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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 29. Dezember 2017

Leipziger Bibliothek mit arabischer Literatur

Es soll eine Internet-Plattform mit u.a. Originalschriften entstehen

Mit der "Bibliotheca Arabica" entsteht in Leipzig eine Internet-Plattform für historische arabische Literatur. Dort sollen einmal Originalschriften und Quellen zur arabischen Kultur auf Deutsch, Englisch und Arabisch zu finden sein, wie die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mitteilte. "Die arabische Literatur wird seit fast 1400 Jahren überliefert. Kaum eine vormoderne Buchkultur war so produktiv, vielfältig und lebendig wie die arabisch-islamische", sagte Verena Klemm, Professorin für Arabistik und Islamwissenschaft an der Uni Leipzig. Unter den zu Millionen überlieferten Handschriften fänden sich Werke der schönen Literatur, aber auch Enzyklopädien, Biografien, Chroniken, Lexika, Reiseberichte und Kochbücher. Das Projekt in Kooperation mit der Universität Leipzig sei als zentrales Arbeitsinstrument der Arabistik, Islamwissenschaft und der Nachbardisziplinen gedacht und werde zum 1. Januar in das von Bund und Ländern finanzierte Akademieprogramm aufgenommen. Es habe eine Laufzeit von 18 Jahren und werde mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert.

Staatsoper Unter den Linden bestens besucht

Seit der Wiedereröffnung ist sie nahezu ausverkauft

Die Berliner Staatsoper hat durch die Wiedereröffnung ihres Stammhauses Unter den Linden einen Besucherschub erlebt. Nahezu alle der insgesamt 63 Veranstaltungen dort waren ausverkauft, teilte das Haus mit. Die Jahresauslastung sei von 88 Prozent im vergangenen Jahr auf jetzt 94 Prozent gestiegen. Wegen der Sanierung des Stammhauses war die Staatsoper jahrelang im kleineren Schiller Theater in Charlottenburg untergebracht. Nach der feierlichen Wiedereröffnungswoche ab dem 3. Oktober wurde der reguläre Spielbetrieb Unter den Linden nach einer mehrwöchigen Pause am 7. Dezember wieder aufgenommen. Insgesamt zählte die von Stardirigent Daniel Barenboim geführte Oper dieses Jahr knapp 160 000 Besucher. Weitere 45 000 kamen den Angaben zufolge zu internationalen Gastspiel-Konzerten in Paris, New York, Wien, Hamburg und Dresden. Das 11. Open-Air-Konzert der Staatskapelle unter dem Motto "Staatsoper für alle" hatte auf dem Bebelplatz ebenfalls rund 45 000 Besucher.

Weihnachtsliederrekord in deutschen Charts

Der Wham!-Klassiker "Last Christmas" ist natürlich vorne mit dabei

Insgesamt 39 Weihnachtshits sind zurzeit in den Offiziellen Deutschen Single-Charts. So viele wie nie zuvor. Die beliebtesten seien Mariah Careys "All I Want For Christmas Is You" und der Wham!-Klassiker "Last Christmas". Rechnet man sämtliche Platzierungen zusammen, mischt "Last Christmas" bereits zum 129. Mal die Top 100 auf. Falls Wham! nächste Woche nochmal dabei ist, wäre "Last Christmas" die am häufigsten platzierte Chart-Single überhaupt, so GfK Entertainment, das die Ergebnisse ermittelte. Neben den bekannten Festtagshits sind laut GfK auch einige erst kürzlich veröffentlichte Hits dabei: zum Beispiel "Santa's Coming For Us" von Sia oder "You Make It Feel Like Christmas" von Gwen Stefani feat. Blake Shelton.

4.000 Jahre Glocken

Die größte schwingend Geläutete ist der 'Dicke Pitter"

An Silvester läuten die Glocken von den Kirchtürmen das neue Jahr ein. Vor 4.000 Jahren wurde die Glocke in China erfunden. Seit dieser Zeit bauen und gestalten Menschen auf der ganzen Welt Glocken - und versuchen sich dabei zu übertrumpfen. Die größte schwingend geläutete Glocke ist derzeit der "Dicke Pitter" im Kölner Dom. Sie wurde 1923 gegossen, wiegt rund 24.000 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 3,22 Metern. 2018 könnte ihr der Rang abgelaufen werden. Dann soll in Bukarest wird die größte frei schwingende Glocke aufgehängt werden - mit mehr als 25 Tonnen Gewicht. Die älteste Glocke Deutschlands ist die Lullusglocke im Katharinenturm der Stiftsruine Bad Hersfeld. Sie stammt aus dem Jahr 1038. Die größte Glocke der Welt hängt weiter in Myanmar. Sie ist 3,70 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 5 Metern und wiegt etwa 87 Tonnen. König Bodawpaya ließ die Glocke 1808 für seine Mingun-Pagode gießen. Den Glockengießer ließ er nach vollendeter Arbeit töten, um zu verhindern, dass dieser noch einmal ein solches Meisterstück herstellt.

