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Freitag, 17.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 21. Juni 2021

Leitungsteam am Hamburger Schauspielhaus wechselt

Zum Ende der Spielzeit verabschieden sich zwei langjährige Leitungsmitglieder aus dem Team von Intendantin Karin Beier. Dramaturgin Rita Thiele beendet zur Spielzeit 2021/22 die Zusammenarbeit, wie das Theater mitteilte. Sie werde in Zukunft als freie Dramaturgin arbeiten. Ihre Nachfolgerin wird Beate Heine, die an der Berliner Volksbühne, der Schaubühne und dem Thalia Theater engagiert war und zur Zeit Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Schauspiel Köln ist. Peter F. Raddatz verbinden insgesamt 20 Jahre als Kaufmännischer Direktor mit dem Deutschen Schauspielhaus. Sein Nachfolger Friedrich Meyer ist nach Stationen am Maxim Gorki Theater in Berlin und am Staatsschauspiel Stuttgart seit 2016 Kaufmännischer Direktor der Stiftung Staatstheater Augsburg.

Film "Schattenstunde" gewinnt First Steps Award

Einer der wichtigsten Nachwuchspreise der Filmbranche ist in Berlin verliehen worden. Der First Steps Award für den besten abendfüllenden Spielfilm ging an "Schattenstunde" von Benjamin Martins, wie die Veranstalter mitteilten. Der Film erzählt von den letzten Stunden des christlichen Schriftstellers Jochen Klepper und seiner jüdischen Ehefrau und Tochter. Der First Steps Award wird in mehreren Kategorien vergeben und ist mit insgesamt 119.000 Euro dotiert. Zu den Organisatoren gehören die Deutsche Filmakademie, mehrere Unternehmen und Rundfunkanstalten. Prämiert werden Abschlussfilme von Filmschulen in deutschsprachigen Ländern.

Büdenhölzer jetzt auch Präsidentin des ITI-Germany

Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Berliner Theatertreffens, ist jetzt auch Präsidentin des Internationalen Theaterinstituts. Auf der Jahresversammlung wurde sie zur Nachfolgerin von Joachim Lux gewählt, dem Intendanten des Hamburger Thalia Theaters. Er hat nach sieben Jahren Amtszeit nicht mehr kandidiert. Yvonne Büdenhölzer sagte nach der Wahl, sie freue sich als Präsidentin des Internationalen Theaterinstituts dazu beizutragen, die Zeit nach der Pandemie kreativ mitzugestalten. Jetzt gelte es, diese Aufgaben anzugehen, für die internationalen Künstlerinnen und Künstler und ihre Belange einzutreten und zukunftsfähige Perspektiven für ein transnationales Theater zu entwickeln.

Spielberg und Netflix geben Partnerschaft bekannt

Oscar-Preisträger Steven Spielberg und Netflix machen gemeinsame Sache. Der Streamingdienst und Spielbergs Produktionsfirma Amblin Partners haben Pläne für eine mehrjährige Zusammenarbeit bekanntgegeben. Demnach sind mehrere gemeinsame Spielfilme pro Jahr geplant. Finanzielle Details des Deals sind noch nicht bekannt. Aber Netflix muss wohl tief in die Tasche gegriffen haben, um Spielberg zu engagieren. Der 74jährige Regisseur, der Blockbuster wie "Der weiße Hai", "Jäger des verlorenen Schatzes", "E. T. - Der Außerirdische" und "Jurassic Park" inszenierte, hatte in den vergangenen Jahren keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Videoplattformen wie Netflix gemacht.

Deutscher Chorverband eröffnet Zentrale in Berlin

Mit dem Deutschen Chorzentrum in Berlin bekommen die 15 000 Chöre in der Bundesrepublik ein festes Zuhause in der Hauptstadt. Das Haus im Bezirk Neukölln solle Ort des Austauschs für die Chor- und Vokalmusikszene in Deutschland sein und zugleich eine Brücke zu den Bewohnern und Institutionen in der unmittelbaren Nachbarschaft schlagen, teilte der Chorverband zur Eröffnung mit. Gemeinsames Singen bringe Menschen unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung zusammen und stärke die Fähigkeit, Hin- und Zuzuhören, erklärte Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbands. Dem Chorverband gehören mehr als eine Million Mitglieder in 15 000 Chören an.

