiker und Meteorologe, wie Jörg Phil Friedrich einer gewesen ist. Er kennt die Tage des Frusts, in denen einem die wissenschaftlichen Verfahrensweisen Halt geben können:

"Die helfen einem auch im Alltag, der ja so widersprüchlich und vielfältig und voller Rückschläge ist! Bei mir geht zwar gerade alles schief, und ich experimentiere hier rum und probiere, um irgendwas zu finden, aber im Großen und Ganzen ist das hier ein tolles Unternehmen… und eigentlich funktioniert das so, wie Popper das beschrieben hat!"

Der zog allerdings mit 84 Jahren hochbetagt auf einem Kongress ein eher entmutigendes Resümee:

"Wir wissen nichts – das ist das Erste. Deshalb sollen wir sehr bescheiden sein – das ist das Zweite. Dass wir nicht behaupten zu wissen, wenn wir nicht wissen – das ist das Dritte. Das ist so ungefähr die Einstellung, die ich gerne popularisieren möchte. Es besteht wenig Aussicht dafür."

Autor: Florian Felix Weyh
Es sprechen: Eva Meckbach und Joachim Schönfeld
Regie: Beatrix Ackers
Ton: Andreas Stoffels
Redaktion: Martin Mair

Literaturhinweise:

Martin Böhnert, Paul Reszke: "Linguistisch-philosophische Untersuchungen zu Plausibilität: Über kommunikative Grundmuster bei der Entstehung von wissenschaftlichen Tatsachen" In: Engelschalt, Julia; Maibaum, Arne (Hg.), 2015, Auf der Suche nach den Tatsachen: Proceedings der 1. Tagung des Nachwuchsnetzwerks INSIST, S. 40-67. Permalink: https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/45590
Ludwik Fleck: "Denkstile und Tatsachen", Berlin 2011 (Suhrkamp)
Jörg Phil Friedrich: "Der plausible Gott", Freiburg 2019 (Verlag Karl Alber)
Jörg Phil Friedrich: "Ist Wissenschaft, was Wissen schafft?", Freiburg 2019 (Verlag Karl Alber)
Gerd Gigerenzer: "Bauchentscheidungen", München 2007 (C. Bertelsmann)
Gerd Gigerenzer: "Risiko", München 2013 (C. Bertelsmann)
David J. Hand: "Die Macht des Unwahrscheinlichen", München 2015 (C.H. Beck)
Klaus Mainzer: "Die Berechnung der Welt", München 2014 (C.H. Beck)
Karl Popper: "Alles Leben ist Problemlösen", München 2002 (Piper)
Jan Cornelius Schmidt: "Das Andere der Natur", Stuttgart 2015 (Hirzel Verlag)

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