Fontane-Statue von Friedhof gestohlen

Die 80 Zentimeter große Statue stand in dessen Geburtsstadt Neuruppin

Unbekannte haben eine Statue von Theodor Fontane von einem Friedhof in Neuruppin gestohlen. Die Diebe hätten die Statue zwischen Dienstag und Mittwoch vom Sockel auf dem Friedhof in der Gerhart-Hauptmann-Straße entwendet, teilte die Polizei mit. Es handelt sich um eine etwa 80 Zentimeter große grün-graue Plastik des Künstlers Ottmar Hörl. Der Schriftsteller Theodor Fontane wurde 1819 in Neuruppin geboren. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

Europa muss digitale Sender-Plattform schaffen

So äußerte sich der künftige ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm

Der künftige ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm wirbt für eine länderübergreifende digitale Plattform der öffentlich-rechtlichen Sender in Europa. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland wäre zu klein, um ein solches Gegengewicht zu den großen Internetanbietern wie Google oder Facebook zu schaffen, sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks, der am 1. Januar den ARD-Vorsitz übernimmt. In den nächsten Jahren müsse Europa die Grundsatz-Entscheidung treffen, ob seine Vielfalt und kulturelle Besonderheit auch in der digitalen Welt erhalten bleiben solle, "oder ob wir lediglich Teil einer von den USA dominierten digitalen Weltgemeinde werden", sagte Wilhelm und regte an, Europa müsse zumindest eine Art "Plattform-Hoheit" für Inhalte schaffen. Dazu gehöre auch die "Regulierungsfähigkeit" bei Daten-, Jugend und Persönlichkeitsschutz. Denn in diese Bereichen klafften die Standards weit auseinander.

Künftiger KMK-Chef will mehr Demokratieunterricht

Damit sich das politische Gefüge nicht weiter in Richtung AfD verschiebt

Jugendliche sollten nach Meinung des künftigen Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter, in der Schule mehr über das demokratische System lernen. Andernfalls befürchtet der Linkspartei-Politiker, dass sich das politische Gefüge weiter in Richtung AfD verschiebt. Holter übernimmt im Januar turnusgemäß den Vorsitz der Ministerkonferenz. Demokratiebildung soll ein Schwerpunkt seiner Amtszeit werden. Holter beklagte auch eine Verrohung der politischen Debatten. Jugendliche müssten lernen, wie politische Auseinandersetzungen geführt und Entscheidungen getroffen werden. "Wir müssen denen, die eine Anti-Stimmung artikulieren, eine positive Haltung entgegensetzen", so Holter. Deshalb sollten Jugendliche mehr über demokratische Prozesse lernen - im Geschichts-, Geografie-, Sozialkunde- oder Deutschunterricht.

Letztes Silvesterkonzert mit Rattle als Chef

Abschied von den Berliner Philharmonikern

Sir Simon Rattle tritt zum letzten Mal als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bei dem traditionellen Silvesterkonzert des Orchesters auf. Als Stargast wird an diesem Sonntag die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato singen, die unter anderem die Orchesterlieder von Richard Strauss aufführen wird, wie die Philharmoniker mitteilten. Rattle, der seit 2002 an der Spitze des Orchesters steht, hört zum Ende der Saison nach 15 Jahren auf und widmet sich dann ganz dem London Symphony Orchestra, wo er seit Beginn dieser Spielzeit im Wechsel mit Berlin als Chef tätig ist. In der übernächsten Saison, vom Sommer 2019 an, wird dann Kirill Petrenko, zur Zeit an der Bayerischen Staatsoper, Rattles Nachfolger. Das Silvesterkonzert wird am 31.Dezember ab 17.00 Uhr in mehr als 230 Kinos in Europa live übertragen, ab 17.30 Uhr sendet live das RBB-Kulturradio, ab 18.45 Uhr dann leicht zeitversetzt der Kulturkanal arte.

