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Lesart / Archiv | Beitrag vom 04.05.2018

Lesebühnen-Autorin Kirsten Fuchs "Ich kämpfe um die Menschlichkeit"

Die Autorin und Kabarettistin Kirsten Fuchs zu Gast bei "Ladies Night" am 11.12.2013 in Köln, die einzige Kabarett- und Comedyshow im deutschen Fernsehen mit reiner Frauenbesetzung. (picture alliance / Horst Galuschka)
Die Autorin Kirsten Fuchs (picture alliance / Horst Galuschka)

Die Schriftstellerin Kirsten Fuchs ist die wohl bekannteste Autorin der Berliner Lesebühnenszene. Nun ist mit "Signalstörung" ihr neuer Erzählband erschienen.

Alleine am Schreibtisch fühle sie sich wohler, sagte die Schriftstellerin Kirsten Fuchs im Deutschlandfunk Kultur. Dabei gilt sie als Star der Berliner Lesebühnenszene und ist beim Publikum besonders beliebt. Um sich eine eigene Welt zu schaffen und nicht rausgehen zu müssen, habe sie begonnen zu schreiben, sagte Fuchs. "Ich war sehr schüchtern und habe mich mit Absicht zu Hause hingesetzt und habe mir Dinge ausgedacht." Sie sei selbst überrascht, dass sie jetzt auf der Bühne spreche und dabei nicht mehr rot werde.

Im Berliner Grips Theater feierte Kirsten Fucks mit ihren Jugendstücke Erfolge  (imago stock&people)Grips Theater in Berlin (imago stock&people)

Interesse an Menschen

Ihr sehr stark mündlich geprägter Stil entstehe im Kopf, sagte Fuchs. Viele ihrer Stoffe seien in Teilen selbst erlebt und dann weiter gesponnen. Im Mittelpunkt stehe vor allem ihr Interesse an Menschen. "Mich interessiert die Politik vor allem aus Motiven heraus", sagte die Autorin. "Warum sind die Leute so geworden, so verhärtet, so verknöchert oder blind?" Auch in ihren Stücken für das Berliner Jugendtheater "Grips" geht es um diese Fragen. "Ich kämpfe um die Menschlichkeit immer, mit mir und mit anderen und in den Texten auch." In Berlin-Moabit hat die Autorin inzwischen ihre eigene Lesebühne "Fuchs und Söhne".

Kirsten Fuchs, 1977 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren, gewann 2003 den renommierten Literaturwettbewerb Open Mike. Zwei Jahre später erschien ihr viel gelobter Debütroman "Die Titanic und Herr Berg". Es folgten die Romane "Heile, heile" und "Mädchenmeute", für den sie 2016 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Nun ist ihr Erzählband "Signalstörung" erschienen

(gem)

Kirsten Fuchs: Signalstörung
Rowohlt Verlag 2018, 18 Euro

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