Hermann van Veen mit Joachim-Ringelnatz-Preis geehrt

Der niederländische Sänger und Komponist Hermann van Veen hat den Joachim-Ringelnatz-Preis der Stadt Cuxhaven für 2020 bekommen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 76-Jährigen in der Cuxhavener Kugelbake-Halle überreicht. Sein Werk sei ein poetisches Plädoyer für Respekt, Liebe und Toleranz, hatte die Jury ihre Entscheidung begründet. Er verwandele die Welt für Momente "in ein Tausendschön" und sei der Idee des Ringelnatz-Preises und seinem Namensgeber ganz nahe. Eigentlich sollte der Preis schon im vergangenen Jahr übergeben werden, der Festakt musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Der Ringelnatz-Preis wurde früher ausschließlich für Lyriker ausgelobt, vor einigen Jahren aber neu organisiert. Nun wird ausgezeichnet, wer sich mit Veröffentlichungen in den Kategorien Kunst, Literatur/Satire, Musik und Theater mit dem Werk von Joachim Ringelnatz besonders verbunden fühlt.

Belgien gibt illegale Antiken an Italien zurück

Eine Sammlung von fast 800 raren archäologischen Funden aus Raubgrabungen in Süditalien ist von belgischen Behörden zurückgegeben worden. Laut einer Mitteilung der EU-Justizbehörde Eurojust hatte ein belgischer Sammler die bis zu 2.600 Jahre alten Stücke aus Apulien illegal erworben. Dazu zählt eine seltene Grabstele der daunischen Kultur, die bei Ausstellungen in Paris und Genf zu sehen war. Die Kollektion soll einen vorläufigen Schätzwert von 11 Millionen Euro haben.

Dokumentationszentrum über Vertreibungen eröffnet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Berlin-Kreuzberg einen "Lern- und Erinnerungsort" zu Zwangsmigrationen eröffnet. Im MIttelpunkt des Dokumentationszentrums "Flucht-Vertreibung-Versöhnung" steht das Schicksal von rund 14 Millionen Deutschen aus dem Osten Europas, die infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten, sowie deren Integration in der Bundesrepublik und der DDR. Das Zentrum informiert zudem über weitere Formen von Zwangsmigrationen während des 20. Jahrhunderts in Europa sowie aktuell unter anderem aus Syrien und Myanmar. Die Initiative zu dem Projekt kam vor über 20 Jahren vom Bund der Vertriebenen (BdV). Seit 2008 ist eine Bundesstiftung der Träger. Die Konzeption des Zentrums und dafür engagierte Persönlichkeiten wie Vertriebenen-Vertreter wurden zeitweise etwa von Experten aus osteuropäischen Ländern scharf kritisiert.

ARD und ZDF bauen Streaming-Netzwerk auf

ARD und ZDF bauen ein gemeinsames Streaming-Netzwerk auf. Die beiden bisherigen Mediatheken bleiben aber bestehen und werden nicht miteinander verschmolzen. Das teilten die großen öffentlich-rechtlichen Anstalten in Mainz mit. Auf den bereits und auch weiterhin bestehenden Mediatheken von ARD und ZDF sollen nach und nach mehr Angebote der jeweils anderen Sender zu finden sein, wie der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow und ZDF-Intendant Thomas Bellut erläuterten. Die Eigenständigkeit und die Identität der Sender sollen dabei gewahrt bleiben. Die engere Zusammenarbeit soll die Position der öffentlich-rechtlichen Sender mit Blick auf die weltweite Konkurrenz im boomenden Streaming-Markt stärken.

Bundeskartellamt leitet Verfahren gegen Apple ein

Nach Facebook, Google und Amazon hat das Bundeskartellamt nun auch gegen den iPhone-Hersteller Apple ein Verfahren nach den neuen Vorschriften für Digitalkonzerne eingeleitet. Wie die Behörde in Bonn mitteilte, geht es dabei um die Prüfung einer marktübergreifenden Bedeutung. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen werde auf dem Betrieb des App Stores liegen, da er Apple vielfach befähige, Einfluss auf die Geschäftstätigkeit Dritter zu nehmen. Hintergrund ist hier, dass Spitzenverbände der deutschen Medien-, Internet- und Werbewirtschaft Ende April beim Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen den iPhone-Hersteller eingereicht hatten.

Leopoldina will langfristig Präsenzunterricht

Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, den Präsenzbetrieb an Schulen und Kitas in der Pandemie aufrechtzuerhalten. Die Öffnungen sollten aber von geeigneten Schutzmaßnahmen begleitet werden, außerdem solle die digitale Infrastruktur schneller ausgebaut werden. Präsenzunterricht ist nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher die effektivste Art des Lernens. Auch von der Kultusministerkonferenz der Länder hieß es zuletzt, es gebe die klare Perspektive, dass der Schulbetrieb im neuen Schuljahr mit allen Aspekten wieder aufgenommen werden könne. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte dagegen davon gesprochen, dass es weiterhin Wechsel-Unterricht geben könnte.

