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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Juni 2018

Filmfest in München eröffnet

Viel Beifall zum Auftakt für "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm"

Mit dem Film "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" ist das Filmfest München eröffnet worden. Das Kinodebüt von Regisseur Joachim A. Lang wirft einen kritischen Blick auf die Branche. Bei der Uraufführung des mit Brecht-Liedern gespickten Films gab es viel Beifall vom Premierenpublikum, allen voran für Lars Eidinger als Brecht, aber auch für Darsteller wie Robert Stadlober, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Claudia Michelsen. Das Filmfest zeigt bis zum 7. Juli 185 Filme aus 43 Ländern. Als Ehrengäste werden die britische Schauspielerin Emma Thompson und der Monty-Python-Mitbegründer Terry Gilliam erwartet. Sie erhalten beide den Ehrenpreis des Festivals, den CineMerit-Award.

Banksy bekennt sich zu Kunstwerken in Paris

Street-Art-Künstler veröffentlicht Bilder auf Instagram

Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat sich zu einigen neuen Kunstwerken in Paris bekannt. Er veröffentlichte in dem sozialen Netzwerk Instagram Fotos von drei Bildern, die am Wochenende an Hauswänden in der französischen Hauptstadt aufgetaucht waren. Eines der Bilder ist in der Nähe der Sorbonne-Universität zu sehen: Es zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält - dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins. Die beiden anderen Werke zeigen Ratten: Auf dem einen ist ein Nagerpaar mit Schirm und Melone zu sehen, das den Eiffelturm in der Ferne zu bewundern scheint. Ein weiteres prangt an einer Hauswand in der Nähe des Kunstmuseums Centre Pompidou und zeigt eine vermummte Ratte mit einem Teppichmesser. Dazu schrieb Banksy auf Instagram: "Fünfzig Jahre nach dem Aufstand in Paris 1968: Der Geburtsort der Schablonenkunst." Banksy und andere Street-Art-Künstler malen oder sprühen ihre Bilder mit Hilfe von Schablonen auf Hauswände.

Prozessauftakt gegen Deniz Yücel

Kein sofortiger Freispruch

Am ersten Tag des Prozesses gegen den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel in der Türkei hat der Richter einen sofortigen Freispruch des Angeklagten abgelehnt. Den hatte Yücels Anwalt Veysel Ok gefordert. Die Bedingungen dafür seien unter anderem "wegen der Schwere der Anklage nicht gegeben", sagte der Richter am 32. Gericht für Schwere Straftaten im Istanbuler Stadtviertel Caglayan. Yücel selbst ist beim Prozess nicht dabei. Er war im Februar nach einjähriger Untersuchungshaft entlassen worden und ausgereist. Nach einer knappen Dreiviertelstunde Verhandlungsdauer vertagte sich das Gericht auf den 20. Dezember. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Die Anklageschrift stützt sich vor allem auf Artikel von Yücel. Nach Angaben von Ok könnte er zu bis zu 18 Jahren Haft verurteilt werden.

Grundstein für jüdisches Museum in Köln gelegt

Fertigstellung ist für 2021 vorgesehen

Mit einem Festakt hat die Stadt Köln den Grundstein für das Jüdische Museum im Archäologischen Quartier gelegt. Bis zum Jahr 2021 soll vor dem Historischen Rathaus das "MiQua" entstehen, das "Museum im Quartier". Das Museum werde archäologische Denkmäler von europäischer Bedeutung zeigen, darunter das Praetorium, den Palast des römischen Statthalters, das mittelalterliche jüdische Viertel und das christliche Goldschmiedeviertel, hieß es. In einem rund 600 Meter langen Parcours sollen so über 2.000 Jahre Kölner Geschichte erlebbar gemacht werden. Bauherrin des rund 77 Millionen Euro teuren Museums ist die Stadt Köln.

