Seit 17:00 Uhr Nachrichten

Sonntag, 18.11.2018
 
Seit 17:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Freitag, 5. Januar 2018

Leonardo-Experte Pedretti gestorben

Carlo Pedretti schrieb mehr als 40 Bücher über Leonardo Da Vinci

Der italienische Kunsthistoriker und Leonardo-Da-Vinci-Experte Carlo Pedretti ist tot. Er starb einen Tag vor seinem 90. Geburtstag zu Hause in Lamporecchio, wenige Kilometer von Vinci entfernt, dem toskanischen Heimatort Leonardos. Das meldeten italienische Medien unter Berufung auf die Familie. Der am 6. Januar 1928 bei Bologna geborene Pedretti galt als einer der besten Kenner des Renaissancekünstlers. Er publizierte mehr als 40 Bücher zu Leben und Werk Leonardos und mehr als 500 Zeitschriftenaufsätze und Artikel. Pedretti war unter anderem Inhaber eines eigenen Lehrstuhls für Leonardo-Studien an der University of California in Oakland sowie Inhaber zahlreicher Ehrendoktortitel. Regelmäßig schrieb Pedretti auch Kulturbeiträge für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano". Der Heimatort Leonardos verlieh ihm 2008 die Ehrenbürgerschaft.

Vergewaltigungsvorwürfe gegen Paul Haggis

Haggis Anwalt wies die Anschuldigungen zurück

Vier Frauen haben den Filmemacher und Oscar-Preisträger Paul Haggis der sexuellen Belästigung bis hin zu Vergewaltigung beschuldigt. Eine reichte Klage gegen den 64-jährigen ein, was drei weitere veranlasste, ebenfalls Vorwürfe zu erheben. Der Drehbuchautor Haggis gewann für sein Regiedebüt "L.A. Crash" 2006 mehrere Oscars. Für zwei James-Bond-Filme, "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" schrieb er das Drehbuch. Eine Klägerin sagte, Haggis habe sie zu Oralsex gezwungen und dann vergewaltigt. Haggis Anwalt wies die jüngsten Anschuldigungen ebenso wie die Klage zurück und erklärte: "Er hat niemanden vergewaltigt."

Fotograf Wolfgang Tillmans erhält Goslarer Kaiserring

Tillmans folgt auf Preisträger wie David Lynch, Olafur Eliasson und Isa Genzken

Der in London und Berlin lebende Fotokünstler Wolfgang Tillmans ist Träger des Kaiserringes 2018 der Stadt Goslar. Der 49-Jährige habe bisher bereits ein dichtes, vielschichtiges Lebenswerk geschaffen, heißt es in der Begründung der Jury. "Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen, sowie das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfgang Tillmans zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit." Der in Remscheid geborene Künstler werde die Auszeichnung am 28. September in Goslar entgegennehmen, teilte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk mit. Der undotierte Kaiserring gilt als eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für moderne Kunst. Er wird seit 1975 jährlich verliehen. In den vergangenen Jahren erhielten den Preis unter anderem Andreas Gursky, David Lynch, Olafur Eliasson und zuletzt Isa Genzken.

Obama erster Gast bei Letterman-Comeback

David Letterman talkt jetzt bei Netflix

US-Talkshow-Legende David Letterman wird bei seinem Comeback am 12. Januar Ex-Präsident Barack Obama als seinen ersten Gast begrüßen. In dem neuen Format für Netflix wird sich der 70 Jahre alte Moderator und Comedian eine Stunde lang mit einem einzigen Gast unterhalten. Die Show heißt "My Next Guest Needs No Introduction with David Letterman" - etwa: "Mein nächster Gast muss nicht groß vorgestellt werden". In weiteren Folgen werden George Clooney, Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, Jay-Z, Tina Frey und Howard Stern mit Letterman plaudern. Letterman trat im Mai 2015 nach 33 Jahren "Late Show with David Letterman" zurück. Sein Talk-Format prägte ähnliche Sendungen in den USA und weltweit.

Journalist und Schriftsteller Kettenbach gestorben

Er schrieb für den "Kölner Stadt-Anzeiger" und verfasste Kriminalromane

Der Journalist und Schriftsteller Hans Werner Kettenbach ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in einem Kölner Krankenhaus, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" als langjähriger Arbeitgeber Kettenbachs am Abend mitteilte. Kettenbach war den Angaben zufolge von 1964 bis 1992 unter anderem als Chefreporter, Leiter des Bonner Büros, Korrespondent in New York und zuletzt als stellvertretender Chefredakteur für die Zeitung tätig. Außerdem verfasste er Kriminalromane und Drehbücher für die Fernsehserie "Kommissar Klefisch" mit Willy Millowitsch. Für sein literarisches Werk wurde Kettenbach mehrfach ausgezeichnet.

