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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. August 2014

Lessing-Preis 2015 geht an Reporterin Carolin Emcke

Reporterin und langjährige SPIEGEL-Auslandsredakteurin erhält Preis im Januar 2015

Die Reporterin und freie Publizistin Carolin Emcke (47) wird mit dem Lessing-Preis 2015 des Landes Sachsen ausgezeichnet. Er ist mit 13 000 Euro dotiert. Förderpreise in Höhe von jeweils 5500 Euro bekommen der 1984 in Gera geborene Schriftsteller Julius Fischer und der 1986 in Leipzig geborene Autor und Regisseur Wolfram Höll, wie das sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst am Sonntag in Dresden mitteilte. Die Auszeichnungen sollen am 17. Januar 2015 im Rahmen der 50.
Lessingtage in Kamenz überreicht werden. Mit dem Preis würden Persönlichkeiten gewürdigt, deren Werk in der von Gotthold Ephraim Lessing geprägten geistigen Tradition stehe, hieß es.
Die Wahl-Berlinerin Emcke, langjährige "Spiegel"-Auslandsredakteurin, wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt etwa den Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Essay und den Ulrich-Wickert-Preis für Kinderrechte. Im Oktober bekommt Emcke in Darmstadt den mit 20 000 Euro dotierten Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.

Österreichischer Regisseur Florian Flicker gestorben

Flicker erliegt im Alter von 49 Jahren seinem Krebsleiden

Der gebürtige Salzburger war vor allem mit der Krimi-Tragikkomödie "Der Überfall" (2000) mit Roland Düringer, Josef Hader und Joachim Bißmeier bekannt geworden, die beim Internationalen Filmfestival in Locarno mit dem bronzenen Leoparden ausgezeichnet wurde. In deutschen Kinos war zuletzt Flickers Spielfilm "Grenzgänger" (2012) nach dem Theaterstück "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr aus dem Jahr 1914 zu sehen. Der Film landete auf der Longlist des Europäischen Filmpreises. Zudem wurde er dreifach mit dem Österreichischen Filmpreis 2013 ausgezeichnet, unter anderem für das beste Drehbuch.
Florian Flicker starb zwei Tage nach seinem 49. Geburtstag nach kurzer, schwerer Krebserkrankung am Samstag in Wien, wie die Produktionsfirma Prisma Film heute mitteilte.

Brandenburg hat kein Geld für zentrale Sammlung von Künstlernachlässen

Konkrete Förderung gibt es nur im Einzelfall

In Brandenburg droht der Verlust zahlreicher Kunstwerke, weil das Land kein Konzept für den Erhalt von Künstlernachlässen hat. Um ein zentrales Depot für künstlerisches Erbe aus Privatbesitz zu schaffen, fehlten die finanziellen Mittel, erklärte Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) auf eine parlamentarische Anfrage im Landtag. Die staatliche Förderung von regionalen Künstlernachlässen ist bundesweit die Ausnahme. Die Frage, ob das Bewahren privater Kunstnachlässe eine Angelegenheit der öffentlichen Hand oder Privatsache sei, ist mit juristischen, finanziellen und urheberrechtlichen Problemen verknüpft. In einigen Bundesländern wurden daher Vereine gegründet, die sich aus Wissenschaftlern, Museumsleuten, Künstlern, Sammlern und Erben von Nachlässen zusammensetzen. Um das Thema in das öffentliche Bewusstsein zu bringen, sei unter anderem eine Tagung im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus geplant, so die Ministerin.

Pause vom Krieg - Jugendliche aus Nahost proben in Deutschland ein Musical

Zweiwöchiger Musicalworkshop für arabische und jüdische Jugendliche in Baden-Württemberg

Das Projekt erinnert an das West Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim. 22 israelische und palästinensische Jugendliche arbeiten gemeinsam an einem Musical. Georg Friedrich Prinz von Preußen gründete das "Middle East Theatre Project" gemeinsam mit dem US-amerikanischen Regisseur Todd J. Fletcher. Die Jugendlichen proben seit Tagen auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden-Württembergim. Das Projekt soll den jungen Menschen helfen, Abstand von den gewaltsamen Angriffen in ihrer Heimat zu gewinnen. Heute sind die Jugendlichen weiter nach Berlin geflogen, dort gehen die Proben in die zweite Woche. Die Uraufführung steht dann am 30. August 2014 in der Nähe von Schloss Paretz bei Berlin an. Danach reisen die Jugendlichen zurück in ihre Heimat.