Kulturetat steigt um fast neun Prozent

Beschlüsse des Haushaltsausschusses

Der Bundeshaushalt für Kultur und Medien steigt in diesem Jahr um fast neun Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik stehen gut 956 Millionen Euro zur Verfügung - 33 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Das ergibt sich aus den Beschlüssen bei einer sogenannten Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von einem "herausragenden Zeichen" für den Wert der Kultur. 30 Millionen Euro sollen Denkmalschutzprojekten in ganz Deutschland zugute kommen. Die Mittel für die Deutsche Welle werden um bis zu 35 Millionen Euro erhöht - unter anderem für den Ausbau eines türkischsprachigen Angebots. Die für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zuständige Staatsministerin Michelle Müntefering (SPD) kündigte an, mit den zusätzlichen Geldern solle unter anderem die Arbeit von Mittlerorganisationen wie dem Goethe-Institut und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst gestärkt werden.

Elf Stellen für Antisemitismus-Beauftragten

Anfangs hatte er nur eine Sekretärin

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wird für seinen Stab elf Mitarbeiterstellen erhalten. Die dafür notwendigen Mittel seien in den Haushalt des Bundesinnenministeriums eingestellt worden, sagte der haushaltspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Sven-Christian Kindler, in Berlin nach einer nächtlichen Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses. Nachdem der Zentralrat der Juden die zunächst geplante personelle Ausstattung des Amts als ungenügend kritisiert hatte, hatten die Grünen und die Linksfraktion im Bundestag eine bessere Stellenausstattung gefordert. Anfangs hatte Klein, der seit sieben Wochen im Amt ist, lediglich eine Sekretärin. Zwei weitere Mitarbeiter waren ihm in Aussicht gestellt worden. Im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2018 war zunächst keine konkrete Anzahl an Stellen für seinen Stab vorgesehen. Das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus wurde in dieser Legislaturperiode neu eingerichtet und zum 1. Mai mit dem früheren Diplomaten Klein besetzt.

Bund gibt 80 Millionen für Mannheimer Theater

Wochenlange Verhandlungen

Nach der Zusage des Bundes von 80 Millionen Euro für die Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim ist das Land Baden-Württemberg gefragt. "Ich setze nun fest darauf, dass das Land in gleicher Weise wie der Bund die Sanierung unterstützt", sagte der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte am Mittwochabend nach wochenlangen vertraulichen Verhandlungen den Beschluss über die Mittel gefasst. Die Landesregierung zeigte sich offen, zur Sanierung beizutragen, nannte aber keine Beträge. Oberbürgermeister Kurz strebt eine Beteiligung von Bund, Land und Stadt von je einem Drittel an. Die Modernisierung des 60 Jahre alten denkmalgeschützten Baus kostet 200 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten von 40 Millionen Euro, etwa für eine Ersatzspielstätte und für ein Zentrallager. Wegen Brandschutzmängeln läuft die Betriebserlaubnis für das Haus Ende 2022 aus. Die Renovierung soll 2021 beginnen.

Serbisches Nationalmuseum wieder geöffnet

Schließzeit dauerte 15 Jahre

Das serbische Nationalmuseum ist wieder geöffnet. Vorangegangen war eine lange Schließzeit von 15 Jahren.Vor der Öffungszeremonie am Abend in Belgrad wurden die neuen Schauräume bereits den Medien des Landes zugänglich gemacht. In dem renovierten historischen Gebäude werden auf 5000 Quadratmetern etwa 3000 Exponate gezeigt. Höhepunkte sind die prähistorischen Ausstellungsstücke aus der Kultur von Lepenski Vir an der Donau aus dem 7. Jahrtausend vor Christus sowie Figuren der Vinca-Kultur aus der Jungsteinzeit. Weitere Glanzpunkte bilden die Malerei aus dem 18. bis 20. Jahrhundert mit Bildern von Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir, Henri Matisse, Pablo Picasso und Piet Mondrian. Die lange Schließung des Nationalmuseums war die Folge von Fehlplanungen, Geldmangel, politischen Streitigkeiten und Korruption, hatten die Medien berichtet.

