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Lesart / Archiv | Beitrag vom 07.03.2020

Leipziger Buchpreis 2020Die besten Sachbücher des Jahres

Moderation: Andrea Gerk und Christian Rabhansl

Buchcover der fünf nominierten Bücher für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse 2020 auf einer orangenen Fläche. (Deutschlandradio/ C.H. Beck/ Klett-Cotta/ S. Fischer/ Zsolnay/ Spectrum)
Diese fünf Bücher sind nominiert für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse 2020. (Deutschlandradio/ C.H. Beck/ Klett-Cotta/ S. Fischer/ Zsolnay/ Spectrum)

Fünf Bücher, ein Buchpreis: Wir haben die Finalisten für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse eingeladen. Wenige Tage vor der Verleihung sprechen wir mit Bettina Hitzer, Michael Martens, Armin Nassehi, Julia Voss und Jan Wenzel.

Wer erhält den Buchpreis der Leipziger Buchmesse 2020 für das beste Sachbuch? Die Buchmesse fällt aus, aber der Buchpreis nicht. Am Donnerstag, 12.3., wird die Auszeichnung live ab 9 Uhr im Deutschlandfunk Kultur vergeben. Die fünf Nominierten in der Kategorie Sachbuch/Essayistik haben wir wenige Tage vorher auf die Bühne des Literarischen Colloquium Berlin eingeladen. Wir sprechen mit:

Armin Nassehi: "Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft" (352 Seiten, 26 Euro, Verlag C.H.Beck)

Die Jury lobt: "Haben wir die Digitalisierung überhaupt schon verstanden? Der Soziologe Armin Nassehi definiert das Digitale als Verdoppelung der Welt durch Daten und zeigt, wie dieser Prozess strukturell in der Moderne angelegt war. Eine innovative Diagnose mit Tiefenschärfe."

Armin Nassehi, Jahrgang 1960, ist seit 1998 Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Hauptarbeitsgebiete sind soziologische Theorie, Kultursoziologie, politische Soziologie sowie Wissenssoziologie. In diesen Forschungsgebieten hat er zahlreiche Publikationen vorgelegt. Seit 2012 ist er zudem Herausgeber der Kulturzeitschrift "Kursbuch".

Bettina Hitzer: "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts" (540 Seiten, 28 Euro, Klett-Cotta-Verlag)

Die Jury lobt: "So facettenreich ist das Erleben, Erforschen und Behandeln der Krankheit Krebs in Deutschland noch nie beleuchtet worden: Bettina Hitzer schreibt hier nicht nur Emotions- und Medizingeschichte, sie erzählt auch vom gesellschaftlichen Wandel beim Umgang mit Krebs."

Bettina Hitzer studierte Geschichte, habilitierte sich und lehrt an der FU Berlin. Seit 2014 leitet sie eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die sich mit Krankheit als Emotionsgeschichte beschäftigt. Ihre Arbeiten zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte sowie zur Migrations- und Religionsgeschichte wurden 2016 mit dem Walter-de-Gruyter-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Jan Wenzel mit Anne König, Andreas Rost u.a. (Hg.): "Das Jahr 1990 freilegen" (592 Seiten, 36 Euro, Spector Books)

Die Jury lobt: "Demonstrationen und Enttarnungen, Hoffnungen und Frust, wuchtige Mobiltelefone und ein neuer Herrenduft: Jan Wenzel montiert Texte, Fotos, Artikel und Anzeigen zu einem Panorama des Jahres 1990 und legt auf kluge, nicht belehrende Weise jüngste Erfahrungen frei."

Jan Wenzel lebt als Verleger, Autor und Künstler in Leipzig. Zusammen mit Markus Dreßen und Anne König hat er 2001 den Verlag Spector Books gegründet, der 2018 den Sächsischen Verlagspreis und 2019 den Deutschen Verlagspreis erhielt. Als Autor und Herausgeber hat er an einer Vielzahl von Buchprojekten mitgearbeitet, u.a. mit den Künstlern Olaf Nicolai, Alexander Kluge und Erik van der Weijde.

Julia Voss: "Hilma af Klint – "Die Menschheit in Erstaunen versetzen". Biographie" (600 Seiten, 25 Euro, S. Fischer Verlag)

Die Jury lobt: "Hilma af Klint ist nicht nur eine Pionierin der abstrakten Malerei, sondern auch eine zu Unrecht vergessene Künstlerin. In ihrer umfassenden Biografie entdeckt Julia Voss eine ebenso eigenständig malende wie lebende Frau vor dem Hintergrund ihrer Zeit neu."

Julia Voss, geboren 1974, studierte Neuere Deutsche Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie. Derzeit arbeitet sie als Redakteurin bei der FAZ. Für ihr Buch "Darwins Bilder" (S. Fischer, 2007) erhielt sie die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. 2009 erhielt sie den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, 2013 folgte der Luise-Büchner-Preis für Publizistik.

Michael Martens: "Im Brand der Welten. Ivo Andrić. Ein europäisches Leben" (496 Seiten, 28 Euro, Paul Zsolnay Verlag)

Die Jury lobt: "Die erste deutsche Biografie des jugoslawischen Nobelpreisträgers, der auch als Diplomat eine schillernde Karriere hinlegte. Ein Buch zudem über die europäische Geschichte des Balkans, anschaulich und aktuell und selbst für informierte Leser voller Überraschungen."

Michael Martens, 1973 in Hamburg geboren, ist Journalist. Er lebte u.a. in St. Petersburg, Kiew, Belgrad, Istanbul und Athen, 2019 zog er nach Wien. Seit 2002 ist Michael Martens als politischer Korrespondent bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig. Sein erstes Buch "Heldensuche. Die Geschichte des Soldaten, der nicht töten wollte" (Zsolnay) erschien 2011.

Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Jury gehören an: Jens Bisky (Vorsitz), Katharina Herrmann, Tobias Lehmkuhl, Wiebke Porombka, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch.

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