Autor Wolff verteidigt Enthüllungsbuch über Trump

"Fire and Fury" erschien vier Tage früher als geplant

Der Autor des Enthüllungsbuchs "Fire and Fury" über das Weiße Haus unter Donald Trump hat sein Werk entschieden verteidigt. In einem Interview des Senders NBC beharrte der Journalist Michael Wolff darauf, dass jeder - "100 Prozent" - in der Umgebung des US-Präsidenten, mit dem er gesprochen habe, Trump für amtsunfähig halte. Sie hielten ihn für einen "Schwachkopf, einen Idioten", und alle sagten, er sei "wie ein Kind", schilderte Wolff. "Er braucht immer sofort Bestätigung. Es muss sich alles um ihn drehen." Das mit großer Spannung erwartete Buch kam heute in die US-Buchläden - vier Tage früher als ursprünglich geplant. Der Verlag Henry Holt & Co begründete den Schritt mit einer "beispiellosen" Nachfrage. Wolff zeichnet auf der Grundlage von sieben Monaten Recherche im Weißen Haus und angeblich 200 Interviews ein chaotisches Bild der Machtzentrale unter Trump. Donald Trump hatte er versucht, das Erscheinen des Buches juristisch zu verhindern. Ein Anwalt Trumps schrieb an Verlag und Autor, das Buch dürfe weder ganz noch in Teilen erscheinen. Medienberichten zufolge wurde dies unter anderem mit Vorwürfen übler Nachrede und Schmähungen begründet. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu, es handele sich um keine Aktion der US-Regierung, sondern einen Vorstoß des persönlichen Anwalts von Trump.

Musikmagazin "Melodie & Rhythmus" vor dem Aus

Verlag kann das Magazin nicht mehr finanzieren

Die zu DDR-Zeiten gegründete Musikzeitschrift "Melodie& Rhythmus" wird vorerst eingestellt. Die nächste Ausgabe des zuletzt vierteljährlich erschienenen "Magazins für Gegenkultur" könne nicht mehr erscheinen, teilte der Verlag 8. Mai GmbH in Berlin mit. Eine Wiederaufnahme der Produktion in absehbarer Zeit stehe nicht in Aussicht. "Um 'Melodie & Rhythmus' auf hohem Niveau weiterentwickeln zu können, müssten Mittel zur Verfügung gestellt werden, die der Verlag dauerhaft nicht aufbringen kann", erklärte Verlagsgeschäftsführer Dietmar Koschmieder. Seit 1957 war das einzige DDR-Musikmagazin monatlich als "Fachblatt für Tanz- und Unterhaltungsmusik" erschienen - und meist vergriffen. In der DDR hatte das Magazin nach Verlagsangaben eine Auflage von bis zu 300 000, zuletzt habe sie bei knapp 10 000 Exemplaren gelegen.

Schauspielverband befürchtet weitere Belästigungsvorwürfe

Verband fordert brachenübergreifende Beschwerdestelle

Nach den Anschuldigungen gegen Regisseur Dieter Wedel (75) rechnet der Bundesverband Schauspiel in Zukunft mit weiteren Vorwürfen über sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch in der Film- und Fernsehbranche. "Der Bundesverband Schauspiel wird die einzelnen konkret in den Medien diskutierten Fälle nicht kommentieren", teilte der Verband mit. Das verbiete der Respekt gegenüber den betroffenen Personen. Außerdem wolle der Verband Vorverurteilungen vermeiden. "Als Berufsverband Schauspiel ist es vielmehr unsere Aufgabe, an einem notwendigen Kulturwandel mitzuwirken, damit künftig diese diskutierten existenten Missstände (...) gesamtgesellschaftlich und damit auch in der Film- und Fernsehbranche abgestellt werden." Es bestehe branchenübergreifend Konsens, dass eine überbetriebliche Beschwerdestelle gegründet werden müsse. In einem Bericht des aktuellen «Zeit-Magazins» kommen mehrere Schauspielerinnen zu Wort, die schwere Anschuldigungen gegen Wedel erheben, bis hin zu erzwungenem Sex.

Twitter sperrt Account rechtsradikaler griechischer Partei

Auch Facebook und Instagram haben die Konten bereits gelöscht

Der Kurznachrichtendienst Twitter macht auch in Griechenland Ernst mit seiner Ankündigung, gegen Hassreden und Rassismus durchzugreifen: Seit Donnerstag ist der Account der griechischen rechtsradikalen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) bei Twitter gesperrt. Damit ist die Partei in den großen sozialen Netzwerken weitgehend isoliert - auch Facebook und Instagram haben die Konten der Partei bereits gelöscht. Auf ihrer eigenen Webseite kritisieren die Rechtsradikalen den Schritt: Er sei Teil des andauernden "totalitären Kriegs der Medien und der herrschenden politschen Mächte" gegen die Partei. Chrysi Avgi ist die drittstärkste Partei im griechischen Parlament. Fast gegen die gesamte Parteispitze läuft seit mehreren Jahren ein Prozess wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Metropolitan Museum kostet künftig Eintritt

Einheimische müssen weiterhin nicht bezahlen

Besucher, die von außerhalb kommen, werden ab März im New Yorker Metropolitan Museum of Art (Met) zur Kasse gebeten. Bisher konnten Kunstinteressierte ohne Eintritt oder mit einem freiwilligen Betrag das Museum besuchen. In den vergangenen Jahren seien diese Einnahmen aber stark gesunken. Zahlten 2004 noch zwei Drittel der Besucher den empfohlenen Eintritt von 25 Dollar, seien es aktuell nur noch 17 Prozent der Erwachsenen. Darum nimmt das hochverschuldete Met künftig von allen Besuchern Eintritt, die sich nicht als Bewohner des Staates New York oder als Studenten der Staaten New York, New Jersey und Connecticut ausweisen können. Die Eintrittspreise nach eigenem Ermessen galten in Metropolitan Museum seit 1970. Mit einem Budget von mehr als 300 Millionen Dollar, 2200 Mitarbeitern und rund 60 Sonderausstellungen pro Jahr zählt das Met zu den größten Kunstmuseen der Welt.

Kulturnachrichten hören

Januar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur