Klangkunst, vom 19.07.2013

Von René Desalmand

Mit seinem Buch "Der wiederkehrende Spiegel" (1985) reflektiert und bricht Alain Robbe-Grillet das Genre der Autobiografie. Er entlarvt Erinnerung als Konstruktion, deren Bezüge zum Erinnerten sich traumartig verschieben.

Der Schriftsteller Alain Robbe-Grillet im Jahr 2004. (AP)
Der Schriftsteller Alain Robbe-Grillet im Jahr 2004. (AP)

Zum 90. Geburtstag des Nouveau-Roman-Pioniers begaben sich zwei Musiker 2012 auf die Spuren seiner Automythografie. René Desalmand sammelte Klänge aus Robbe-Grillets Heimat in der Bretagne. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Michael Wertmüller entwickelte er musikalische Strukturen, die von Robbe-Grillets Texten abgeleitet sind. Musik verhält sich zum Geräusch wie Fiktion zur Sinneswahrnehmung.

"... alle Realität ist unbeschreibbar, und ich weiß instinktiv: Das Bewusstsein ist strukturiert wie unsere Sprache (und zwar aus gutem Grund!), nicht aber die Welt und nicht das Unbewusste." (Alain Robbe-Grillet)


Frei nach Alain Robbe-Grillet

Mit: René Desalmand (Saxophon), Michael Wertmüller (Schlagzeug)
Produktion: DKultur/AdK Berlin 2012
Länge: 50’


René Desalmand, geboren 1972, lebt als Saxofonist und Komponist in Berlin.