Ronit Matalon ist gestorben

Die israelische Schriftstellerin wurde 58 Jahre alt

Die in Israel sehr bekannte Schriftstellerin Ronit Matalon ist im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Das meldete die israelische Zeitung "Haaretz", für die sie mehrere Jahre arbeitete. Matalon leitete das Creative Writing Programm an der Universität Haifa, am Tag vor ihrem Tod gewann sie den Brenner Preis für ihre Novelle "And the bride closed the door". Israels Staatspräsident Reuven Rivlin würdigte sie als "wunderbare Autorin, deren Stimme die israelische Kultur bereichert hat". 2016 wurde Matalon zum Ziel der Kritik, als sie der französischen Zeitung "Le Monde" gegenüber sagte, Israel lebe unter einem "Apartheids-Regime". Die Romane von Ronit Matalon wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

KZ-Gedenkstätte erhält Bibliothek von Ralph Giordano

3.300 Bücher des jüdischen Schriftstellers wurden von Köln nach Hamburg gebracht

Die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme erhält die Bibliothek des jüdischen Schriftstellers Ralph Giordano (1923-2014). Rund 3.300 Bücher seien im Herbst von Köln nach Hamburg gebracht worden, teilte die Gedenkstätte mit. Die Ralph-Giordano-Bibliothek wird am 16. Februar eröffnet. Giordano wurde als Kind einer jüdischen Musiker-Familie in Hamburg-Barmbek geboren. Giordano selbst, seine beiden Brüder und die Eltern überlebten bis zur Befreiung durch die Briten am 4. Mai 1945 mehrere Monate lang in einem Keller in Hamburg. Nach dem Krieg war Ralph Giordano als Journalist und Filmemacher tätig. 1982 veröffentlichte er den Roman "Die Bertinis". An dem autobiografisch geprägten Werk hatte er fast 40 Jahre lang gearbeitet. 1988 wurde die Geschichte um eine jüdische Familie in der NS-Zeit für das ZDF verfilmt.

Tibetanischer Filmemacher in die USA geflohen

In China saß er für seinen Dokumentarfilm im Gefängnis

Der tibetanische Filmemacher Dhondup Wangchen ist aus China in die USA geflohen. Sein Eintreffen in San Francisco bestätigte eine Aktivistengruppe, die sich für seine Freiheit eingesetzt hatte. Wangchen war 2009 zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Grund war sein Dokumentarfilm "Leaving Fear Behind", in dem Tibetaner den Dalai Lama loben, sich über die Vernichtung ihrer Kultur durch die chiensische Regierung beklagen. Der Film wurde währen der Olympiade einer kleinen Gruppe von Journalisten gezeigt. 2014 war Dhondup Wangchen aus der Haft entlassen worden, wurde aber weiter streng überwacht.

Schweizer revolutionieren ESC-Auswahlverfahren

Neues Prozedere soll den dritten Sieg bringen

Mit einem neuen Prozedere bei der Songauswahl will die Schweiz beim Eurovision Song Contest (ESC) 2018 eine lange Durststrecke beenden. Erstmals konnten Produzenten und Komponisten in der Vorauswahl Songs ohne Interpreten einreichen. "Während in den vergangenen Jahren vielleicht rund 150 Songs eingereicht worden, waren es in diesem Jahr 670", sagte Reto Peritz, Leiter der Schweizer ESC-Delegation. Eine Jury aus Musikfachleuten, ESC-Fans und Fernsehzuschauern hat daraus sechs Songs für die Entscheidungsshow gewählt, die am 4. Februar im Sender SRF läuft. Die Lieder seien mit verschiedenen Stimmen getestet worden, um die perfekte Interpretation zu finden. "Ich glaube, wir haben noch nie so eine Bandbreite gehabt", sagt Peritz. Die Schweiz hatte es beim ESC zuletzt 2005 unter den Top Ten geschafft - mit einem achten Platz.

Fernando Birri ist tot

„Vater des Neuen Lateinamerikanischen Films“ wurde 92 Jahre alt

Der argentinische Filmemacher Fernando Birri ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Das bestätigte der Produzent Sergio Trabucco. Birri war Regisseur, Dichter, Maler, Lehrer und Gründer von Filmschulen. Er gilt seit seinem Debütfilm, der Dokumentation "Tire Dié" von 1960, als eine zentrale Figur des lateinamerikanischen Kinos. Birri, der als Nachkomme italienischer Einwanderer in Santa Fé geboren wurde, studierte Filmregie in Rom. 1956 kehrte er nach Argentinien zurück und gründete in seiner Geburtsstadt die erste Filmschule Lateinamerikas. 1965 musste er aus politischen Gründen seine Heimat verlassen und ging zurück nach Italien. Dort musste er miterleben, wie seine Filme verboten und die von ihm geleitete Filmschule geschlossen wurde. Die Erfahrungen des Exils prägten Birris Werk. 1979 zeigte er auf den Filmfestspielen in Venedig sein Opus Magnum "ORG"; der als einer der konsequentesten Experimantalfilme überhaupt gilt.

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