Mörder haben kein Recht auf Vergessen im Netz

Die Männer sahen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt

Die Mörder des Schauspielers Walter Sedlmayr haben kein Recht darauf, dass ihre Namen aus online archivierten alten Pressetexten getilgt werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Konkret richtete sich die Beschwerde der Männer gegen eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH). Dieser hatte ihre Unterlassungsklagen gegen drei deutsche Medienhäuser abgewiesen: den "Spiegel", das Deutschlandradio und den "Mannheimer Morgen". Über deren Webseiten konnten Internetnutzer archivierte Artikel oder Beiträge einsehen, in denen die Namen der Mörder genannt oder Bilder von ihnen gezeigt wurden. Die beiden Beschwerdeführer sahen dadurch ihr Menschenrecht auf Achtung des Privatlebens verletzt. Dieser Argumentation folgten die Straßburger Richter nicht. Die Pressefreiheit erlaube es Journalisten, selbst zu entscheiden, welche Details sie veröffentlichen - zumal dann, wenn wie beim Mord an Sedlmayr ein großes öffentliches Interesse bestehe, urteilten sie. Beide Seiten können innerhalb von drei Monaten gegen das Urteil vorgehen. Die beiden Beschwerdeführer waren im Mai 1993 wegen des Mordes an Sedlmayr verurteilt worden, sie kamen 2007 und 2008 aus der Haft frei.

Millionen-Urteil gegen Ex-Kunstberater Achenbach

Keine Revision mehr möglich

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat den ehemaligen Kunstberater und Millionenbetrüger Helge Achenbach zu 16,1 Millionen Euro Schadenersatz verpflichtet. Das Gericht reduzierte dabei die Forderungen der Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht gegen Achenbach um 2,6 Millionen Euro. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu. In dem Zivilprozess hatte das Landgericht Achenbach im vergangenen Jahr zur Zahlung von 18,7 Millionen Euro an die Aldi-Erben verurteilt. Dagegen hatte Achenbach Berufung eingelegt und nun teilweise Erfolg. Achenbach hatte den 2012 gestorbenen Berthold Albrecht beim Kauf von Kunst und Oldtimern durch versteckte Preisaufschläge betrogen. Der einstige Berater-Star Achenbach war im März 2015 wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Vor wenigen Wochen war er nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe auf freien Fuß gekommen.

Grundstück für Einheitswippe kostet 325 000 Euro

Grundstück wird vom Land Berlin an den Bund übertragen

Das Grundstück für das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin soll 325 000 Euro kosten. Das geht aus dem Bericht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, der der dpa vorliegt. Die Übertragung des Grundstücks vom Land Berlin in das Eigentum des Bundes werde derzeit abschließend geregelt, heißt es in einem Begleitbrief des Bundesfinanzministeriums. Es handelt sich um ein Areal in bester Lage unmittelbar vor dem rekonstruierten Berliner Schloss. Auf Drängen der SPD hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch das Geld für den Baubeginn nicht wie geplant freigegeben. Der SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs hielt die Vorlage wegen des noch nicht endgültig besiegelten Grundstücksdeals für nicht vollständig. Das Finanzministerium hatte dagegen erklärt, die Voraussetzungen für einen Beschluss im Ausschuss lägen vor. Weil es die letzte Sitzung vor der Sommerpause war, verschiebt sich die Entscheidung mindestens bis September.

Steven Sloane verlässt Bochumer Symphoniker

Generalmusikdirektor hört zum Ende der Saison 2020/2021 auf

Der Rückzug betrifft auch seine Funktion als Intendant des Anneliese Brost Musikforums Ruhr. Sloane begründete seine Entscheidung damit, "sich neuen Herausforderungen und neuen Zielen zu stellen". Er fühle sich "der Stadt und ihren Menschen und vor allem dem Orchester zutiefst verbunden". Eine Sprecherin des Orchesters sprach vom Ende einer Ära. Seit 1994 habe Sloane das Musikleben in der Stadt durch innovative und mehrfach ausgezeichnete Programmgestaltung geprägt. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch erklärte, er wolle dem Rat der Stadt vorschlagen, erstmals in der Geschichte Bochums den Titel des Ehrendirigenten auf Lebenszeit zu verleihen. Er könne sich keinen besseren Träger dieses Titels als Sloane vorstellen.

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