Auschwitz Komitee kritisiert Naidoo-Konzert in Rostock

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Entscheidung der Rostocker Bürgerschaft, ein Konzert des umstrittenen Musikers Xavier Naidoo zuzulassen, kritisiert. Die Vorgänge seien ein Musterbeispiel dafür, wie der Staat vorgeführt werde, wenn demokratische Parteien in der Abwehr gegen rechtsextreme und antisemitische Kräfte nicht gemeinsam handelten, sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, in Berlin. Linke und SPD waren am Mittwoch mit einem Antrag gescheitert, den geplanten Auftritt nicht zuzulassen. Naidoo stünde den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahe und schüre rassistische Ressentiments. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sah öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet seien und hatte Widerspruch eingelegt.

Ohnsorg Theater gewinnt Monica-Bleibtreu-Preis

Mit der Verleihung der Monica-Bleibtreu-Preise sind die 9. bundesweiten Privattheatertage in Hamburg zu Ende gegangen. In der Kategorie "Komödie" gewann "Extrawurst" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob vom Ohnsorg Theater. Als beste Produktion der Kategorie "(zeitgenössisches) Drama" wurde das Zentraltheater München mit der Produktion "Wir kommen" geehrt. Als beste Produktion in der Kategorie "(Moderner) Klassiker" wurde das Kleine Theater am Südwestkorso aus Berlin mit "Eine blassblaue Frauenschrift" ausgezeichnet. Insgesamt zwölf nominierte Stücke aus der Saison 2019/2020 aus dem gesamten Bundesgebiet waren vom 8. bis zum 20. Juni auf verschiedenen Bühnen in Hamburg zu sehen. Trotz der gültigen Corona- und Hygieneregelungen lag die Auslastung bei 85 Prozent.

Französiche Discos öffenen am 9. Juli wieder

Aufatmen für Frankreichs Clubszene: Nach 15 Monate langer Zwangspause können Diskotheken vom 9. Juli an wieder öffnen. Für den Eintritt sollen Gäste einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorzeigen, wie der zuständige Minister für kleine und mittlere Unternehmen, Alain Griset, in Paris sagte. Die Clubs dürfen demnach drinnen vorerst nur eine begrenzte Zahl an Menschen empfangen. Maskenpflicht gelte aber nicht. Frankreich war von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Seit Wochen sinkt die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aber stark. Zuletzt lag der Wert landesweit bei rund 27.

Friedenspreis des Buchhandels für Tsitsi Dangarembga

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga. Die 62jährige sei nicht nur eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes, sondern auch eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur, teilte die Jury in Frankfurt mit. Tsitsi Dangarembga verbinde in ihrem künstlerischen Werk "ein einzigartiges Erzählen mit einem universellen Blick". Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit 25.000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Zu den Presiträgern gehören der Wirtschafts-Nobelpreisträger Amartya Sen, der Schriftsteller Martin Walser und der Philosoph Jürgen Habermas.

Nachrichtenagenturen wollen Sprache anpassen

Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, um sprachliche Diskriminierungen zu vermeiden. In einem in Berlin veröffentlichten Papier heißt es, die Sprache sei historisch gewachsen und verändere sich nicht sprunghaft, heißt es darin. In der kompakten Nachrichtensprache soll das generische Maskulinum weiter verwendet, "aber schrittweise zurückgedrängt werden". Wenn eine Personengruppe überwiegend aus Frauen bestehe, könne auch das generische Femininum verwendet werden. Zur Begründung heißt es, dass Nachrichtensprache kurz und kompakt sein müsse. Deshalb lasse sich das generische Maskulinum nicht von heute auf morgen komplett ersetzen. Sonderzeichen wie Genderstern, Unterstrich oder Doppelpunkt innerhalb eines Wortes sollen erst mal nicht verwendet werden.

Bund streckt Mittel gegen Verfall von Museen vor

Im Kampf gegen den zunehmenden Verfall von Berlins weltberühmten Museen will der Bund Sanierungsmittel vorstrecken. Im Haushalt 2021 vorgesehene Mittel in Höhe von 11,3 Millionen Euro sollen komplett ausgezahlt werden, ohne dass der vom Land Berlin eigentlich notwendige Anteil von 25 Prozent fließen soll. Das geht aus einem Schreiben an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. Der Bundesrechnungshof hatte in einem Bericht 2019 wichtige Kulturbauten der Hauptstadt in ihrem Bestand gefährdet gesehen, die von Bund und Ländern getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz begegne dem nicht effektiv. Berlin hatte bereits im März angekündigt, ein Sonderprogramm zur Sanierung nicht mitfinanzieren zu können.

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Fazit

Umbenennung von BildernKunstwerke im Diskriminierungscheck
Die Figur eines reitenden osmanischen Paschas auf einer Automatenuhr aus dem 17. Jahrhundert als Ausstellungsstück in einem Museum. (imago / Sylvio Dittrich)

In vielen Titeln von Kunstwerken spiegelt sich historisch tradierter Rassismus. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben deswegen 143 Objekte aus ihrem Bestand umbenannt. Die alten Titel bleiben trotzdem, sagt Generaldirektorin Marion Ackermann.Mehr

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