Grabstätte von Martin Gropius saniert

Kommenden Freitag wird der spätklassizistische Bau der Öffentlichkeit übergeben

Die Grabstätte des Berliner Architekten Martin Gropius (1824-1880) auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Kreuzberg ist ab kommender Woche wieder zu besichtigen. Nach einer umfangreichen Restaurierung wird der von Gropius selbst entworfene spätklassizistische Bau am 29. August wieder der Öffentlichkeit übergeben. Die Ruhestätte von Gropius und dessen Familie wurde zum 190. Geburtstag des preußischen Baumeisters saniert, wie das Landesdenkmalamt Berlin mitteilte. Die Anlage hat die Form einer Pergola, dazu gehört ein Sandsteinrelief des Bildhauers Rudolf Siemering.

Modemesse Bread and Butter bleibt vorerst doch in Berlin

Aussteller wollen Wintermode lieber in Berlin als in Barcelona zeigen

Die Bread & Butter, eine der wichtigsten Handelsmessen für Alltagsmode, bleibt vorerst doch ganz in Berlin. Messechef Karl-Heinz Müller sagte am Samstag, im Januar 2015 finde die Veranstaltung erneut im Rahmen der Berliner Fashion Week und nicht in Barcelona statt. "Viele Aussteller haben deutlich gemacht, dass sie Wintermode lieber in einem Land zeigen, in dem es auch einen richtigen Winter gibt", so Müller.
Der Messechef hatte im Juni ankündigt, mit der zwei Mal jährlich stattfindenden Veranstaltung halb nach Barcelona zu ziehen. Nur noch im Sommer sollte die Messe im stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof stattfinden. Das Thema Barcelona sei auch jetzt noch nicht vom Tisch, sagte Müller. "Unser Ziel ist weiterhin, mit einem Standort im Norden und einem im Süden den gesamten europäischen Bereich abzudecken."

Chinesische Behörden verhindern Film-Festival in Peking

Festivalleitung wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Behörden drangsaliert

Mit der Festnahme der Organisatoren und der Beschlagnahmung zahlreicher Materialien sind die chinesischen Behörden gegen das 11. Pekinger Independent-Film-Festival vorgegangen. Rund 100 Unterstützer hätten sich am Samstag nach der Aktion vor einer Polizeiwache versammelt und für die Freilassung von Festival-Gründer Li Xianting sowie des künstlerischen Leiters Wang Hongwei demonstriert, berichtete ein Regisseur, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Sonntag der dpa. Beide seien noch in der Nacht zu Sonntag freigelassen worden.

Das achttägige Festival sollte am Samstag eröffnet werden. Allerdings teilte Li Xianting seinen Unterstützern mit, dass in diesem Jahr erstmals alles verboten worden sei. Er selbst war am Sonntag nicht zu erreichen. In den vergangenen Tagen hatte Li über Online-Medien mitgeteilt, dass er von der Polizei überwacht werde und von Sicherheitsbehörden unter Druck gesetzt worden sei, das Festival abzusagen.

