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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 21.08.2015

Leiko IkemuraWas bedeuten Ihre japanischen Wurzeln für Ihre Kunst?

Moderation: Katrin Heise

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Die Künstlerin Leiko Ikemura (Deutschlandradio / Torben Waleczek)
Die Künstlerin Leiko Ikemura (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

Als sie vor mehr als vierzig Jahren Japan verließ, wollte Leiko Ikemura zunächst nichts mehr von Kultur und Tradition ihrer Heimat wissen. Sie war fasziniert von Europa - bis sie in der Nazivergangenheit Deutschlands Parallelen zur japanischen Gesellschaft entdeckte.

Leiko Ikemura, die heute in Berlin lebt, ist eine sehr vielfältige Künstlerin. Immer wieder probiert sie neue Techniken und Materialien aus. Ihre Gemälde von rätselhaften Zwischenwesen, Plastiken von Frauengestalten, großformatigen Landschaftsbildern finden sich in Museen weltweit.

In ihrer Jugend habe sie Zuordnungen abgelehnt und sich von ihren kulturellen Wurzeln abgegrenzt, sagte die Künstlerin im Deutschlandradio Kultur. "Erst in letzter Zeit kann ich das akzeptieren und ich finde das erneut interessant." Dass die Feuilletons sich immer mit ihrer japanischen Herkunft beschäftigten, habe sie eher gestört. Gleichzeitig habe sie sich über das Interesse an ihr gefreut. "Ich will nur nicht gesagt haben, dass die östliche oder japanische  Kultur und die westliche Kultur, das kann man nicht wie so einen Cocktail einfach vermischen und daraus ein Getränk machen", sagte Ikemura.

Auf den Spuren großer japanischer Kunst des 19.Jahrhunderts

Bei der am Wochenende beginnenden Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee werden Kreidezeichnungen der Künstlerin gezeigt, die von dem japanischen Maler Utagawa Hiroshige (1797-1853)  inspiriert sind.  "Er könnte mein Ur-Ur-Ur-Großvater sein", sagte Ikemura, die betonte, dass sie die Qualität dieser japanischen Künstler des 19. Jahrhunderts wieder entdeckt habe. Damals sei Japan gegenüber der Welt verschlossen gewesen und habe eine sehr eigenständige Kunst entwickelt. "Er ist einer von vielen großartigen Künstlern, die man hier nicht so gut kennt." Sie habe seinem Weg als Reisende künstlerisch nachgehen wollen.

Bis 6. September 2015 sind Arbeiten der Künstlerin auch im brandenburgischen Schloss Roskow zu sehen und das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln widmet Leiko Okemura vom 26. September bis 31. Januar 2016 eine große Einzelausstellung.

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