Hörspiel, vom 27.02.2019, 21:30 Uhr

Lesung: Balzac neu übersetztVater Goriot

Der Anfang des Romans

Detailfreudig, farbig, zuweilen satirisch. Balzac zeichnet die Pension Vauquer Stockwerk für Stockwerk: Die Bewohner, die Wirtin, das Gesinde. Melanie Walz hat den Anfang des berühmten Klassikers für uns neu übersetzt.

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac auf einem zeitgenössischen Porträt. (picture alliance / dpa)
Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac auf einem zeitgenössischen Porträt. (picture alliance / dpa)

Honoré de Balzac, der französische Chronist und scharfe Beobachter seines 19. Jahrhunderts, hat mit der ‚Menschlichen Komödie’ eine Titanenarbeit geleistet. Balzac schrieb immer unter Druck, literweise Kaffee und die Stille der Nacht hielten ihn produktiv, er war ein Serienschreiber seiner Zeit! Vor der Hörspiel-Produktion steht eine Lesung: Um zu zeigen, welche Meisterschaft in Balzacs Prosa steckt, haben wir Melanie Walz beauftragt, den Anfang des Romans ‚Vater Goriot’ neu zu übersetzen. Peter Matic hat ihn für uns gelesen.

Deutschlandfunk Kultur gab den Auftrag für die Neuübersetzung.

Vater Goriot
Der Anfang des Romans
Von Honoré de Balzac
Übersetzung: Melanie Walz
Mit: Peter Matić
Ton: Martin Leitner
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017
Länge: 58’27 
Eine Wiederholung vom 03.01.2018

Das Leben von Honoré de Balzac war produktiv und selbstzerstörend zugleich. 1799 in Tours geboren, ging er früh nach Paris. Bald fand er Eingang in die Welt des Adels und eiferte ihrem Luxus nach. Um seinen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, musste Balzac immer mehr Texte veröffentlichen. In eine Mönchskutte gehüllt schrieb er oft nächtelang, einzig am Leben gehalten durch den immensen Konsum von schwarzem Kaffee. Dennoch war Balzac die längste Zeit seines Lebens tief verschuldet. Erst 1850 erfüllte sich sein Traum, reich zu heiraten - doch noch im selben Jahr erlag er seinem erschöpften Herz.

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, übersetzt seit den 1980er-Jahren Belletristik aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche. Sie erhielt 1999 das Zuger Übersetzer-Stipendium, 2001 den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, 2005 ein Literaturstipendium der Landeshauptstadt München, 2015 den Übersetzerpreis der Stadt München. Übersetzte u.a. Antonia Byatt, Charles Dickens, John Cowper Powys, Lawrence Norfolk, Annie Proulx und R. L. Stevenson. Von Honoré de Balzac übersetzte sie "Verlorene Illusionen" (2014). 2019 folgt die Neuübersetzung von "Eine verlassene Frau", für das Hörspiel bearbeitet von Helmut Peschina. 

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