Berliner Kulturverwaltung: Vereinbarung zum Schlossbau gilt

Ausstieg aus dem Bauprojekt gilt als unwahrscheinlich

Das Land Berlin hält - zumindest vorerst - an der Zusage fest, sich mit 32 Millionen Euro am Wiederaufbau des historischen Stadtschlosses zu beteiligen. "Die Vereinbarung zwischen Land und Bund gilt nach wie vor, es gibt keine neue Sachlage", sagte ein Sprecher der Kulturverwaltung am Samstag auf dpa-Anfrage.
Die "Berliner Zeitung" (Samstag) bestätigte dagegen Informationen, nach denen Berlin einen Ausstieg aus dem Projekt erwägt. Das Land habe dem Bund mitgeteilt, es wolle auf die für die Zentral- und Landesbibliothek vorgesehenen Flächen im Schloss ("Humboldt-Forum") verzichten, schrieb das Blatt. Für den Ausstieg erwartet Berlin dem Bericht zufolge bis zu 83 Millionen Euro vom Bund. Neben dem vereinbarten Baukostenzuschuss von 32 Millionen Euro wären das weitere 51 Millionen für das Grundstück, das bisher vom Land kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. dpa-Informationen zufolge soll es dazu noch weitere Gespräche geben. Angesichts der hohen Summen und des enormen Baufortschritts am Schloss gilt der Ausstieg nach Einschätzung von Experten allerdings als wenig wahrscheinlich. Insgesamt soll das Schloss 590 Millionen Euro kosten und bis 2019 fertig sein.

Venedig-Jurymitglied Gröning : Kunst ist keine nationale Angelegenheit

Filmpreise können darüber entscheiden, ob ein Regisseur weiter arbeiten kann

Regisseur Philip Gröning (54) freut sich über die starke Präsenz von Deutschland bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig. Er ist in diesem Jahr Mitglied der Wettbewerbs-Jury. Für ihn spiele die Herkunft der Filme bei der Vergabe von Preisen aber keine Rolle, sagte Gröning im Interview der Nachrichtenagentur dpa. "Kunst ist niemals eine nationale oder nationalistische Angelegenheit." Ein Werk sei geglückt oder nicht. "Ein guter Film ist ein guter Film." Im Wettbewerb des ältesten Festivals der Welt konkurrieren vom 27. August bis 6. September 20 Filme um die Hauptpreise. Vier dieser Beiträge sind deutsche Ko-Produktionen, darunter zwei Filme von in Deutschland lebenden Regisseuren: Fatih Akin mit "The Cut" und Kaan Müjdeci mit seinem Debüt "Sivas".
Gröning war im vergangenen Jahr selbst einer der Teilnehmer: Mit seinem Drama "Die Frau des Polizisten" gewann er in Venedig den Spezialpreis der Jury. Preise wie diese seien wichtig, sagte Gröning. "Auszeichnungen sind ja eine Anerkennung für eine herausragende Leistung und führen hoffentlich dazu, dass Filme sichtbarer werden. Gegenüber dem Publikum, der Presse, den Geldgebern." Aus seiner eigenen Biografie wisse er: "Die Möglichkeit, als Regisseur weiter zu arbeiten, hängt manchmal entscheidend von Preisen ab."

Chile verleiht Skármeta Nationalpreis für Literatur

Ex-Botschafter schrieb Romanvorlage für den Film "Der Postmann"

Chile hat dem Schriftsteller und ehemaligen chilenischen Botschafter in Deutschland, Antonio Skármeta, den Nationalpreis für Literatur verliehen. Das teilte Bildungsminister Nicolás Eyzaguirre mit. Skármeta wurde im Ausland vor allem mit seinem Roman "Mit brennender Geduld" bekannt. Die Geschichte über die Freundschaft zwischen dem chilenischen Dichter Pablo Neruda und dessen Briefträger Mario diente als Vorlage für den Film "Der Postmann", der 1994 zum internationalen Kinoerfolg wurde.
Skármeta wurde 1940 im nordchilenischen Antofagasta geboren. Während der Militärherrschaft in seinem Land von 1973 bis 1990 lebte er im Exil in Westberlin. 1998 kehrte er in seine Heimat zurück. Von 2000 bis 2003 war er Botschafter seines Landes in Berlin. Seine Erzählungen und Romane wie "Die Radfahrer von San Cristóbal", "Die Hochzeit des Dichters" und "Aus der Ferne sehe ich dieses Land" spielen zum Teil in Deutschland, setzen sich jedoch immer mit der politischen Situation in Chile auseinander.

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